Hormonsystem und hormonelle Regulation

Endocrine System and Hormonal Regulation

Biologie Klasse 11 20 Aufgaben
EndokrinologieRegulationHormoneFeedbackKerncurriculum

Hormone sind Botenstoffe, die über das Blut wirken; das Hormonsystem steuert den Körper langsamer und breiter als das Nervensystem, beide arbeiten aber zusammen. Geregelt wird über Regelkreise mit negativer Rückkopplung: Ein Sensor vergleicht Istwert und Sollwert, weicht der Istwert ab, steuert ein Stellglied gegen, bis der Sollwert wieder erreicht ist. Nach diesem Muster laufen etwa die Schilddrüsen- und die Blutzuckerregelung. Regulation ist damit kein Einbahn-Befehl, sondern ein rückgekoppelter Kreislauf — der Regelkreis als Basiskonzept.

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Was ist die zentrale Steuerungseinheit des Hormonsystems?

  • â—Ź Der Hypothalamus
  • â—‹ Die SchilddrĂĽse
  • â—‹ Die Nebenniere
  • â—‹ Die BauchspeicheldrĂĽse
Der Hypothalamus ist die ĂĽbergeordnete Schaltstelle zwischen Nervensystem und Hormonsystem. Er steuert die Hypophyse durch Releasing- und Inhibiting-Hormone und verbindet so neuronale mit hormoneller Regulation.
Wahr / Falsch #2 15s â–¶ Testen

Hormone wirken nur auf Zellen, die spezifische Rezeptoren fĂĽr das jeweilige Hormon besitzen.

âś“ Wahr
Richtig. Das Schlüssel-Schloss-Prinzip gilt für Hormone: Nur Zielzellen mit passenden Rezeptoren reagieren auf ein bestimmtes Hormon. Dadurch wirken Hormone spezifisch, obwohl sie über das Blut im gesamten Körper verteilt werden.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

Welches Hormon senkt den Blutzuckerspiegel?

  • â—Ź Insulin
  • â—‹ Glucagon
  • â—‹ Adrenalin
  • â—‹ Cortisol
Insulin wird von den B-Zellen der Langerhans-Inseln im Pankreas produziert. Es fördert die Aufnahme von Glucose in Muskel- und Fettzellen und die Glycogensynthese in der Leber, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt.
Sortieren #4 25s â–¶ Testen

Ordne die Ebenen der hormonellen Steuerung hierarchisch von oben nach unten.

âś“ Antwort: Hypothalamus, Hypophyse, Periphere HormondrĂĽse, Zielorgan
Die Hypothalamus-Hypophysen-Achse bildet eine hierarchische Kaskade: Der Hypothalamus steuert die Hypophyse, diese stimuliert periphere DrĂĽsen (z. B. SchilddrĂĽse), deren Hormone auf Zielorgane wirken.
Wahr / Falsch #5 15s â–¶ Testen

Adrenalin und Noradrenalin werden in der Nebennierenrinde produziert.

âś“ Falsch
Falsch. Adrenalin und Noradrenalin werden im Nebennierenmark gebildet. Die Nebennierenrinde produziert Steroidhormone wie Cortisol (Glucocorticoide), Aldosteron (Mineralocorticoide) und geringe Mengen Sexualhormone.
Multiple Choice #6 15s â–¶ Testen

Welches Hormon ist der Gegenspieler von Insulin?

  • â—Ź Glucagon
  • â—‹ Cortisol
  • â—‹ Thyroxin
  • â—‹ Aldosteron
Glucagon wird von den A-Zellen der Langerhans-Inseln produziert und erhöht den Blutzucker, indem es den Glycogenabbau in der Leber fördert. Insulin und Glucagon bilden ein antagonistisches Hormonsystem zur Blutzuckerregulation.
Multiple Choice #7 20s â–¶ Testen

Welche HormondrĂĽse produziert Cortisol?

  • â—Ź Die Nebennierenrinde
  • â—‹ Das Nebennierenmark
  • â—‹ Die SchilddrĂĽse
  • â—‹ Die Hypophyse
Cortisol ist ein Glucocorticoid aus der Nebennierenrinde. Es wird bei Stress freigesetzt, erhöht den Blutzucker, wirkt entzündungshemmend und wird über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (CRH → ACTH → Cortisol) reguliert.
Zahleneingabe #8 15s â–¶ Testen

Der normale NĂĽchtern-Blutzuckerwert liegt bei etwa wie viel mg/dl?

âś“ Antwort: 90
Der normale Nüchtern-Blutzucker liegt bei ca. 70–100 mg/dl (Mittelwert ca. 90 mg/dl). Werte über 126 mg/dl nüchtern gelten als Hinweis auf Diabetes mellitus.
Wahr / Falsch #9 15s â–¶ Testen

Bei Diabetes mellitus Typ 1 produziert die BauchspeicheldrĂĽse zu viel Insulin.

âś“ Falsch
Falsch. Bei Typ-1-Diabetes werden die insulinproduzierenden B-Zellen durch eine Autoimmunreaktion zerstört, sodass kein oder kaum Insulin produziert wird. Bei Typ-2-Diabetes liegt eine Insulinresistenz der Zielzellen vor.
Mittel
LĂĽckentext #1 20s â–¶ Testen

Hormone, die von der Hypophyse ausgeschĂĽttet werden und andere HormondrĂĽsen zur Hormonproduktion anregen, nennt man ___ Hormone.

âś“ Antwort: glandotrope
Glandotrope Hormone (z. B. TSH, ACTH, FSH, LH) werden vom Hypophysenvorderlappen freigesetzt und stimulieren periphere HormondrĂĽsen wie SchilddrĂĽse, Nebenniere oder Gonaden zur Hormonproduktion.
LĂĽckentext #2 20s â–¶ Testen

Bei einer negativen RĂĽckkopplung hemmt das Endhormon die Freisetzung von ___ und ĂĽbergeordneten Hormonen.

âś“ Antwort: Releasing-Hormonen
Negative RĂĽckkopplung (negatives Feedback) ist das wichtigste Regulationsprinzip im Hormonsystem: Ein hohes Endhormon-Niveau hemmt den Hypothalamus (weniger Releasing-Hormon) und die Hypophyse, wodurch die Hormonproduktion gedrosselt wird.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Welche Aussage zur SchilddrĂĽse ist korrekt?

  • â—Ź Sie produziert Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die den Grundumsatz steigern
  • â—‹ Sie produziert Insulin zur Blutzuckerregulation
  • â—‹ Sie wird direkt vom Hypothalamus ohne Beteiligung der Hypophyse gesteuert
  • â—‹ Sie bildet ausschlieĂźlich Calcitonin
Die Schilddrüse bildet T3 und T4, die den Energiestoffwechsel, die Wärmeproduktion und das Wachstum fördern. Die Steuerung erfolgt über die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse (TRH → TSH → T3/T4).
Zahleneingabe #4 15s â–¶ Testen

Wie viele Haupttypen von Hormonen unterscheidet man nach ihrer chemischen Struktur?

âś“ Antwort: 3
Man unterscheidet drei Hauptgruppen: Peptidhormone (z. B. Insulin, ADH), Steroidhormone (z. B. Cortisol, Östrogen – abgeleitet vom Cholesterin) und Aminosäurederivate (z. B. Adrenalin, Thyroxin).
Sortieren #5 30s â–¶ Testen

Ordne die Schritte des Regelkreises der Blutzuckerregulation bei hohem Blutzucker.

✓ Antwort: Nahrungsaufnahme erhöht den Blutzucker, B-Zellen des Pankreas registrieren den Anstieg, Insulin wird ins Blut abgegeben, Zellen nehmen Glucose auf, Leber bildet Glycogen, Blutzuckerspiegel sinkt auf Normalwert
Dies ist ein klassischer Regelkreis mit negativer Rückkopplung: Sollwert-Abweichung → Messfühler (B-Zellen) → Stellglied (Insulin) → Wirkung auf Zielorgane → Rückkehr zum Sollwert.
LĂĽckentext #6 20s â–¶ Testen

Steroidhormone können die Zellmembran durchdringen und binden an ___ Rezeptoren im Zellinneren.

✓ Antwort: intrazelluläre
Steroidhormone sind lipophil und durchdringen die Zellmembran. Sie binden an intrazelluläre Rezeptoren (oft im Zellkern), die als Transkriptionsfaktoren wirken und die Genexpression beeinflussen. Peptidhormone dagegen binden an Membranrezeptoren.
Sortieren #7 25s â–¶ Testen

Ordne die Schritte der Hypothalamus-Hypophysen-SchilddrĂĽsen-Achse.

âś“ Antwort: Hypothalamus schĂĽttet TRH aus, Hypophyse schĂĽttet TSH aus, SchilddrĂĽse produziert T3 und T4, T3/T4 hemmen Hypothalamus und Hypophyse (negatives Feedback)
Die thyreotrope Achse zeigt das typische Muster einer endokrinen Regelachse: übergeordnete Steuerung (TRH → TSH) → Effektordrüse (Schilddrüse) → negative Rückkopplung durch die Endhormone.
LĂĽckentext #8 20s â–¶ Testen

Das Hormon ___ wird im Hypophysenhinterlappen gespeichert und fördert die Wasserrückresorption in den Nieren.

âś“ Antwort: ADH
ADH (Antidiuretisches Hormon, auch Vasopressin) wird im Hypothalamus gebildet und im Hypophysenhinterlappen gespeichert. Es steigert die WasserrĂĽckresorption in den Sammelrohren der Niere und reguliert so den Wasserhaushalt.
Schwer
Wahr / Falsch #1 20s â–¶ Testen

Peptidhormone wirken in der Regel schneller als Steroidhormone, da sie über Second-Messenger-Systeme Signalkaskaden auslösen.

âś“ Wahr
Richtig. Peptidhormone binden an Membranrezeptoren und aktivieren intrazelluläre Signalkaskaden (z. B. cAMP als Second Messenger), was innerhalb von Sekunden bis Minuten wirkt. Steroidhormone verändern die Genexpression, was Stunden bis Tage dauern kann.
Zahleneingabe #2 20s â–¶ Testen

Wie viele Hormone produziert der Hypophysenvorderlappen (HVL) hauptsächlich?

âś“ Antwort: 6
Der HVL produziert sechs wichtige Hormone: Wachstumshormon (STH/GH), Prolaktin (PRL), TSH, ACTH, FSH und LH. Der Hypophysenhinterlappen speichert und gibt Oxytocin und ADH ab, die im Hypothalamus gebildet werden.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Was versteht man unter einer positiven RĂĽckkopplung im Hormonsystem?

  • â—Ź Das Endhormon verstärkt die eigene Freisetzung, z. B. Oxytocin bei der Geburt
  • â—‹ Das Endhormon hemmt den Hypothalamus
  • â—‹ Zwei Hormone wirken antagonistisch
  • â—‹ Die Hormonkonzentration bleibt konstant
Positive Rückkopplung ist selten im Hormonsystem. Ein Beispiel ist die Oxytocin-Ausschüttung bei der Geburt: Wehenkontraktionen → Oxytocin → stärkere Kontraktionen → mehr Oxytocin, bis das Kind geboren ist.