Unfaire Gründe — Diskriminierung erkennen

Unfair reasons — recognising discrimination

Ethik Klasse 4 16 Aufgaben
EthikDiskriminierungFairnessGerechtigkeitSozial-bĂĽrgerliches Leben

Nicht jedes Nein ist unfair: Wer beim Staffellauf die Schnellsten aufstellt, wählt nach einem Grund, der zur Sache gehört. Unfair wird es, wenn jemand wegen seiner Gruppe — Mädchen oder Junge, Herkunft, Religion, Behinderung, wie die Eltern Geld verdienen — schlechter behandelt wird, obwohl das mit der Sache nichts zu tun hat; das heißt Diskriminierung. Killen und Rutland (2011, *Children and Social Exclusion*) zeigen, dass Kinder solches Ausschließen im Allgemeinen ablehnen und es trotzdem hinnehmen, sobald es als Gruppenregel („Fußball ist halt Jungssache“) oder als Witz daherkommt; Brown und Bigler (2005, Child Development 76, 533–553) beschreiben, wie Kinder zwischen 5 und 10 lernen, eine Benachteiligung überhaupt als Diskriminierung zu erkennen. Geübt wird darum die Gründe-Probe an Szenen: Gehört der Grund zur Sache, oder nur zur Gruppe? Das Thema baut auf „Ein Kind ist nicht alle“ auf, ohne es zwingend vorauszusetzen, und mündet in die Kinderrechte (`hsu.grade3.kinderrechte`, gleiches Recht für alle Kinder) und später in Ethik 7, wo Vorurteile als Konfliktursache analysiert werden. Wie eine Gruppe fair auswählen *sollte*, bleibt offen und wird begründet (Martens 1999); geschlossen geprüft wird nur, ob ein Grund zur Sache oder zur Gruppe gehört. LehrplanPLUS GS Ethik 3/4, 2.1 Am Leben der anderen Anteil nehmen (gleiches Recht aller Kinder), 2.2 Individualität respektieren (Teamgeist vs. Ausgrenzung), 2.4 Mit Konflikten umgehen (prüfen, inwieweit eine Entscheidung gerecht ist).

Leicht
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Für den Staffellauf werden vier Kinder ausgewählt. Welcher Grund gehört zur Sache?

  • â—Ź Sie sind beim Probelauf am schnellsten gelaufen
  • â—‹ Sie sind alle Jungen
  • â—‹ Ihre Eltern sind im Sportverein
Bei einem Lauf zählt die Schnelligkeit — der Grund gehört zur Sache. Junge sein oder die Eltern sagen nichts darüber, wie schnell ein Kind läuft.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Für das Theaterstück wird jemand gesucht, der viel Text spricht. Welcher Grund gehört zur Sache?

  • â—Ź Nora kann sich lange Texte gut merken
  • â—‹ Nora ist Deutsche
  • â—‹ Nora hat die schönsten Kleider
Für eine Rolle mit viel Text zählt das Merken. Woher jemand kommt oder was er anzieht, hat damit nichts zu tun.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

Beim Schulchor darf nur mitsingen, wer zu den Proben kommt. Ahmed darf nicht mitsingen. Welcher Grund gehört zur Sache?

  • â—Ź Ahmed war bei keiner Probe
  • â—‹ Ahmed ist Muslim
  • â—‹ Ahmed spricht zu Hause Arabisch
Die Regel gilt fĂĽr alle: Wer nicht probt, singt nicht mit. Religion oder Familiensprache haben mit den Proben nichts zu tun.
Wahr / Falsch #4 18s â–¶ Testen

Die Klasse plant eine Wanderung. Weil Emil im Rollstuhl sitzt, sagt die Klasse: „Emil kann ja dann zu Hause bleiben.“ Emil wird wegen einer Gruppe, zu der er gehört, schlechter behandelt.

âś“ Wahr
Ja. Emil bleibt wegen des Rollstuhls daheim, nicht wegen etwas, das er getan hat. Das ist Diskriminierung, auch wenn niemand es böse meint — man könnte einen Weg suchen, den alle schaffen.
Wahr / Falsch #5 12s â–¶ Testen

In der Bücherei darf jedes Kind drei Bücher ausleihen, damit genug für alle da sind. Moritz’ Eltern sind reich, er darf auch nur drei. Der Grund für die Regel gehört zur Sache.

âś“ Wahr
Ja. Dieselbe Regel für alle, und der Grund — genug Bücher für alle — hat mit Ausleihen zu tun, nicht mit dem Geld der Eltern.
Wahr / Falsch #6 12s â–¶ Testen

Herr Kunz sagt: „Die Mädchen dürfen nicht an die Säge, das ist für Jungs.“ Das ist ein unfairer Grund.

âś“ Wahr
Ja. Ob jemand sicher sägen kann, lernt man — das hängt nicht daran, ob man Mädchen oder Junge ist.
Mittel
Multiple Choice #1 18s â–¶ Testen

Mila will in der Pause FuĂźball mitspielen. Welche Antwort der Jungen ist fair?

  • â—Ź „Klar, wir wählen gerade neu.“
  • â—‹ „FuĂźball ist halt Jungssache.“
  • â—‹ „Die anderen Jungs wollen das nicht.“
„Jungssache“ klingt wie eine Regel, ist aber ein Grund, der nur an der Gruppe hängt. „Die anderen wollen das nicht“ schiebt denselben Grund auf andere.
Multiple Choice #2 18s â–¶ Testen

Finn darf zu seinem Geburtstag fünf Kinder einladen und lädt Ole nicht ein. Welcher Grund gehört zur Sache?

  • â—Ź Finn spielt mit den fĂĽnf anderen am meisten
  • â—‹ Ole hat eine dunkle Hautfarbe
  • â—‹ Ole wohnt im Hochhaus
Bei einer Feier mit wenigen Plätzen ist Freundschaft ein Grund, der zur Sache gehört. Hautfarbe oder Wohnung sind Gründe, die nur an einer Gruppe hängen.
Multiple Choice #3 20s â–¶ Testen

Beim Völkerball sagt Leon zu Jakob, der eine Brille trägt: „Dich nehmen wir nicht, Brillenschlangen treffen eh nicht.“ Alle lachen. Was ist das?

  • â—Ź Ein unfairer Grund, auch wenn alle lachen
  • â—‹ Ein Witz, also kein unfairer Grund
  • â—‹ Ein fairer Grund, weil Brillen beim Werfen stören
Jakob wird wegen der Brille nicht genommen, nicht wegen seiner Würfe. Ein Witz macht einen unfairen Grund nicht fair — er macht ihn nur leichter zu überhören.
Multiple Choice #4 18s â–¶ Testen

Die Klasse wählt eine Klassensprecherin oder einen Klassensprecher. Welcher Grund für eine Stimme gehört zur Sache?

  • â—Ź „Elif hört allen zu und sagt es weiter.“
  • â—‹ „Ein Junge kann sich besser durchsetzen.“
  • â—‹ „Elif wohnt im Neubaugebiet, die sind anders als wir.“
Ein Klassensprecher soll die Klasse vertreten — Zuhören gehört dazu. „Junge“ ist ein Gruppengrund, und „die aus dem Neubaugebiet“ ist auch eine Gruppe — beides sagt nichts darüber, wie gut jemand vertritt.
Multiple Choice #5 18s â–¶ Testen

Die Klasse plant einen Ausflug, der 20 Euro kostet. Bei welcher Lösung wird kein Kind wegen seiner Familie benachteiligt?

  • â—Ź Die Klasse sucht einen Weg, dass alle mitkommen können
  • â—‹ Wer nicht zahlen kann, bleibt in der Schule
  • â—‹ Wer nicht zahlen kann, sagt es vor der ganzen Klasse
Ob die Eltern wenig verdienen, hat mit dem Ausflug nichts zu tun. Daheimlassen oder bloĂźstellen benachteiligt ein Kind wegen seiner Familie.
Wahr / Falsch #6 15s â–¶ Testen

Beim Ausflug ins Freibad dĂĽrfen nur Kinder mit Schwimmabzeichen ins tiefe Becken. Mia hat keins und darf nicht hinein. Das ist Diskriminierung.

âś“ Falsch
Nein. Der Grund gehört zur Sache: Im tiefen Becken muss man schwimmen können. Die Regel gilt für jedes Kind, egal wer es ist.
Wahr / Falsch #7 18s â–¶ Testen

Paula sagt zu Kemal: „Du darfst nicht mitspielen, du sprichst so komisch.“ Sie meint es nicht böse. Dann ist es keine Diskriminierung.

âś“ Falsch
Doch. Ob etwas unfair ist, hängt am Grund, nicht daran, wie es gemeint war. Kemal wird wegen seiner Aussprache ausgeschlossen, nicht wegen des Spiels.
LĂĽckentext #8 12s â–¶ Testen

Lina darf nicht in die Theater-AG, „weil Kinder aus dem Wohnheim eh nicht lange bleiben“. Lina wird wegen ihrer Gruppe benachteiligt. Das nennt man ___.

âś“ Antwort: Diskriminierung
Diskriminierung — Lina wird wegen ihrer Wohngruppe benachteiligt, nicht wegen etwas, das mit Theater zu tun hat.
KI-bewertete Frage #9 120s â–¶ Testen

Beim Mannschaftwählen im Sport bleiben immer dieselben zwei Kinder bis zum Schluss übrig. Wie könnte man die Mannschaften anders bilden? Was spricht für deinen Vorschlag, was dagegen?

✓ Antwort: Man könnte auslosen oder abzählen. Dafür spricht, dass niemand als Letzter dastehen muss. Dagegen spricht, dass die Mannschaften vielleicht ungleich stark werden — dann könnte der Lehrer nachher tauschen.
KI-bewertete Frage #10 130s â–¶ Testen

Eine Schule macht einen Tag, an dem nur Mädchen in die Technik-Werkstatt dürfen. Ist das fair, oder ist das selbst ein unfairer Grund? Begründe.

✓ Antwort: Einerseits werden Jungen an dem Tag wegen ihrer Gruppe ausgeschlossen. Andererseits trauen sich vielleicht manche Mädchen sonst nicht, weil sie hören, Technik sei Jungssache. Ich finde es in Ordnung, wenn es auch andere Tage für alle gibt.