Zwei Schwellen: Abitur und Alltag

Two Thresholds: Abitur and Everyday Life

Das Fido-Curriculum Klasse 1
Fido MetaCurriculum Structure

Jede Fach-Leiter endet an einer von zwei Schwellen: Abiturfächer am vollen Abitur-Umfang, alle übrigen am Boden eines selbstständigen Erwachsenenlebens. Jede Schwelle ist explizit benannt und, wo möglich, extern verankert. Beispiel: Mathematik reicht über fünf Stufen bis zum Abitur, Radfahren über drei Stufen bis zum Alltag; darüber beginnen die Vertiefungen.

Die Stufenfolge jedes Fachs endet nach einer von zwei Regeln. Abiturfächer führen ihre Pflicht bis zum vollen Abitur-Umfang. Dazu gehört alles, was das bayerische Abitur prüft: Mathematik, Deutsch, die Fremdsprachen, die Naturwissenschaften, Geschichte, Sozialkunde und Wirtschaft, Kunst, Musik, Sport, Informatik sowie Religion oder Ethik. Alle übrigen Fächer, etwa Kochen, Finanzen, Handwerk und Radfahren, reichen so weit, wie ein selbstständiges, selbstbestimmtes Erwachsenenleben sie braucht.

Die beiden Regeln ergeben Wege verschiedener Länge: In Mathematik führen fünf Stufen bis zur Abitur-Schwelle, im Radfahren drei bis zum Alltag. Nicht alle Fächer führen gleich weit, und das sollen sie auch nicht. Entscheidend ist, dass jede Schwelle ausdrücklich benannt ist. Für jedes Fach lässt sich nachlesen, was „im Pflichtbereich fertig“ konkret heißt.

Tippe auf einen der beiden Fachnamen: In Mathematik endet die Pflicht an der Abitur-Schwelle, im Radfahren früher, an der Schwelle des selbstständigen Alltags. Jenseits beider Schwellen deuten gestrichelte Wege die freiwilligen Vertiefungen an.

Wo es geht, sind die Stufen von außen geeicht, also an einem Maßstab festgemacht, den eine andere Stelle setzt: die Polizei mit der Radfahrprüfung, die DLRG mit ihren Schwimmabzeichen, der DOSB mit dem Sportabzeichen, der Europarat mit den Niveaus des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen. Für die erste Fremdsprache ist das Niveau B2 die Abitur-Schwelle. Jenseits der Schwelle beginnen die Vertiefungen: freiwillige Wege nach Wahl des Kindes, keine Pflicht mehr.

Bei manchen Fächern entscheidet die Wahl des Kindes, welche Regel gilt. Werken und Gestalten reicht in der Regel bis zum Alltag. Wer es als Abiturfach belegt, setzt die Schwelle für sich auf Abitur-Niveau. Darum steht die Schwelle im Lehrplan-Explorer bei jedem Fach offen dabei: „Schwelle: Abitur“ oder „Schwelle: selbstständiger Alltag“. So ist nachlesbar, wie weit die Pflicht reicht und ab wo das Kind selbst entscheidet, wie tief es graben will.

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