Dem Anderen begegnen (GS)
Meeting the other (primary)
Die Kinder lesen kurze Szenen aus Pause und Klasse und bestimmen, was sich eindeutig bestimmen lässt: welche Lösung eines Streits ohne Gewalt auskommt, wer gerade Hilfe braucht, welcher Satz höflich ist und was das andere Kind in der Szene sich wünscht. Selman (1980) beschreibt, dass Sechs- bis Achtjährige gerade erst merken, dass ein anderer etwas anderes weiß und will als sie selbst — der Fehler, den das Thema abfängt, ist der egozentrische Schluss „Was ich will, will der andere auch“. Turiel (1983) zeigt, dass schon Vorschulkinder Regeln gegen Weh-Tun von bloßen Konventionen unterscheiden; darum darf ein geschlossenes Item „schubsen ist Gewalt“ verbuchen, aber nicht entscheiden, ob eine Pausenregel gut ist. Das bleibt offenes Philosophieren nach Martens (1999): Gründe nennen, die andere Seite bedenken, sagen, wen es betrifft — jede Position zählt. LehrplanPLUS GS Ethik 1/2, 2.2 Über Regeln nachdenken, 2.3 Mit Konflikten umgehen, 2.4 Sich respektvoll und wertschätzend begegnen, 2.5 Anderen helfen. Bereitet vor: `ethik.gs.ein-kind-nicht-alle`, `ethik.gs.unfaire-gruende`, das Schlichten in `miteinander.streit.streit-schlichten` und GS Ethik 3/4, 2.4 Mit Konflikten umgehen.
Unterthemen (2)
Zwei Kinder wollen beide auf derselben Schaukel schaukeln und streiten. Wie könnten sie eine Lösung finden, mit der beide einverstanden sind?
Tom und Ela wollen beide dasselbe Buch. Welche Lösung kommt ohne Gewalt aus?
Jonas und Aylin wollen beide ans Fenster sitzen. Welche Lösung kommt ohne Gewalt aus?
In der Pause: Wer braucht jetzt Hilfe?
Beim Aufräumen: Wer braucht jetzt Hilfe?
Welcher Satz ist höflich?
Lena darf beim Fangen nicht mitspielen und schaut traurig zu. Was wĂĽnscht sich Lena jetzt?
Ole schubst Mia von der Rutsche, damit er zuerst darf. Das ist Gewalt.
Ali steht allein. Paula fragt ihn: „Willst du mitspielen?“ Paula geht auf Ali zu.
Ein neues Kind in der Klasse sitzt in der Pause allein. Wie könnte sich dieses Kind fühlen, und was könntest du tun?
Auf dem Pausenhof gilt: Wer den Ball zuerst hat, bestimmt das Spiel. Ist das eine gute Regel? Was spricht dafĂĽr, was dagegen?
Mats sagt, der Ball war im Aus. Lina sagt, er war drin. Welche Lösung kommt ohne Gewalt aus?
Du findest Spinnen toll. Emil zittert, als du ihm eine Spinne zeigst. Was wĂĽnscht sich Emil jetzt?