Tischsitten sind keine Willkür, sondern lösen jeweils ein konkretes Problem: Man wartet, bis alle sitzen, damit niemand allein anfangen muss; man kaut mit geschlossenem Mund, weil die anderen mitessen; man bittet um die Schüssel, statt über den Teller des Nachbarn zu greifen; man bleibt sitzen, bis abgeräumt wird, weil das Essen gemeinsam anfängt und gemeinsam aufhört. Das Gespräch selbst hat eine eigene Regel: Es gehören alle dazu, die am Tisch sitzen — also fragt man auch den, der noch nichts gesagt hat, und redet nicht quer über zwei Plätze hinweg.