Wohin die zehn Gramm Wachs gehen
Where the Ten Grams of Wax Go
Die Bilanz des Teelichts: Wachs und Sauerstoff werden verbraucht, Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf entstehen, beide Seiten gleich schwer. Die Kinder verbrennen das Wachs gramm-weise und sehen, dass aus 10 g Wachs 31 g Kohlenstoffdioxid und 13 g Wasser werden, weil fast 35 g Sauerstoff aus der Luft mitreagieren. Die beiden Nachweise (kaltes Glas beschlägt, Kalkwasser trübt sich) machen die unsichtbaren Produkte sichtbar. Das Topic räumt „Gase wiegen nichts" ab und bereitet die Reaktionsgleichung und die Stoffmengenrechnung vor, die dieselbe Bilanz mit Atomen und Mol schreiben.
Wenn im Kolben keine Masse verschwindet, verschwindet sie auch über dem
Teelicht nicht. Die zehn Gramm
Was dabei entsteht, lässt sich mit zwei Handgriffen zeigen. Hält man ein
kaltes, trockenes Glas kurz über die Flamme, beschlägt es innen: Aus
dem Wachs entsteht
Die beiden Säulen sind immer gleich hoch, das ist die Erhaltung der Masse. Überraschend ist, wie hoch sie werden. Zehn Gramm Wachs ziehen fast 35 g Sauerstoff aus der Luft an sich, das ist der Sauerstoff aus etwa 120 Litern Zimmerluft. Heraus kommen 31 g Kohlenstoffdioxid und 13 g Wasserdampf: mehr als viermal so viel Masse, wie in der Schale lag. Das Teelicht ist nicht verschwunden, es ist zum größten Teil in einem Stoff gelandet, den man nicht sieht und nicht riecht.
Die Zahlen beruhen auf Paraffin, vereinfacht als lauter gleiche Moleküle mit 25 Kohlenstoffatomen; echtes Paraffin ist ein Gemisch, aber das ändert die Bilanz um weniger als ein Prozent. Ein Teelicht aus Stearin braucht etwas weniger Sauerstoff aus der Luft, weil es selbst schon welchen mitbringt; beide Säulen bleiben trotzdem gleich hoch. Und die Rechnung nimmt an, dass alles vollständig verbrennt. Rußt die Flamme, bleibt ein Teil des Kohlenstoffs als schwarzer Belag zurück, und an der Bilanz ändert das nichts: Auch der Ruß ist dann noch im Zimmer.
Lavoisier konnte nur wiegen. Warum die Masse erhalten bleibt, erklärte dreißig Jahre später John Dalton: Bei einer Reaktion werden die kleinsten Teilchen, die Atome, nicht zerstört und nicht neu gemacht, sondern nur neu zusammengesetzt. Das Kohlenstoffatom aus dem Wachs steckt danach im Kohlenstoffdioxid. Diese Buchführung mit Atomen statt Gramm ist die Reaktionsgleichung, und dort geht es weiter. Und wer wissen will, woher das Holz im Lagerfeuer seinen Kohlenstoff überhaupt hatte, findet die Antwort in der Biologie: aus genau diesem Kohlenstoffdioxid in der Luft.
Ein kaltes Glas über einer Kerzenflamme beschlägt innen. Was schlägt sich nieder?
Mit welchem Nachweis zeigt man, dass beim Verbrennen von Wachs Kohlenstoffdioxid entsteht?
Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf haben keine Masse, weil man sie nicht sieht.
Aus 1 g Wachs entstehen beim Verbrennen etwa 3,1 g Kohlenstoffdioxid. Wie viel Kohlenstoffdioxid entsteht aus einer Kerze mit 40 g Wachs?
Bei einer Verbrennung reagieren 6 g Wachs mit 21 g Sauerstoff. Wie viel wiegen alle entstehenden Gase zusammen?
Wenn eine Kerze rußt, geht ein Teil des Kohlenstoffs als Ruß verloren und die Masse bleibt nicht erhalten.