Ernährungssicherheit

Food Security

Geographie Klasse 11 15 Aufgaben
ErnährungLandwirtschaftAgrobusinessWasserKerncurriculum

Weltweit wird genug Nahrung für alle produziert; Hunger ist deshalb kein Mengen-, sondern ein Verteilungs- und Zugangsproblem. Ernährungssicherheit bemisst sich an vier Dimensionen — Verfügbarkeit, Zugang, Verwendung und Stabilität —, und erst wenn alle vier erfüllt sind, ist ein Mensch dauerhaft ernährt. Sie steht unter Druck durch Agrobusiness und dessen Konkurrenz zu Kleinbauern, durch Landgrabbing, den Export virtuellen Wassers und Klimafolgen für die Anbauzonen. Lösungsansätze reichen von der Intensivierung der Produktion bis zur Agrarökologie.

Leicht
Multiple Choice #1 25s â–¶ Testen

Was versteht man unter Ernährungssicherheit?

  • â—‹ Dass Lebensmittel billig sind
  • â—Ź Dass alle Menschen jederzeit Zugang zu ausreichender, sicherer und nahrhafter Nahrung haben
  • â—‹ Dass es viele Supermärkte gibt
  • â—‹ Dass nur Bio-Lebensmittel verkauft werden
Ernährungssicherheit (food security) hat vier Dimensionen: Verfügbarkeit (genug produziert), Zugang (bezahlbar), Nutzung (nährstoffreich) und Stabilität (auch in Krisen). Weltweit hungern noch ca. 735 Millionen Menschen.
Wahr / Falsch #2 15s â–¶ Testen

Die industrielle Landwirtschaft in den USA (Agrobusiness) hat keine negativen ökologischen Auswirkungen.

âś“ Falsch
Falsch. Agrobusiness verursacht Bodenerosion, Grundwasserbelastung (Düngemittel, Pestizide), Verlust der Biodiversität, hohen Wasserverbrauch und Treibhausgasemissionen. Die ökologischen Kosten werden oft externalisiert.
LĂĽckentext #3 15s â–¶ Testen

Bodenerosion entsteht, wenn die oberste fruchtbare Schicht durch ___, Wasser oder Ăśbernutzung abgetragen wird.

âś“ Antwort: Wind
Bodenerosion ist ein weltweites Problem: In den US-Great Plains ('Dust Bowl' der 1930er), in China (Löss-Plateau) und in Sahelzone. Intensive Landwirtschaft ohne Schutzmaßnahmen beschleunigt den Verlust fruchtbarer Böden.
Wahr / Falsch #4 15s â–¶ Testen

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) werden im Agrobusiness der USA großflächig eingesetzt.

âś“ Wahr
Richtig. In den USA sind über 90% der Soja-, Mais- und Baumwollpflanzen gentechnisch verändert. GVO versprechen höhere Erträge und Schädlingsresistenz, sind aber umstritten (Ökologie, Gesundheit, Abhängigkeit von Saatgutkonzernen).
Multiple Choice #5 25s â–¶ Testen

Warum sind Monokulturen ökologisch problematisch?

  • â—‹ Sie sind nicht problematisch
  • â—Ź Sie verringern die Biodiversität, erschöpfen Böden einseitig und machen Pflanzen anfälliger fĂĽr Schädlinge und Krankheiten
  • â—‹ Sie sind zu bunt
  • â—‹ Sie produzieren zu wenig
Monokulturen (z. B. Mais auf riesigen Flächen) bieten Schädlingen ideale Bedingungen und erfordern mehr Pestizide. Böden werden einseitig belastet, Nützlinge verschwinden. Fruchtfolge und Mischkultur sind nachhaltiger.
Wahr / Falsch #6 15s â–¶ Testen

Lebensmittelverschwendung ist ein Problem, das zur globalen Ernährungsunsicherheit beiträgt.

âś“ Wahr
Richtig. Etwa ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel wird weggeworfen oder geht verloren. In Industrieländern auf Konsumentenebene (Supermärkte, Haushalte), in Entwicklungsländern durch mangelnde Lagerung und Transport.
Mittel
LĂĽckentext #1 20s â–¶ Testen

Das US-amerikanische Agrobusiness ist durch ___ Integration gekennzeichnet: Ein Konzern kontrolliert vom Saatgut bis zum Supermarkt die gesamte Kette.

âś“ Antwort: vertikale
Vertikale Integration: Ein Unternehmen kontrolliert alle Stufen der Wertschöpfung. Beispiel: Ein Konzern produziert Saatgut, Düngemittel, betreibt Farmen, Schlachthöfe und Vermarktung. Das gibt enorme Marktmacht.
Multiple Choice #2 30s â–¶ Testen

Was ist der Drei-Schluchten-Damm in China?

  • â—‹ Ein natĂĽrlicher Wasserfall
  • â—Ź Das größte Wasserkraftwerk der Welt am Jangtse, das gleichzeitig der Hochwasserkontrolle und Schifffahrt dient
  • â—‹ Ein Bewässerungssystem
  • â—‹ Eine Meerwasserentsalzungsanlage
Der Drei-Schluchten-Damm (fertiggestellt 2006) erzeugt ca. 22.500 MW Strom. Aber: 1,3 Millionen Menschen wurden umgesiedelt, Ökosysteme zerstört und das Erdbebenrisiko möglicherweise erhöht. Ein Paradebeispiel für Interessenskonflikte.
Multiple Choice #3 30s â–¶ Testen

Welche Rolle spielt die Bewässerung für die Landwirtschaft in trockenen Regionen?

  • â—‹ Keine — Landwirtschaft braucht kein Wasser
  • â—Ź Bewässerung ermöglicht Anbau in ariden Gebieten, kann aber zu Versalzung, Grundwasserabsenkung und Wasserknappheit fĂĽhren
  • â—‹ Bewässerung ist ĂĽberall problemlos
  • â—‹ Bewässerung wird nur in Europa eingesetzt
Bewässerung ist unverzichtbar für Landwirtschaft in Trockengebieten (z. B. Kalifornien, China). Aber: Übermäßige Bewässerung senkt den Grundwasserspiegel (Ogallala-Aquifer in den USA), versalzt Böden und erzeugt Wasserknappheit.
Multiple Choice #4 25s â–¶ Testen

Was versteht man unter 'horizontaler Integration' im Agrobusiness?

  • â—‹ Verschiedene Branchen verschmelzen
  • â—Ź Ein Unternehmen expandiert auf derselben Produktionsstufe (z. B. kauft weitere Farmen oder Schlachthöfe)
  • â—‹ Ein Feld wird horizontal gepflĂĽgt
  • â—‹ Internationale Zusammenarbeit
Horizontale Integration vergrößert den Marktanteil auf einer Ebene: Ein Unternehmen kauft konkurrierende Farmen, Mühlen oder Verpackungsfirmen. Dies führt zu Marktkonzentration und Macht über Preise.
LĂĽckentext #5 15s â–¶ Testen

China betreibt groĂźe Wassertransferprojekte, um Wasser vom wasserreichen ___ in den trockenen Norden zu leiten.

âś“ Antwort: SĂĽden
Das Süd-Nord-Wassertransferprojekt ist eines der größten Infrastrukturprojekte der Welt. Es soll den Wassermangel Nordchinas lindern, hat aber enorme ökologische und soziale Kosten.
Multiple Choice #6 25s â–¶ Testen

Was ist das 'Land Grabbing'?

  • â—‹ Die Bewirtschaftung eigener Felder
  • â—Ź Der groĂźflächige Aufkauf von Agrarland in Entwicklungsländern durch ausländische Investoren oder Staaten
  • â—‹ Die RĂĽckgabe von Land
  • â—‹ Ein Gesellschaftsspiel
Land Grabbing betrifft vor allem Afrika und Südostasien: Investoren und Staaten (z. B. China, Saudi-Arabien) kaufen oder pachten große Flächen für den Export von Nahrungsmitteln oder Biokraftstoffen. Lokale Bauern verlieren ihre Lebensgrundlage.
Wahr / Falsch #7 15s â–¶ Testen

Die 'Grüne Revolution' der 1960er–70er Jahre steigerte die landwirtschaftliche Produktion in vielen Entwicklungsländern durch Hochertragssorten, Düngemittel und Bewässerung.

âś“ Wahr
Richtig. Die Grüne Revolution rettete Millionen vor dem Hunger (v. a. in Indien, Mexiko). Aber: Sie erhöhte die Abhängigkeit von Agrochemie und Bewässerung, förderte Monokulturen und benachteiligte Kleinbauern.
LĂĽckentext #8 15s â–¶ Testen

Die Welternährungsorganisation ___ (Abkürzung) der Vereinten Nationen überwacht die globale Ernährungssituation.

âś“ Antwort: FAO
Die FAO (Food and Agriculture Organization, Sitz: Rom) sammelt Daten zur Welternährung, unterstützt Entwicklungsländer und warnt vor Hungerkrisen. Sie veröffentlicht jährlich den Welthunger-Index.
Multiple Choice #9 25s â–¶ Testen

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Fleischkonsum und Ernährungssicherheit?

  • â—‹ Kein Zusammenhang
  • â—Ź Hoher Fleischkonsum verbraucht ĂĽberproportional viele Ressourcen (Futter, Wasser, Fläche), die fĂĽr pflanzliche Nahrung effizienter genutzt werden könnten
  • â—‹ Fleischkonsum ist immer nachhaltig
  • â—‹ Fleischkonsum verringert den Wasserverbrauch
Für 1 kg Rindfleisch werden ca. 7–10 kg Futtermittel und ca. 15.000 Liter Wasser benötigt. Die Nutzung von Ackerflächen für Tierfutter konkurriert mit dem Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen.