Die Kinder ordnen Tiere den drei Schutzstrategien gegen Fressfeinde zu: Tarnung (Feldhase, Stabheuschrecke — man soll sie nicht entdecken), Warntracht (Feuersalamander, Wespe — auffällig, weil giftig oder wehrhaft) und Mimikry (Schwebfliege — harmlos, aber gefärbt wie eine Wespe). Leitend sind zwei Fehlvorstellungen: Auffällige Farben machten ein Tier zur leichten Beute — dabei wirkt die Warntracht gerade, weil Fressfeinde lernen —, und das Tier habe sich seine Farbe „ausgesucht“ (Designdenken, Kampourakis 2020). Das bereitet die Signale der Wirbellosen in Biologie 9 und die natürliche Selektion vor, die genau erklärt, wie solche Färbungen entstehen.
Die Stabheuschrecke sieht aus wie ein dürrer Zweig — ein Vogel übersieht sie. Der Feuersalamander will gesehen werden (Warntracht), die Schwebfliege tut so, als wäre sie eine Wespe (Mimikry).
Die Gelbbauchunke zeigt bei Gefahr ihren leuchtend gelben Bauch, und ihre Haut ist giftig. Auffällig UND wirklich gefährlich — das ist Warntracht. Die Schwebfliege ist auch auffällig, aber harmlos: Das ist Mimikry.
Der Hornissen-Glasflügler ist ein harmloser Schmetterling, der aussieht wie eine Hornisse. Die Hornisse selbst ist das wehrhafte Vorbild — sie trägt eine Warntracht.
Gäbe es in einem Wald gar keine Wespen, würde das Wespenmuster die Schwebfliege dort kaum schützen.
âś“ Wahr
Mimikry funktioniert nur, weil Vögel schlechte Erfahrungen mit dem wehrhaften Vorbild gemacht haben. Ohne Vorbild hätten sie nichts gelernt, wovor das Muster warnen könnte.
Drei Kinder erklären, warum Schneehasen im Winter weiß sind. Wer erklärt es richtig?
â—Ź Lea: WeiĂźe Hasen wurden im Schnee seltener gefressen und bekamen mehr Junge.
â—‹ Tom: Die Hasen wollten sich verstecken und haben beschlossen, weiĂź zu werden.
○ Mia: Der kalte Schnee hat das Fell der Hasen mit der Zeit weiß gefärbt.
Kein Tier sucht sich seine Farbe aus, und der Schnee färbt kein Fell. Über viele Generationen überlebten die gut getarnten Hasen öfter und gaben ihre Fellfarbe an ihre Jungen weiter.