Privatrecht, Strafrecht, öffentliches Recht
Welcher Fall gehört ins Privatrecht?
Erklärung: Käuferin und Händler stehen sich gleichberechtigt gegenüber; es geht um einen Ausgleich aus einem Vertrag – Privatrecht. Die Ermittlung ist Strafrecht, die Hundesteuer öffentliches Recht.
Lisa hat ihrem Freund 50 € geliehen und bekommt sie nicht zurück. Die Polizei treibt das Geld für sie ein.
Erklärung: Falsch. Ein Streit um geliehenes Geld ist Privatrecht: Lisa muss ihr Geld selbst zurückverlangen und notfalls vor dem Zivilgericht klagen. Die Polizei verfolgt Straftaten, sie treibt keine Schulden ein.
Streiten zwei gleichberechtigte Bürger, etwa um einen Kaufpreis oder eine kaputte Sache, gehört der Fall ins ___.
Erklärung: Privatrecht (Zivilrecht): Gleichgeordnete stehen sich gegenüber, Ziel ist der Ausgleich; der Betroffene verlangt selbst und klagt notfalls vor dem Zivilgericht.
Ein Radfahrer fährt Frau Kaya an; ihre Brille für 300 € geht kaputt. Wer muss handeln, damit Frau Kaya die 300 € bekommt?
Erklärung: Der Ersatz der Brille ist eine Frage des Privatrechts: Die Geschädigte muss ihn selbst verlangen. Die Staatsanwaltschaft verfolgt nur Straftaten, und eine Anzeige setzt kein Zivilverfahren in Gang.
In welchem Fall geht es um Strafrecht?
Erklärung: Eine Strafe verhängt der Staat für eine Straftat – Strafrecht. Die Rückforderung ist Privatrecht, die Baugenehmigung öffentliches Recht.
Die Geldstrafe, die ein Ladendieb zahlen muss, bekommt der bestohlene Ladenbesitzer.
Erklärung: Falsch. Eine Geldstrafe fließt an den Staat (die Staatskasse). Strafe ist die Antwort des Staates auf Unrecht; seinen Schaden muss der Ladenbesitzer getrennt im Privatrecht verlangen.
Im Strafverfahren erhebt nicht der Geschädigte die Anklage, sondern die ___.
Erklärung: Im Strafrecht verfolgt der Staat die Tat: Die Staatsanwaltschaft ermittelt und erhebt Anklage, ein Strafgericht urteilt.
Ein Erwachsener stiehlt einem Rentner das Portemonnaie mit 300 €. Der Rentner verzeiht ihm und will nichts unternehmen. Wer entscheidet, ob Anklage erhoben wird?
Erklärung: Diebstahl ist eine Straftat, die der Staat von Amts wegen verfolgt (nur bei geringwertigen Sachen braucht es einen Strafantrag, § 248a StGB). Über die Anklage entscheidet die Staatsanwaltschaft, nicht der Bestohlene; das Zivilgericht ist nur für die Rückzahlung zuständig.
Welcher Fall gehört zum öffentlichen Recht?
Erklärung: Eine Behörde entscheidet übergeordnet über den Bürger – öffentliches Recht. Nachbarn und Vertragspartner stehen sich gleichberechtigt gegenüber, das ist Privatrecht.
Setzt die Gemeinde per Bescheid fest, wie viel eine Familie für den Kindergarten zahlen muss, ist das ein Fall des öffentlichen Rechts.
Erklärung: Richtig. Die Gemeinde handelt hier als Staat und setzt die Gebühr einseitig fest; die Familie ist ihr untergeordnet. Wehren kann sie sich vor dem Verwaltungsgericht.
Tritt der Staat dem Bürger übergeordnet gegenüber – mit einem Bescheid, einer Genehmigung oder der Schulpflicht –, gilt das ___ Recht.
Erklärung: Öffentliches Recht regelt das Verhältnis zwischen Staat und Bürger; der Staat kann einseitig entscheiden. Streit darüber gehört vor das Verwaltungsgericht.
Familie Ă–zdemir bekommt vom Landratsamt einen Bescheid: Ihr Gartenhaus ist zu hoch und muss abgerissen werden. Gegen wen und wo wehrt sich die Familie?
Erklärung: Der Bescheid kommt vom Staat, der übergeordnet entscheidet – öffentliches Recht. Gegner ist die Behörde, zuständig das Verwaltungsgericht. Auch wenn sich ein Nachbar beschwert hat, ist er nicht der Gegner, und um eine Straftat geht es nicht.
Ein Autofahrer fährt betrunken einen Gartenzaun um. Welche Folgen kann diese eine Tat haben?
Erklärung: Eine Tat, zwei Verfahren: Betrunken zu fahren ist auch ohne Absicht strafbar (§ 316 StGB), und den Zaun muss er im Privatrecht ersetzen. Die Strafe ersetzt den Schaden nicht, und der Schadensersatz ersetzt die Strafe nicht.
Ein Jugendlicher wird wegen eines eingeschlagenen Schaufensters zu 40 Arbeitsstunden verurteilt. Damit ist der Schaden des Ladenbesitzers ausgeglichen.
Erklärung: Falsch. Die Arbeitsstunden sind die Reaktion des Staates im Strafverfahren. Das Schaufenster muss der Ladenbesitzer getrennt im Zivilverfahren ersetzt verlangen – zwei Verfahren für eine Tat.
Für dieselbe Tat können zwei Verfahren laufen: das Strafverfahren, in dem der Staat straft, und das ___, in dem der Geschädigte Schadensersatz verlangt.
Erklärung: Strafverfahren (Staat gegen Täter, Ziel Strafe) und Zivilverfahren (Geschädigter gegen Schädiger, Ziel Ausgleich) laufen unabhängig voneinander.
Pia (16) zerkratzt mit Absicht das Auto ihres Lehrers. Der Lehrer will 800 € für den Lack. Was gilt?
Erklärung: Den Schaden verlangt der Lehrer im Privatrecht selbst; über eine Strafe entscheiden Staatsanwaltschaft und Jugendgericht. Eine Geldstrafe geht nie an den Geschädigten, und eine Wiedergutmachung schließt ein Strafverfahren nicht aus – sie kann es höchstens mildern.
Frage beantworten
Ein Radfahrer (25) fährt bei Rot über die Ampel und stößt eine Fußgängerin um. Sie bricht sich das Handgelenk, ihr Handy zerspringt. Erkläre in zwei bis vier Sätzen, welche zwei Verfahren folgen können, wer sie jeweils betreibt und worauf sie zielen.
Erklärung: Eine Tat, zwei Verfahren: Strafverfahren (Staat, Ziel Strafe) und Zivilverfahren (Geschädigte, Ziel Ausgleich). Die fahrlässige Körperverletzung ist nach § 229 StGB strafbar; Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangt die Fußgängerin selbst.