Ich mache etwas — es passiert etwas

I do something — something happens

EntwicklungSpielEvidenz

Um den Aufbau von Ursache und Wirkung geht es, wenn ein Baby mit sichtlicher Freude entdeckt, dass sein eigenes Tun etwas bewirkt: Rassel schütteln macht Lärm, den Löffel fallen lassen bringt ihn immer wieder herunter — daher die endlose Wiederholung. Jede Wiederholung ist ein kleines Experiment, keine Trotzhandlung. Die stärkste „Wirkung", die verlässlich zurückantwortet, bist du.

Irgendwann passiert etwas Großes — und es sieht winzig aus: Dein Baby schlägt an die Rassel, und es klingt. Es lässt den Löffel fallen, und er fällt. Und dann macht es genau das noch einmal. Und noch einmal. Was wie stures Wiederholen wirkt, ist die vielleicht wichtigste Entdeckung dieser Monate: „Ich tue etwas — und dann passiert etwas."

1 ich tue etwas 2 es passiert etwas
Handeln, Wirkung, noch einmal: Die Wiederholung ist kein Nerven, sondern das Prüfen einer Regel — „Passiert es wirklich jedes Mal?"

Diese Freude an der Kontingenz — mein Tun führt verlässlich zu einer Folge — ist ein Motor des Lernens. Deshalb ist die Wiederholung kein Ärgernis, sondern die Sache selbst: Dein Baby testet, ob die Welt zuverlässig ist. Du musst nichts „beibringen". Es reicht, einfache Dinge anzubieten, die deutlich antworten: eine Rassel, ein Becher, der scheppert, ein Deckel, der klappert.

Die stärkste „Wirkung" der Welt ist allerdings keine Rassel — sie bist du. Kein Spielzeug reagiert so reich zurĂĽck wie ein Mensch: Dein Baby lacht, du lachst zurĂĽck; es brabbelt, du antwortest. Genau dieses verlässliche Hin und Her erwarten Babys von Anfang an — und reagieren sichtbar verstört, wenn ein Gesicht plötzlich erstarrt und nicht mehr mitspielt (Tronick u. a., 1978). Das ist die gute Nachricht: Der beste „Lernstoff" ist gratis und schon im Raum.

Keine Aufgaben fĂĽr dieses Thema.