Wie das Lernen aussieht

What the Learning Looks Like

Das Fido-Curriculum Klasse 1
Fido MetaCurriculum Structure

Verschiedene Arten von Wissen werden verschieden gelernt, deshalb hat der Fido-Tag drei Modi. Das RĂĽckgrat ist Mastery-Lernen: Weiter geht es erst, wenn ein Thema sitzt. Die eigentliche Aufgabe der Schule ist die Motivation; Anreize von auĂźen tragen am Anfang und werden ĂĽber die Jahre abgebaut. Fortschritt zeigt sich in vier Signalen statt in Noten.

Unser Grundgedanke: Verschiedene Arten von Wissen werden verschieden gelernt. Das Einmaleins lernt man anders als Radfahren, und beides anders als Ehrlichkeit. Deshalb hat der Fido-Tag drei verschiedene Modi: den Mastery-Modus, den angeleiteten Modus und den freien Modus.

Im Mastery-Modus verfestigt und vertieft ein Kind, was es kann. Dafür übt es mit einer adaptiven Lernsoftware, der Mastery-Engine. Sie richtet die Aufgaben nach dem Stand des Kindes, und jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo. Die Software arbeitet mit geprüftem, von Menschen geschriebenem Material. Im angeleiteten Modus, den Werkstätten, arbeitet ein Erwachsener mit einer kleinen Gruppe: neue Inhalte, Konzepte, das Urteil an konkreten Fällen. Daneben entstehen hier die eigenen Projekte der Kinder. Im freien Modus stellt die Schule Raum, Material und Zeit bereit, dazu Erwachsene, die da sind, ohne zu lenken. Welches Ziel ein Kind dort verfolgt, entscheidet es selbst.

Im Tagesablauf stehen die Modi in fester Folge: Morgens kommen kurze, konzentrierte Mastery-Blöcke, danach der angeleitete und der freie Modus. Nach dem Mittagessen ist der Tag bildschirmfrei. Getragen wird alles vom Leben der Schule: von den Mahlzeiten, der Verantwortung, den Gästen. Diese Ebene vermittelt nach unserer Überzeugung Werte und Haltungen am verlässlichsten. Mehr dazu in Artikel 2 · Sieben Wissensarten und die Landkarte des Lehrplans.

Drei verschiedene Modi, dazu das Leben der Schule, das alles trägt.

Das Rückgrat des Ganzen ist das Mastery-Lernen. Im normalen Unterricht steht die Zeit fest: Nach ein paar Wochen nimmt die ganze Klasse das nächste Thema. Wie viel dabei hängen bleibt, ist von Kind zu Kind verschieden. Fido dreht das um. Fest steht, was ein Kind können muss. Wie lange es dafür braucht, bleibt offen. Ein Kind lernt erst weiter, wenn ein Thema sitzt, und wird nie durchgewinkt, nur weil die Woche weitergeht. Danach kommt das Thema in wachsenden Abständen wieder, damit es nicht vergessen wird.

Die eigentliche Aufgabe der Schule ist nicht das Erklären, sondern die Motivation. Fido baut auf acht natürliche Antriebe, die Kinder ohnehin mitbringen, und schafft mit acht Säulen die Bedingungen, unter denen diese Antriebe bei der Schularbeit anspringen. Eine Säule ist die Wärme der Erwachsenen. Eine andere sind die Fido Taler, kleine Münzen, die Kinder für erledigte Tagesziele verdienen und im Schulladen einlösen. Eine dritte ist der tägliche Tausch: Wer sich beim Üben konzentriert, verdient sich freie, selbstbestimmte Zeit.

Die Säulen, die mit einem Anreiz von außen arbeiten, tragen am Anfang viel und werden über die Schuljahre schrittweise abgebaut. Die Säulen, die nur Bedingungen herstellen, unter denen der eigene Antrieb zündet, bleiben. Wie das funktioniert, zeigt Artikel 3 · Was Kinder antreibt.

Die Erwachsenen sind bei Fido die Lernbegleitung. Ihre Aufgabe ist, gute Lernbedingungen zu schaffen und Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Die Richtung bestimmt so weit wie möglich das Kind selbst. Kinder übernehmen zugleich Verantwortung im Haus, vom kleinen Schulladen bis zum Garten. Wie sich das zu einem Tag fügt, erzählt Artikel 4 · Ein Tag bei Fido.

Klassische Noten gibt es bei Fido nicht. An ihre Stelle treten mehr Belege, nicht weniger. Über eine Lernstufe entscheidet keine einzelne Prüfung. Es entscheiden vier unabhängige Signale, über Wochen gesammelt: die Daten der Mastery-Engine, das Urteil der Lernbegleitung, ein selbst geschaffenes Werk und, wo es ihn gibt, ein Maßstab von außerhalb der Schule, etwa eine externe Prüfung. Die Stufe bestätigt damit, was ein Kind längst kann. Sie ist keine Hürde. Die Einzelheiten stehen in Artikel 6 · Woran wir Fortschritt erkennen.

Voraussetzungen (1)

Keine Aufgaben fĂĽr dieses Thema.