Gucken, weg, wieder da
Peekaboo and object permanence
Beim Guck-guck-Spiel übt das Baby Objektpermanenz: die Einsicht, dass Dinge und Menschen weiter existieren, auch wenn es sie gerade nicht sieht. Dass du hinter den Händen zuverlässig wieder auftauchst, macht aus dem Spiel zugleich eine Erfahrung von Verlässlichkeit.
Kaum ein Spiel ist so verlässlich lustig wie Guck-guck: Du hältst dir die Hände vors Gesicht — weg — und nimmst sie wieder herunter — da! Für dich ist das banal. Für dein Baby ist es eine kleine Sensation. Denn es übt gerade eine große Idee: Dass Dinge und Menschen weiter existieren, auch wenn man sie nicht sieht. Fachleute nennen das Objektpermanenz.
Für ein kleines Baby ist „aus den Augen" zunächst wirklich „aus dem Sinn" — deshalb ist die Rückkehr des Gesichts jedes Mal aufs Neue eine freudige Überraschung. Mit den Monaten begreift es: Es kommt ja wieder. Genau dieses Wissen baut das Guck-guck spielerisch auf, in winzigen, sicheren Portionen. Du musst nichts erklären — spiel einfach mit, so oft dein Baby lacht.
Und es steckt mehr darin als ein kognitiver Trick. Das verlässliche Wiederkommen — weg, aber gleich zurück — ist im Kleinen dieselbe Erfahrung, die auch das Vertrauen trägt: Wenn du aus dem Zimmer gehst, bist du nicht für immer weg. Guck-guck ist eine erste, fröhliche Übung in genau dieser Zuversicht.