Vorläufer der Schrift

Precursors of literacy

EntwicklungSprache

Lesen ruht auf drei Vorläufern, die alle wie Spiel aussehen: phonologische Bewusstheit — zu hören, dass sich „Haus" und „Maus" reimen und „Ball" wie „Banane" anfängt —, Print-Bewusstheit (Schrift läuft von links nach rechts, die Zeichen bedeuten etwas) und schlicht reiche mündliche Sprache. Das eigentliche Lesenlernen — Buchstaben zu Lauten — ist ein eigenes Handwerk und gehört ins separate Lg0-Programm, nicht auf Karteikärtchen. Die Formel des Fachverbands NAEYC lautet: beschreiben, nicht drillen.

Bevor ein Kind liest, baut es leise die Bausteine dafür — und die besten davon sehen aus wie Spiel. Die Forschung (National Early Literacy Panel, 2008) hat ein paar Vorläufer herausgefiltert, die später das Lesen tragen: allen voran die phonologische Bewusstheit — das Hören, dass Wörter aus Klängen bestehen: dass sich „Haus" und „Maus" reimen, dass „Ball" mit demselben Laut anfängt wie „Banane".

Haus Maus gleicher Klang: -aus
Ein Reim-Spiel macht hörbar, dass Wörter aus Klängen gebaut sind — die Endung „-aus" ist bei Haus und Maus dieselbe. Genau dieses Hören öffnet später die Tür zum Lesen.

Dazu kommen zwei weitere: die Print-Bewusstheit — dass Schrift von links nach rechts läuft, dass die schwarzen Zeichen etwas bedeuten, dass ein Buch vorne anfängt — und schlicht reiche mündliche Sprache, also viele Wörter, viele Geschichten, viele Gespräche. All das baust du beiläufig auf: beim Reimen im Auto, beim Zeigen auf das Straßenschild, beim Quatsch-mit-Lauten-Spielen.

Wichtig ist, was du nicht tust. Das eigentliche Lesenlernen — Buchstaben zu Lauten, Laute zu Wörtern — ist ein eigenes Handwerk und gehört ins Lg0-Leseprogramm (und in die Schule ab sechs), nicht auf Karteikärtchen am Küchentisch. Der Fachverband NAEYC bringt es auf die Formel: beschreiben, nicht drillen. Kein Vorschul-Drill, kein Wettlauf. Du baust den Boden; das Lesen wächst später darauf.

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