Wer durfte mitbestimmen — und wer nicht?
Who Could Take Part — and Who Could Not?
Der große Ausschluss gehörte zur athenischen Demokratie dazu, er war kein Fehler an ihr. Frauen, Sklaven und Metöken (zugezogene Fremde) hatten kein Stimmrecht; nur freie, erwachsene, männliche Bürger durften in der Volksversammlung abstimmen. Die Sklaven waren keine kleine Gruppe: Schätzungen gehen von 80 000–100 000 Sklaven aus — mehr Menschen, als es Bürger gab. Ordnet man Bürger, Frau, Sklave, Metöke und Kind nach „wahlberechtigt“ und „nicht wahlberechtigt“, passt nur eine einzige Person in das erste Feld.
Können & Üben
Demokratie-Werkstatt — Vorhersagen, Beobachten, Erklären
workshop45 min · project
klassenzimmer
Jede Gruppe bekommt fünf Personenkärtchen (freier Bürger, Bürgerin/Frau, Sklave, Metöke, Kind) und zwei Felder — „wahlberechtigt“ und „nicht wahlberechtigt“. Drei Schritte: (1) VORHERSAGEN — bevor ihr die Kärtchen sortiert: Schreibt auf, wie ähnlich die athenische Demokratie eurer Meinung nach unserer heutigen war. Wie viele der fünf Personen dürfen wohl mitbestimmen? Wie wurden Ämter vergeben — durch Wahl? (2) BEOBACHTEN — sortiert die fünf Kärtchen jetzt nach „wahlberechtigt“ und „nicht wahlberechtigt“. Haltet fest, was ihr über das Entscheiden herausfindet: In Athen stimmten die Bürger selbst ab (direkte Demokratie) und verlosten die meisten Ämter. Notiert nur, was belegt ist. (3) ERKLÄREN — vergleicht Vorhersage und Beobachtung. Füllt gemeinsam eine Damals/Heute-Tabelle aus: Wer darf mitbestimmen? Wie wird entschieden? Wie kommt man in ein Amt? Benennt die eine echte Gemeinsamkeit (Bürger bestimmen mit) und die großen Unterschiede. Achtet zum Schluss auf die Gegenwartsfalle: Habt ihr Athen als „unfertige Vorstufe“ von uns beurteilt — oder die Polis auf ihre eigene Weise verstanden? Jede Gruppe stellt ihr Ergebnis in einem Satz vor: „Die athenische Demokratie war … und unterschied sich von unserer, weil …“.
guide
2–4
Voraussetzungen (1)
In der athenischen Demokratie durften alle erwachsenen Einwohner Athens an der Volksversammlung teilnehmen.
Welche Gruppe zahlte in Athen Steuern und kämpfte im Krieg, durfte aber nicht abstimmen?
Welche Gruppe durfte in Athen an der Volksversammlung mitstimmen?
In Athen lebten mehr Sklaven als stimmberechtigte BĂĽrger.
Wer von diesen drei Menschen im Athen des Jahres 430 v. Chr. darf in der Ekklesia mitstimmen?
Arme BĂĽrger, etwa Ruderer der Flotte, durften in Athen genauso abstimmen wie reiche.
Eine Bürgerversammlung beschließt über einen Krieg. Wer trägt die Folgen, ohne mitentschieden zu haben?
Was ist an dem Satz „Athen war eine Demokratie für alle“ falsch?