Wie andere leben — und was hilft

How others live — and what helps

Ethik Klasse 4 15 Aufgaben
EthikHilfePerspektivwechselSozial-bürgerliches LebenWertschätzung

Elifs Familie hat gerade wenig Geld, Ben wohnt seit der Trennung der Eltern abwechselnd bei Mama und Papa, Herr Wagner von nebenan ist 88 und kann schlecht laufen, Mila lernt noch Deutsch. Die Kinder stellen sich vor, was eine solche Lage im Alltag bedeutet (ein teurer Ausflug ist schwer zu bezahlen; die Sachen müssen jede Woche mit) — und grenzen das von Vorurteilen ab („selbst schuld“, „der ist bestimmt gefährlich“). Dann wählen sie eine Hilfe, die passt: zuerst fragen, niemanden vor anderen bloßstellen, nicht einfach alles abnehmen — und nur so viel, wie ein Kind wirklich schaffen kann. Hoffman (2000, *Empathy and Moral Development*) beschreibt, wie sich Mitgefühl erst in der späteren Kindheit über die Situation hinaus auf die Lebensumstände eines Menschen richtet; Selman (1980, *The Growth of Interpersonal Understanding*) beschreibt die Perspektivübernahme, die dafür nötig ist; Eisenberg (1986, *Altruistic Emotion, Cognition, and Behavior*) zeigt, wie Grundschulkinder beim Helfen zunehmend die Bedürfnisse des anderen statt des eigenen Vorteils abwägen; und Fisher, Nadler und Whitcher-Alagna (1982, Psychological Bulletin 91, 27–54) zeigen, dass Hilfe, die bloßstellt oder bevormundet, den Empfänger kränken kann. Ob und wie viel man helfen *muss*, bleibt offen und wird begründet (Martens 1999). LehrplanPLUS GS Ethik 3/4, 2.1 Am Leben der anderen Anteil nehmen (Lebenssituationen wahrnehmen und sich vorstellen, was sie bedeuten; Unterstützungsmöglichkeiten finden, Grenzen der Unterstützung). Bereitet vor: `hsu.grade3.kinderrechte` (Anspruch aller Kinder auf gute Lebensbedingungen) und `ethik.gs.engagierte-menschen`.

Leicht
Multiple Choice #1 12s â–¶ Testen

Elifs Familie hat gerade wenig Geld. Was könnte das für Elif im Alltag bedeuten?

  • â—Ź Ein teurer Ausflug ist fĂĽr die Familie schwer zu bezahlen
  • â—‹ Elif ist selbst schuld daran
  • â—‹ Elif mag keine AusflĂĽge
Wenig Geld zeigt sich im Alltag, zum Beispiel bei AusflĂĽgen. Ein Kind hat keine Schuld daran, wie viel die Familie verdient.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Bens Eltern haben sich getrennt. Ben wohnt eine Woche bei Mama, eine Woche bei Papa. Was könnte das für Ben im Alltag bedeuten?

  • â—Ź Er packt jede Woche seine Sachen fĂĽr die andere Wohnung
  • â—‹ Er hat jetzt keine Familie mehr
  • â—‹ Er ist schuld an der Trennung
Ben hat weiter Mama und Papa — nur an zwei Orten. Kinder sind nie schuld daran, dass Eltern sich trennen.
Multiple Choice #3 12s â–¶ Testen

Herr Wagner von nebenan ist 88 Jahre alt und kann nur noch schlecht laufen. Was könnte das für ihn im Alltag bedeuten?

  • â—Ź Einkaufen und Treppensteigen fallen ihm schwer
  • â—‹ Er möchte mit niemandem mehr reden
  • â—‹ Er braucht keine Hilfe, weil er erwachsen ist
Wer schlecht laufen kann, merkt das bei Wegen und Treppen. Ob er Gesellschaft möchte, weiß man erst, wenn man ihn kennt.
Multiple Choice #4 12s â–¶ Testen

Mila ist mit ihrer Familie aus einem anderen Land gekommen und lernt noch Deutsch. Was könnte das für Mila im Alltag bedeuten?

  • â—Ź Im Unterricht versteht sie vieles noch nicht
  • â—‹ Sie ist weniger klug als die anderen
  • â—‹ Sie will keine Freunde finden
Eine neue Sprache macht vieles schwer zu verstehen. Mit Klugheit hat das nichts zu tun — Mila kann ja schon eine andere Sprache.
Multiple Choice #5 12s â–¶ Testen

Jonas ist neu in der Klasse und steht in der Pause allein. Welche Hilfe passt?

  • â—Ź Jonas fragen, ob er mitspielen möchte
  • â—‹ Der Klasse sagen, dass Jonas keine Freunde hat
  • â—‹ Jonas einfach an der Hand mitziehen
Fragen lässt Jonas selbst entscheiden. Bloßstellen kränkt ihn, und Mitziehen nimmt ihm die Wahl.
Multiple Choice #6 12s â–¶ Testen

Herr Wagner schleppt schwere Einkaufstaschen zur HaustĂĽr. Welche Hilfe passt?

  • â—Ź Fragen, ob du eine Tasche tragen sollst
  • â—‹ Ihm die Taschen wortlos aus der Hand nehmen
  • â—‹ Rufen: „Sie sind ja viel zu alt dafĂĽr!“
Wer fragt, lässt Herrn Wagner selbst entscheiden. Wortlos abnehmen bevormundet ihn, und laut auf sein Alter zeigen kränkt ihn.
Multiple Choice #7 12s â–¶ Testen

Im vollen Bus steigt eine Frau mit KrĂĽcken ein. Welche Hilfe passt?

  • â—Ź Ihr deinen Sitzplatz anbieten
  • â—‹ Laut auf sie zeigen und rufen, dass jemand aufstehen soll
  • â—‹ Sie am Arm zu einem Platz ziehen
Anbieten lässt der Frau die Wahl. Zeigen stellt sie vor allen bloß, und am Arm ziehen kann sie sogar aus dem Gleichgewicht bringen.
Wahr / Falsch #8 15s â–¶ Testen

Jonas ist neun. Er trägt für die Nachbarin allein drei volle Getränkekisten in den vierten Stock. Diese Hilfe passt zu dem, was ein Neunjähriger schaffen kann.

âś“ Falsch
Nein. Volle Kisten sind für ein Kind zu schwer. Hilfe hat Grenzen — Jonas könnte eine leichte Tasche tragen oder einen Erwachsenen fragen.
Wahr / Falsch #9 12s â–¶ Testen

Die Klasse sammelt gut erhaltene Kinderbücher für eine Unterkunft, in der geflüchtete Familien wohnen. Das ist eine Hilfe, die Kinder schaffen können.

âś“ Wahr
Ja. BĂĽcher sammeln liegt in dem, was eine Klasse leisten kann, und hilft den Kindern dort direkt.
Mittel
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Vor dem Supermarkt sitzt jeden Tag ein Mann mit Schlafsack und Rucksack. Was könnte das für ihn im Alltag bedeuten?

  • â—Ź Er hat vielleicht keine Wohnung, in der er schlafen kann
  • â—‹ Er ist bestimmt gefährlich
  • â—‹ Er sitzt dort nur, weil es ihm gefällt
Ein Schlafsack draußen kann heißen, dass jemand keine Wohnung hat. „Gefährlich“ ist ein Vorurteil, das man nicht sehen kann.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Mila versteht die Matheaufgabe nicht, weil ihr Deutsch noch neu ist. Welche Hilfe passt?

  • â—Ź Ihr die Aufgabe leise mit einfachen Worten erklären
  • â—‹ Die Aufgabe fĂĽr sie ausrechnen und hinschreiben
  • â—‹ Laut sagen: „Mila versteht ja sowieso nichts!“
Erklären hilft Mila, es selbst zu schaffen. Für sie rechnen nimmt ihr das Lernen ab, und laut reden stellt sie bloß.
Wahr / Falsch #3 15s â–¶ Testen

Ben möchte dem Mann vor dem Supermarkt helfen. Eine Wohnung kann Ben ihm nicht besorgen. Also kann Ben gar nichts tun.

âś“ Falsch
Nein. Ben kann ihn freundlich grĂĽĂźen oder mit seiner Familie ĂĽberlegen, wie sie helfen. Die Grenzen der Hilfe heiĂźen nicht, dass gar nichts geht.
LĂĽckentext #4 12s â–¶ Testen

Lea überlegt: „Wie wäre es für mich, wenn ich jede Woche die Wohnung wechseln müsste?“ Lea macht einen ___.

âś“ Antwort: Perspektivwechsel
Perspektivwechsel — Lea versetzt sich in Bens Lage, um zu verstehen, was sie für ihn bedeutet.
KI-bewertete Frage #5 120s â–¶ Testen

Denk an einen Menschen in deiner Umgebung, dem etwas schwerfällt (nenne keinen Namen). Wie könntest du helfen? Und wie findest du heraus, ob er diese Hilfe überhaupt möchte?

✓ Antwort: Eine ältere Frau in unserem Haus kommt schwer die Treppe hoch. Ich könnte ihr die Post mit hochbringen. Ich würde sie vorher fragen, ob ihr das recht ist, weil sie vielleicht lieber selbst geht.
KI-bewertete Frage #6 130s â–¶ Testen

Ole sagt: „Wer Hilfe braucht, soll sie sich selbst holen. Ich muss niemandem helfen.“ Was meinst du dazu? Begründe.

✓ Antwort: Manche trauen sich nicht zu fragen, zum Beispiel ein neues Kind. Darum finde ich, man sollte manchmal selbst anbieten zu helfen. Ole hat aber recht, dass man niemandem Hilfe aufdrängen sollte.