Berliner und MĂĽnchener Modell
The Berlin and Munich models
Zwei etablierte Eingewöhnungsmodelle prägen die Praxis: das Berliner mit fünf Phasen und einem frühen ersten Trennungsversuch, dessen Reaktion das weitere Tempo bestimmt, und das Münchener mit längerem gemeinsamem Ankommen in der ganzen Gruppe vor der ersten Trennung. Beide setzen auf Behutsamkeit und Begleitung. Ein starker Beleg, dass eines dem anderen überlegen ist, existiert nicht.
Deine Krippe arbeitet vermutlich nach einem von zwei Modellen. Das Berliner Modell (Laewen, Andres & Hédervari-Heller, INFANS) ist das verbreitetste und läuft in fünf Phasen: ein Informationsgespräch; dann eine Grundphase von etwa drei Tagen, an denen du dabei und bewusst passiv bist, ohne jeden Trennungsversuch; dann — meist ab Tag vier — der erste Trennungsversuch: Du gehst wenige Minuten, und wie dein Kind reagiert, setzt das Tempo. Danach folgen die Stabilisierung (die Erzieher:in übernimmt Schritt für Schritt die Pflege) und der Abschluss (du bist außer Haus, aber erreichbar). Insgesamt oft zwei bis vier Wochen.
Das Münchener Modell setzt andere Schwerpunkte: Es lässt das Kind über eine längere Kennenlernphase in die ganze Gruppe hineinwachsen — Kinder, Räume, Abläufe — und verlangt keine einzelne Bezugserzieher:in; dein Kind darf zu mehreren Personen Vertrauen fassen. Die erste Trennung kommt später, wenn das Kind selbst Bereitschaft zeigt, statt fest an Tag vier.
Welches ist besser? Ehrliche Antwort: Es gibt keine belastbare Studie, die das eine über das andere stellt. Beide sind erprobte Verfahren, keine gegeneinander getesteten Protokolle. Was zählt und was auch belegt ist, ist das Gemeinsame beider — begleitet und ohne Eile. Frag deine Krippe einfach, nach welchem Modell sie arbeitet; dann weißt du, was auf euch zukommt.