Sprachphilosophie und Sprachreflexion
Philosophy of Language and Language Reflection
Sprache bildet die Welt nicht eins zu eins ab. Wörter sind Zeichen: Ihre Verbindung zu den Dingen ist gesetzt, nicht natürlich (dasselbe Tier heißt Hund, dog, chien), und jede Benennung wählt eine Perspektive — „Freiheitskämpfer" und „Terrorist" können dieselbe Person meinen. Damit steht die naive Abbildtheorie infrage: Sprache beschreibt Wirklichkeit nicht nur, sie gliedert und formt, was wir überhaupt denken können. Das Verhältnis von Sprache, Denken und Wirklichkeit ist die Kernfrage der Sprachphilosophie.
Voraussetzungen (2)
Die naive "Abbildtheorie" nimmt an, jedes Wort bilde genau ein Ding der Welt ab. Welche Beobachtung widerspricht dieser Annahme?
Welches Beispiel zeigt am besten, dass Sprache Wirklichkeit nicht nur beschreibt, sondern aktiv mitgestaltet (politisches Framing)?
Welche dieser Fragen ist eine sprachphilosophische Frage und keine rein grammatische?
Welcher Befund illustriert die Arbitrarität des sprachlichen Zeichens nach Ferdinand de Saussure?
Die Beobachtung, dass verschiedene Sprachen die Farbpalette unterschiedlich in Wörter aufteilen, stützt die These, dass Sprache die Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern mitgliedert.
Die These, dass die Struktur unserer Sprache unser Denken und unsere Weltsicht beeinflusst, ist als sprachliches ___ (nach Sapir und Whorf) bekannt.
Die spätere Sprachphilosophie Ludwig Wittgensteins fasst die Bedeutung eines Wortes als seinen Gebrauch in der Sprache ("Bedeutung als Gebrauch") auf – im Gegensatz zur Abbildtheorie seines Frühwerks.
Dass Deutsch „Geschwister" hat, Englisch aber kein gleich alltägliches Wort dafür, beweist, dass Englischsprachige Geschwister nicht als Gruppe denken können.