Bevor man loslegt, drei kurze Fragen: Was soll am Ende herauskommen? Was weiß ich schon, das hier hilft? Womit fange ich an? Das ist die Planungsphase des Lernkreislaufs (Zimmerman 2002; EEF 2018/2021), und sie verhindert den häufigsten Anfängerfehler: sofort losschreiben und nach der Hälfte merken, dass die Aufgabe etwas anderes wollte. Kinder erkennen, wer vorher überlegt, verbinden eine neue Aufgabe mit einer bekannten (40 + 30 wie 4 + 3) und wählen ein Ziel, das man morgen überprüfen kann (LehrplanPLUS D1/2 1.4). Ziel: jede Sachaufgabe, jeder Schreibauftrag und das Zerlegen im Fermi-Gym.
Emma will besser vorlesen. Welches Ziel kann Emma morgen überprüfen?
● „Ich will morgen diesen einen Absatz ohne Stolpern vorlesen.“
○ „Ich will besser lesen.“
○ „Ich will morgen das ganze Buch auswendig können.“
Ein gutes Ziel ist klein und genau: Morgen kann Emma prüfen, ob sie gestolpert ist. „Besser lesen“ kann man nicht prüfen, und ein ganzes Buch schafft sie bis morgen nicht.
Jonas übt das Einmaleins. Welches Ziel kann Jonas am Freitag überprüfen?
○ „Ich will gut in Mathe werden.“
● „Am Freitag will ich alle Aufgaben der 5er-Reihe ohne Fehler sagen.“
○ „Am Freitag will ich das ganze Einmaleins und das Geteilt dazu können.“
Eine Reihe bis Freitag ist schaffbar, und am Freitag sieht man, ob es geklappt hat. „Gut in Mathe“ kann man nicht prüfen, und alles auf einmal ist zu viel.
Nora schreibt oft Wörter falsch ab. Welches Ziel kann Nora morgen überprüfen?
○ „Morgen schreibe ich alle Wörter auf der Seite richtig.“
○ „Ich will schöner schreiben.“
● „Morgen schreibe ich fünf Wörter ab und vergleiche jedes mit der Vorlage.“
Fünf Wörter sind ein kleines Ziel, und beim Vergleichen sieht Nora sofort, ob es geklappt hat. „Alle Wörter richtig“ auf einmal ist für morgen zu groß; „schöner“ ist ein anderes Ziel und schwer zu prüfen.