Dialogisches Vorlesen
Dialogic reading
Beim dialogischen Vorlesen wird das Kind zum Mit-ErzĂ€hler und der Erwachsene zum fragenden Zuhörer: offene âWarum"- und âWas-glaubst-du"-Fragen statt Ja/Nein, die Antwort aufgreifen, mit einem Wort mehr ausbauen. Es ist die am besten belegte Sprachpraxis fĂŒr dieses Alter â es vergröĂert den aktiven Wortschatz messbar (Mol & Bus, 2008, d â 0,59; RCT-Meta-Analyse Dowdall u. a., 2020, d â 0,41). Der Effekt ist bei jĂŒngeren Kindern am stĂ€rksten und schrumpft mit dem Alter; kein Wundermittel, aber es kostet nichts auĂer ein paar Fragen mehr.
Vorlesen hilft â aber wie du vorliest, macht den Unterschied. Der reine Vorleser sagt alle Worte selbst. Beim dialogischen Vorlesen drehst du das um: Das Kind wird zum Mit-ErzĂ€hler, du wirst zum Zuhörer, der nachfragt. Statt das Buch abzuspulen, hĂ€ltst du inne und fragst: âWas glaubst du, warum ist der Hase jetzt so traurig?"
Zwei einfache Merkhilfen fassen die Technik: Fragen â Loben â Ausbauen â Wiederholen (auf ein Kind eingehen, seine Antwort aufgreifen, mit einem Wort mehr zurĂŒckgeben, es noch einmal sagen lassen). Und die guten Fragen sind offene Fragen â âwas", âwarum", âwas glaubst du" â statt Ja/Nein. So kommt das Kind ins ErzĂ€hlen, nicht du.
Der Nutzen ist gut belegt: Dialogisches Vorlesen vergröĂert den aktiven Wortschatz (Mol & Bus, 2008, d â 0,59; RCT-Meta-Analyse Dowdall u. a., 2020, d â 0,41). Ehrlich dabei: Der Effekt ist bei jĂŒngeren Kindern am stĂ€rksten und wird mit dem Alter kleiner. Kein Wundermittel â aber die am besten belegte Sprachpraxis fĂŒr dieses Alter, und sie kostet nichts auĂer ein paar Fragen mehr.