Vier Signale, ein Übergang

Four Signals, One Transition

Das Fido-Curriculum Klasse 1
Fido MetaCurriculum Structure

Eine Stufe wird nie durch eine einzelne Prüfung vergeben, sondern erst wenn vier unabhängige Signale zusammenlaufen: der Messwert der Mastery-Engine, das Urteil der Lernbegleitung, ein selbst erzeugtes Artefakt und eine externe Eichung. Fällt eines aus, fehlt der Übergang. Beispiel: die polizeiliche Radfahrprüfung am Ende der Stufe Cy1.

Wie wird eine Stufe vergeben, also ein verbindlicher Lernabschnitt eines Fachs wie Cy1? Nicht durch eine einzelne Prüfung an einem einzelnen Tag. Ein Übergang gilt erst, wenn vier unabhängige Signale dasselbe sagen.

Das erste ist der Befund der Mastery-Engine, unserer adaptiven Übungssoftware: mindestens 90 Prozent in allen Themen der Stufe, die sich dort üben lassen, und stabiles Behalten über Wochen. Das zweite ist das Lernbegleiter-Urteil. Die Lernbegleitung beobachtet, ob das Kind im freien Gespräch auf dem Niveau ist, das die Engine meldet. Das dritte ist ein Artefakt, etwas selbst Hervorgebrachtes: ein Beweis, ein Aufsatz, eine Fahrt. Das vierte ist, wo es sie gibt, eine externe Eichung: ein Maßstab von außerhalb der Schule, etwa eine Prüfung, die eine andere Stelle abnimmt.

Warum dieser Aufwand? Die Vergabe einer Stufe ist eine Bestätigung und keine Hürde. Sie hält fest, dass das Kind schon seit einiger Zeit auf dem neuen Niveau arbeitet. Eine einzelne Prüfung kann täuschen: ein guter Tag, ein auswendig gelernter Trick. Vier unabhängige Signale, über Wochen gesammelt, führen viel seltener alle zugleich in die Irre. Maßgeblich ist dabei das schwächste Signal: Meldet die Software schon die nächste Stufe, das Artefakt aber noch nicht, bleibt das Kind auf seiner Stufe.

Schalte mit + ein Signal nach dem anderen dazu. Erst wenn alle vier zusammenlaufen, zeigt sich rechts das Stufen-Abzeichen.

Drei der Signale entstehen in der Schule. Die externe Eichung ist deshalb die wichtigste Gegenprobe: Über sie entscheidet jemand, der nicht zur Schule gehört. Wo die Signale sich widersprechen, ist genau das die Information. Sieht die Lernbegleitung das Kind weiter als die Engine, legt sie damit keinen Einspruch ein. Sie hat eine Frage für den Unterricht: Warum weichen die beiden voneinander ab?

Beim Radfahren sieht das so aus: Die Übungssoftware zeigt das Verkehrsregel-Quiz als gemeistert (Mastery-Engine). Die Lernbegleitung hat den Schulterblick mehrfach unaufgefordert gesehen (Lernbegleiter-Urteil). Die Fahrt selbst ist das vorgeführte Artefakt: anfahren, Spur halten, Handzeichen geben, anhalten. Und die Radfahrprüfung der Jugendverkehrsschule, abgenommen von der Polizei, ist die externe Eichung.

Alle vier Signale zählen immer, aber nicht überall in derselben Form. Wo es keine externe Prüfung gibt, tritt an ihre Stelle eine Präsentation vor einer Jury aus Lernbegleiter:innen, wo es passt mit einer Gutachter:in von außen. Bei manchen Fertigkeiten wiegt das Lernbegleiter-Urteil schwerer als der Befund der Engine. Der Lehrplan legt darum für jede Stufe fest, welche Form die vier Signale dort annehmen. Das ist im Explorer nachlesbar und am Tag der Vergabe nicht verhandelbar.

Zwischen zwei Übergängen liegen in vielen Fächern ein bis zwei Schuljahre; Cy1 umfasst die ganze Grundschulzeit. Für den Weg dorthin ist eine Stufe zu grob. Woran sieht ein Kind in dieser Zeit, wie weit es schon ist?

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