Die Wortschatz-Explosion
The vocabulary spurt
Das erste echte Wort fällt meist um den ersten Geburtstag, ab etwa achtzehn Monaten geht das Benennen oft steil bergauf — ein „Schub", der aber keinen umgelegten Schalter braucht, sondern von selbst herausfällt, wenn viele Wörter parallel gelernt werden (McMurray, 2007). Entscheidend ist die riesige normale Bandbreite: Mit zwei Jahren kann ein gesundes Kind unter 100 oder über 500 Wörter haben, und Mädchen liegen im Schnitt nur ein bis zwei Prozent vorn. Verstehen kommt vor Sprechen, und die meisten späten Sprecher holen von allein auf.
Die meisten Kinder sagen ihr erstes echtes Wort um den ersten Geburtstag herum, und ab etwa achtzehn Monaten geht es beim Benennen oft steil bergauf — Kinder saugen dann täglich neue Wörter auf. Das fühlt sich an wie eine Explosion. In Wahrheit braucht es dafür keinen Schalter, der umlegt: Der Schub fällt von selbst heraus, wenn ein Kind viele verschieden schwere Wörter parallel lernt (McMurray, 2007). Manche Kinder wachsen darum ganz gleichmäßig statt sprunghaft — auch das ist normal.
Genau diese Bandbreite ist die eigentliche Botschaft. Die großen Normstudien zeigen ab rund zwölf Monaten einen enormen Abstand zwischen den langsamsten und schnellsten Kindern; Mädchen liegen im Schnitt leicht vorn, aber das erklärt nur ein bis zwei Prozent der Unterschiede (Fenson u. a., 1994; Frank u. a., 2017). Verstehen kommt außerdem vor Sprechen: Dein Kind versteht viel mehr, als es sagt. Und viele späte Sprecher holen von allein auf.
Das heißt nicht, jede Verzögerung sei egal. Wenn dein Kind mit zwei Jahren kaum Wörter nutzt, nicht zeigt oder auf seinen Namen nicht reagiert, ist das ein guter Anlass, das bei der Kinderärztin oder in der Frühförderung ansprechen — nicht zum Erschrecken, sondern um früh hinzuschauen.