Frauen im Mittelalter — Lebenswege je nach Stand

Women in the Middle Ages — Lives Shaped by Estate

Geschichte Klasse 7 14 Aufgaben
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Wie eine Frau im Mittelalter lebte, entschied zuerst ihr Stand: Die Bäuerin arbeitete auf dem Feld, die Handwerkerfrau in der Werkstatt, die sie als Witwe weiterführen durfte, die Äbtissin war Grundherrin, die Begine lebte fromm und arbeitend in der Stadt. Zugleich standen Frauen unter der Vormundschaft von Vater oder Ehemann und blieben von Universität und Rat ausgeschlossen. Die Fehlvorstellung, die es abbaut: „Frauen arbeiteten damals nicht“ und „alle Frauen waren gleich machtlos“. Bereitet Frauenbewegung im Kaiserreich und die Gleichberechtigung im Grundgesetz (1949) vor.

Leicht
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Um 1350 stirbt in einer Reichsstadt ein Schmiedemeister. Was geschieht nach vielen Zunftordnungen mit seiner Werkstatt?

  • â—Ź Seine Witwe fĂĽhrt sie mit den Gesellen weiter
  • â—‹ Sie wird geschlossen, weil Frauen dort nicht arbeiten dĂĽrfen
  • â—‹ Sie geht an den Stadtrat, der einen neuen Meister bestimmt
Meisterfrauen arbeiteten ohnehin in der Werkstatt mit. Nach dem Tod des Mannes durften sie den Betrieb nach vielen Zunftordnungen weiterfĂĽhren. In den Rat kamen Frauen aber nicht.
Wahr / Falsch #2 10s â–¶ Testen

Bäuerinnen arbeiteten im Mittelalter auch auf dem Feld, zum Beispiel bei der Ernte.

âś“ Wahr
Auf dem Bauernhof arbeiteten alle mit. Frauen ernteten, versorgten das Vieh, spannen und webten und brachten Abgaben wie HĂĽhner und Eier zum Grundherrn.
LĂĽckentext #3 12s â–¶ Testen

Die Äbtissin ___ von Bingen schrieb im 12. Jahrhundert Bücher über Heilpflanzen und komponierte Musik.

âś“ Antwort: Hildegard
Hildegard von Bingen (1098–1179) leitete ein Kloster, schrieb über Natur, Heilkunde und Glauben und tauschte Briefe mit Päpsten und dem Kaiser.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

Wer hatte um 1200 am meisten Macht ĂĽber andere Menschen?

  • â—Ź Die Ă„btissin eines groĂźen Klosters mit vielen Dörfern
  • â—‹ Ein unfreier Bauer
  • â—‹ Ein Knecht in der Stadt
Eine Äbtissin war Grundherrin: Bauern zahlten ihrem Kloster Abgaben und standen unter seinem Gericht. Der Stand entschied über Macht oft mehr als das Geschlecht.
Multiple Choice #5 15s â–¶ Testen

Eine Grafentochter wird um 1250 mit 14 Jahren mit dem Sohn eines benachbarten Grafen verheiratet. Wer hat das am ehesten entschieden?

  • â—Ź Ihr Vater und ihre Familie
  • â—‹ Sie selbst, weil sie verliebt war
  • â—‹ Ein Standesbeamter im Rathaus
Im Adel war die Ehe ein Bündnis zwischen Familien, um Land und Macht zu sichern. Die Braut wurde selten gefragt. Standesämter gibt es in Deutschland erst seit 1875.
Wahr / Falsch #6 12s â–¶ Testen

Mia sagt: „Im Mittelalter haben Frauen nur gekocht und sonst nicht gearbeitet.“ Mias Aussage stimmt.

âś“ Falsch
Frauen arbeiteten auf dem Feld, in Werkstätten, auf dem Markt, als Mägde, Hebammen oder Brauerinnen. Ohne ihre Arbeit hätte kein Hof und keine Werkstatt funktioniert.
Multiple Choice #7 12s â–¶ Testen

Wo lernte ein Mädchen im Mittelalter am ehesten Lesen und Latein?

  • â—Ź In einem Frauenkloster
  • â—‹ An einer Universität
  • â—‹ Am Gymnasium ihrer Stadt
Klöster waren Orte der Bildung, auch für Frauen. Nonnen lasen, schrieben Bücher ab und unterrichteten Mädchen. Gymnasien in unserem Sinn gab es noch nicht.
Mittel
Wahr / Falsch #1 12s â–¶ Testen

Um 1400 konnte eine junge Frau an der Universität in Prag oder Wien studieren.

âś“ Falsch
Die mittelalterlichen Universitäten nahmen nur Männer auf. In Bayern durften Frauen erst ab 1903 regulär studieren.
LĂĽckentext #2 15s â–¶ Testen

Fromme Frauen, die in der Stadt gemeinsam lebten und arbeiteten, ohne Nonnen zu werden, nannte man ___.

âś“ Antwort: Beginen
Beginen legten kein lebenslanges KlostergelĂĽbde ab. Sie pflegten Kranke, webten oder unterrichteten Kinder und verdienten so ihr eigenes Geld.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

Eine verheiratete BĂĽrgersfrau will um 1350 vor Gericht klagen. Wer vertritt sie dort meistens?

  • â—Ź Ihr Ehemann als ihr Vormund
  • â—‹ Niemand, sie spricht immer allein fĂĽr sich
  • â—‹ Der Bischof der Stadt
Frauen standen unter der Vormundschaft (Munt) des Vaters oder Ehemanns. Witwen und Kauffrauen durften in manchen Städten aber selbst vor Gericht auftreten.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

In Köln gab es im Spätmittelalter Zünfte, in denen Frauen Meisterinnen wurden. In welchem Handwerk?

  • â—Ź In der Seidenmacherei
  • â—‹ In der Waffenschmiede
  • â—‹ In der GlockengieĂźerei
Die Kölner Seidmacherinnen hatten seit 1437 eine eigene Frauenzunft. Auch Garnmacherinnen bildeten dort eine Zunft. Solche Frauenzünfte waren selten, aber es gab sie.
Multiple Choice #5 20s â–¶ Testen

Du willst wissen, was eine Bäuerin um 1300 abgeben musste. Welche Quelle hilft am meisten?

  • â—Ź Ein Abgabenverzeichnis eines Klosters, das fĂĽr jeden Hof HĂĽhner und Eier auflistet
  • â—‹ Ein Ritterroman ĂĽber eine Königstochter
  • â—‹ Ein Kirchenbild einer Heiligen im Himmel
Bäuerinnen haben selbst fast nichts aufgeschrieben. Verwaltungsquellen wie Abgabenverzeichnisse (Urbare) zeigen ihren Alltag deshalb oft genauer als Romane oder Bilder.
Wahr / Falsch #6 12s â–¶ Testen

Eine reiche Kauffrau in Nürnberg hatte um 1450 mehr Möglichkeiten als ein unfreier Bauer auf dem Land.

âś“ Wahr
Sie konnte handeln, Geld verdienen und Eigentum besitzen. Der unfreie Bauer war an seinen Grundherrn gebunden. Wieder entscheidet der Stand mehr als das Geschlecht.
Multiple Choice #7 15s â–¶ Testen

Seit wann steht in einem deutschen Gesetz der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“?

  • â—Ź Seit 1949, im Grundgesetz
  • â—‹ Seit 1225, im Sachsenspiegel
  • â—‹ Seit 1495, im Ewigen Landfrieden
Artikel 3 des Grundgesetzes von 1949 stellt Männer und Frauen gleich. Im Mittelalter galt eine Ordnung, in der Stand und Geschlecht die Rechte bestimmten.