Soziale Frage

The Social Question

Geschichte Klasse 8 15 Aufgaben
Soziale FrageSozialismusKommunismusArbeiterGewerkschaftenSozialpolitik

Die Industrialisierung brachte eine neue Massenarmut: Kinderarbeit, 14-Stunden-Tage und Mietskasernen kennzeichneten die Lage der Arbeiterschaft. Auf diese „soziale Frage“ antworteten konkurrierende Lösungen — Selbsthilfe in Gewerkschaften und Genossenschaften, kirchliche Sozialreform, Unternehmerpaternalismus, staatliche Sozialgesetzgebung und die Systemkritik von Marx und Engels, die den Kapitalismus ganz überwinden wollte. Jeder Ansatz erreichte anderes und nützte anderen. Hier werden die Grundbegriffe Sozialismus und Kommunismus sauber verankert.

Leicht
Multiple Choice #1 25s â–¶ Testen

Was versteht man unter der 'Sozialen Frage'?

  • â—‹ Eine PrĂĽfungsfrage
  • â—Ź Die Gesamtheit der sozialen Probleme, die durch die Industrialisierung entstanden: Armut, Ausbeutung, Wohnungsnot der Arbeiter
  • â—‹ Eine Frage in einem Fragebogen
  • â—‹ Die Frage, wie man reich wird
Soziale Frage ist ein Grundlegender Begriff. Sie umfasst die Not der Industriearbeiter: Niedriglöhne, 14–16-Stunden-Tage, Kinderarbeit, elende Wohnverhältnisse, fehlende Absicherung bei Krankheit und Alter.
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Unter welchen Bedingungen lebten Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert typischerweise?

  • â—‹ In luxuriösen Villen
  • â—Ź In ĂĽberfĂĽllten Mietskasernen, mit langen Arbeitszeiten, niedrigen Löhnen und ohne soziale Absicherung
  • â—‹ In modernen Wohnungen mit Heizung
  • â—‹ Auf dem Land in eigenen Häusern
Arbeiterfamilien lebten in beengten, feuchten Wohnungen, oft mehrere Familien in einer Wohnung. 14–16 Stunden Arbeit, 6 Tage die Woche. Keine Kranken-, Renten- oder Unfallversicherung. Kinder mussten mitarbeiten.
Wahr / Falsch #3 15s â–¶ Testen

Gewerkschaften waren Zusammenschlüsse von Arbeitern, um gemeinsam für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen zu kämpfen.

âś“ Wahr
Richtig! Gewerkschaften erkannten: Einzelne Arbeiter sind machtlos gegen Fabrikbesitzer. Nur gemeinsam (Streik, Verhandlung) konnten sie Verbesserungen durchsetzen. Gewerkschaften waren ein zentraler Lösungsansatz der Sozialen Frage.
LĂĽckentext #4 15s â–¶ Testen

Den gemeinsamen Kampf der Arbeiter fĂĽr ihre Rechte durch Arbeitsniederlegung nennt man einen ___.

âś“ Antwort: Streik
Der Streik war die stärkste Waffe der Arbeiter: Wenn alle gleichzeitig die Arbeit niederlegten, stand die Produktion still. So konnten die Arbeiter Druck auf die Fabrikbesitzer ausüben.
Multiple Choice #5 25s â–¶ Testen

Was war das Ziel der Arbeiterbewegung?

  • â—‹ Die RĂĽckkehr zur Landwirtschaft
  • â—Ź KĂĽrzere Arbeitszeiten, höhere Löhne, Verbot der Kinderarbeit, soziale Absicherung und politische Mitbestimmung
  • â—‹ Die Abschaffung aller Maschinen
  • â—‹ Die EinfĂĽhrung der Monarchie
Die Arbeiterbewegung kämpfte auf vielen Ebenen: kürzere Arbeitszeiten (zunächst 10-Stunden-Tag), faire Löhne, Arbeitsschutz, Kranken- und Rentenversicherung, Wahlrecht für alle — und erreichte schrittweise Verbesserungen.
Mittel
LĂĽckentext #1 20s â–¶ Testen

Karl Marx und Friedrich Engels verfassten 1848 das 'Kommunistische ___', in dem sie die Arbeiter zur Revolution aufriefen.

âś“ Antwort: Manifest
Das 'Manifest der Kommunistischen Partei' endet mit dem berühmten Aufruf: 'Proletarier aller Länder, vereinigt euch!' Marx und Engels forderten die Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und eine klassenlose Gesellschaft.
Multiple Choice #2 15s â–¶ Testen

Nach Marx folgen Kapitalismus, Sozialismus und Kommunismus aufeinander. In welcher Stufe gibt es weder Klassen noch einen Staat?

  • â—‹ Im Kapitalismus
  • â—Ź Im Kommunismus
  • â—‹ Im Sozialismus
Für Marx war der Kommunismus das Endziel: eine klassenlose Gesellschaft ohne Privateigentum an Produktionsmitteln und ohne Staat. Der Sozialismus ist die Übergangsstufe davor – dort kontrolliert noch der Staat die Produktionsmittel. Im Kapitalismus stehen sich nach Marx die Klassen Bourgeoisie und Proletariat gegenüber.
Multiple Choice #3 30s â–¶ Testen

Welcher Lösungsansatz für die Soziale Frage kam von der Kirche?

  • â—‹ Die Revolution
  • â—Ź Karitative Hilfe und christliche Soziallehre: FĂĽrsorge fĂĽr die Armen, Forderung nach gerechten Löhnen
  • â—‹ Die Abschaffung der Religion
  • â—‹ Die EinfĂĽhrung des Kommunismus
Die Kirchen gründeten Hilfswerke (z. B. Kolping-Verein, Innere Mission). Die katholische Soziallehre (Papst Leo XIII., 'Rerum Novarum' 1891) forderte gerechte Löhne und Arbeiterschutz — lehnte aber die Revolution ab.
LĂĽckentext #4 25s â–¶ Testen

Unternehmer wie Alfred Krupp versuchten, die Soziale Frage durch betriebliche ___ zu lösen: Werkswohnungen, Betriebskrankenkassen, Schulen.

âś“ Antwort: FĂĽrsorge
Manche Unternehmer betrieben betriebliche Sozialpolitik aus Eigeninteresse: zufriedene Arbeiter = weniger Streiks, weniger Fluktuation. Krupp baute Arbeitersiedlungen, Krankenhäuser und Schulen — aber die Arbeiter waren dadurch auch vom Unternehmer abhängig.
Multiple Choice #5 25s â–¶ Testen

Welche Rolle spielte Ferdinand Lassalle fĂĽr die Arbeiterbewegung?

  • â—‹ Er war Fabrikbesitzer.
  • â—Ź Er grĂĽndete 1863 den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein — die erste Arbeiterpartei Deutschlands.
  • â—‹ Er war König von PreuĂźen.
  • â—‹ Er erfand die Dampfmaschine.
Lassalle forderte das allgemeine Wahlrecht und staatliche Genossenschaften als Lösung der Sozialen Frage. Sein Verein war der Vorläufer der SPD. Im Unterschied zu Marx setzte er auf Reform statt Revolution.
Wahr / Falsch #6 20s â–¶ Testen

Marx forderte die gewaltsame Revolution der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten.

âś“ Wahr
Richtig! Marx sah den Klassenkampf zwischen Bourgeoisie (Kapitalbesitzer) und Proletariat (Arbeiter) als Motor der Geschichte. Er glaubte, dass die Arbeiter nur durch Revolution die Macht ergreifen und eine gerechte Gesellschaft schaffen könnten.
Multiple Choice #7 20s â–¶ Testen

Welche heutige Meldung entspricht am ehesten der Sozialen Frage des 19. Jahrhunderts?

  • â—Ź Näherinnen in Bangladesch arbeiten 14 Stunden fĂĽr Hungerlohn
  • â—‹ Ein Land schränkt die Pressefreiheit fĂĽr Zeitungen ein
  • â—‹ Ein Konzern eröffnet eine vollautomatische Fabrik
Die Soziale Frage meint die Not der Arbeiterinnen und Arbeiter, die mit der Industrialisierung entstand: lange Arbeitstage, niedrige Löhne, kaum Schutz. Genau solche Probleme gibt es heute noch, etwa in Textilfabriken in Asien – und auch Debatten über Mindestlohn zeigen, dass die Frage weiterlebt. Eine neue Fabrik allein ist noch keine soziale Not, und Pressefreiheit war die Forderung der liberalen Bewegung (1848).
Wahr / Falsch #8 20s â–¶ Testen

Alle Lösungsansätze für die Soziale Frage setzten auf Revolution.

âś“ Falsch
Falsch! Es gab verschiedene Ansätze: 1) Revolution (Marx), 2) Reform durch Arbeiterparteien und Gewerkschaften (Lassalle), 3) Staatliche Sozialpolitik (Bismarck), 4) Kirchliche Fürsorge, 5) Unternehmerische Fürsorge. Nur Marx und Engels forderten die Revolution.
Multiple Choice #9 25s â–¶ Testen

Was ist ein 'Proletarier' im Sinne von Marx?

  • â—‹ Ein reicher Fabrikbesitzer
  • â—Ź Ein Arbeiter, der nur seine Arbeitskraft besitzt und fĂĽr Lohn in Fabriken arbeiten muss
  • â—‹ Ein Adeliger
  • â—‹ Ein Bauer
Das Proletariat (lat. proles = Nachkommen — wer nichts besitzt als seine Kinder) ist die Klasse der besitzlosen Lohnarbeiter. Sie stehen nach Marx der Bourgeoisie (Besitzbürgertum, Fabrikbesitzer) gegenüber.
LĂĽckentext #10 20s â–¶ Testen

Die beiden Hauptbegriffe, die Karl Marx für die gegensätzlichen Klassen der Industriegesellschaft verwendete, sind Bourgeoisie und ___.

âś“ Antwort: Proletariat
Nach Marx besteht die Industriegesellschaft aus zwei Klassen: der Bourgeoisie (BesitzbĂĽrgertum, Fabrikbesitzer, die die Produktionsmittel besitzen) und dem Proletariat (Arbeiterklasse, die nur ihre Arbeitskraft verkaufen kann).