Trösten — was wirklich hilft
Comforting — what really helps
Ben hat beim Wettlauf verloren und weint. „Ist doch nicht schlimm“, „Komm, wir holen ein Eis“ und „Du bist enttäuscht, du hast so viel geübt“ sind drei Arten zu reagieren — aber nur die letzte nimmt Bens Gefühl ernst. Die Kinder ordnen solche Antworten ein: Welche benennt das Gefühl und lässt es gelten, welche redet es klein, welche lenkt nur ab? Sie erkennen, dass auch eine Hand auf der Schulter, ein gemaltes Bild oder einfach Dableiben trösten kann, dass man nicht alles wieder gut machen muss, um zu trösten, und dass der Wunsch, kurz allein zu sein, zu achten ist. Burleson (1982, Child Development 53, 1578–1588) ordnete die Trostbotschaften von Kindern und Jugendlichen nach Stufen: Gefühle abstreiten oder kleinreden steht unten, Ablenken oder schnelle Ratschläge in der Mitte, das Gefühl ausdrücklich anerkennen und gelten lassen oben — und die höheren Stufen werden mit dem Alter häufiger. Zahn-Waxler, Radke-Yarrow, Wagner und Chapman (1992, Developmental Psychology 28, 126–136) zeigen, dass Kinder schon im zweiten Lebensjahr andere trösten wollen; was mit der Zeit wächst, ist das *Wie*. Wie man selbst am liebsten getröstet wird, ist verschieden und bleibt offen (Martens 1999). Dass die Kinder Trost im Alltag tatsächlich spenden, lässt sich nur in der Klasse beobachten. LehrplanPLUS GS Ethik 3/4, 3.3 Über Ursprung und Grenzen des Lebens nachdenken (Bedeutung des Trostes; Möglichkeiten, Trost zu spenden, durch Worte, Berührung und Gesten). Bereitet vor: `miteinander.grade5.was-zuschauer-bewirken` (dem Ausgegrenzten beistehen) und `self-knowledge.gefuehle.mit-mir-selbst-reden` (sich selbst gut zureden).
Ben hat beim Wettlauf verloren und weint. Welche Antwort nimmt Bens GefĂĽhl ernst?
Elifs beste Freundin zieht in eine andere Stadt. Elif ist sehr traurig. Welche Antwort nimmt Elifs GefĂĽhl ernst?
Ahmeds altes Kaninchen ist gestorben. Welche Antwort nimmt Ahmeds GefĂĽhl ernst?
Paul hat im Schullandheim am ersten Abend Heimweh. Welche Antwort nimmt Pauls GefĂĽhl ernst?
Elif ist auf dem Schulhof hingefallen, ihr Knie ist aufgeschĂĽrft. Welche Antwort nimmt Elifs GefĂĽhl ernst?
Mila setzt sich neben den traurigen Ben und legt ihm die Hand auf die Schulter, ohne etwas zu sagen. Auch das kann trösten.
Ole malt für seine traurige Freundin ein Bild und legt es ihr auf den Tisch. Auch das ist eine Art zu trösten.
Mila sitzt bei Ben, hört ihm zu und sagt: „Ich bin für dich da.“ Mila spendet Ben ___.
Lea wurde als Einzige nicht zum Geburtstag eingeladen. Welche Antwort nimmt Leas GefĂĽhl ernst?
Jonas’ Opa liegt im Krankenhaus, und Jonas macht sich Sorgen. Welche Antwort nimmt Jonas’ Gefühl ernst?
Ahmeds Kaninchen ist gestorben. Jonas kann es nicht wieder lebendig machen. Darum kann Jonas Ahmed nicht trösten.
Elif weint und sagt: „Lass mich bitte kurz allein.“ Lea bleibt trotzdem dicht bei ihr und umarmt sie. Lea achtet auf Elifs Wunsch.
Was hilft dir, wenn du traurig bist und jemand dich trösten will? Ist das wohl bei allen Menschen gleich?
Ahmed ist seit dem Morgen traurig, will aber nicht darüber reden. Sein Freund Ben möchte ihn trösten. Was sollte Ben tun? Begründe.