Spektroskopie und das elektromagnetische Spektrum

Spectroscopy and the Electromagnetic Spectrum

Physik Klasse 12 14 Aufgaben
WellenInterferenzKerncurriculum

Spektroskopie zerlegt Licht mit einem optischen Gitter nach WellenlĂ€nge: Das Maximum 0. Ordnung bleibt weiß, in höheren Ordnungen wird Rot stĂ€rker gespreizt als Blau. Ein kontinuierliches Spektrum (glĂŒhender Festkörper) unterscheidet sich vom Linienspektrum eines angeregten Gases, das als Fingerabdruck jedes Elements dient — Kirchhoff und Bunsen begrĂŒndeten damit die Spektralanalyse, die dunklen Fraunhofer-Linien verraten die Elemente der SonnenatmosphĂ€re. Der sichtbare Bereich reicht von 380 nm (Violett) bis 750 nm (Rot); jenseits davon liegen Infrarot (Nachweis mit der ThermosĂ€ule) und Ultraviolett (Nachweis am Fluoreszenzschirm). Der Schwester-Topic der 11. Klasse trĂ€gt das Photonenmodell; hier stehen Instrument und Spektrenlesen. Bekannte Schwierigkeiten beim Lesen von Spektren (Ivanjek et al. 2015) werden gezielt ausgerĂ€umt.

Können & Üben

Wellenoptik-Werkstatt — von der Wasserwelle zum Licht

workshop

90 min · once

physiksaal

Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Alles, was die Wasserwelle in der Wanne sichtbar vormacht — Elementarwellen, Beugung, Auslöschung —, tut Licht genauso, nur fĂŒnfzigtausendfach feiner. Station 1 — Wellenwanne: Huygens und Beugung. Vermuten: Was passiert mit einer geraden Wellenfront hinter einer engen Öffnung — lĂ€uft sie als schmaler Streifen weiter oder breitet sie sich aus? Beobachten: Im Stroboskoplicht friert das Wellenbild ein; hinter der weiten Öffnung lĂ€uft die Front fast geradlinig weiter, hinter der engen Öffnung entsteht eine Kreiswelle, die tief in den Schattenraum eindringt. Zwei Kreiswellen-Erreger zeichnen ein festes Streifenmuster aus VerstĂ€rkung und Auslöschung ins Wasser. ErklĂ€ren: Jeder Punkt einer Front ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle — die enge Öffnung lĂ€sst nur eine davon ĂŒbrig (Huygens); wo sich zwei Wellen treffen, addieren sich die Auslenkungen (Interferenz). Modellgrenze: Die Wasserwelle ist ein Analogiemodell — sie zeigt die Geometrie, aber weder E-Feld noch TransversalitĂ€t. Sicherheitshinweis: Wasser von Netzteilen fernhalten, Spritzer sofort aufwischen. Station 2 — Polfilter-Parcours. Vermuten: Zwei gekreuzte Filter auf dem Projektor sperren das Licht — was Ă€ndert ein dritter Filter, der schrĂ€g dazwischen gelegt wird? Beobachten: Mit dem dritten Filter dazwischen wird das Feld wieder hell — obwohl ein Filter dazugekommen ist. Ein Geodreieck oder eine CD-HĂŒlle zwischen den gekreuzten Filtern zeigt schillernde Spannungsbilder, die sich beim Biegen live verĂ€ndern; durch das Zuckerlösungs-Röhrchen gedreht wandert die Sperrstellung des Analysators um einen messbaren Winkel. ErklĂ€ren: Jeder Filter lĂ€sst nur die E-Feld-Komponente lĂ€ngs seiner Durchlassrichtung passieren — der schrĂ€ge Mittelfilter erzeugt eine neue Schwingungsrichtung, von der der letzte Filter wieder eine Komponente durchlĂ€sst; doppelbrechende und optisch aktive Stoffe drehen die Schwingungsebene. Modellgrenze: Das Zeigerbild beschreibt nur die Richtung des E-Felds, nicht seine Entstehung im Material. Station 3 — Newtonsche Ringe und Seifenhaut. Vermuten: Die Linse liegt nur auf der Glasplatte — warum sollten da Ringe entstehen, und liegen sie gleich weit auseinander? Beobachten: Unter der Natriumlampe erscheinen scharfe Hell-Dunkel-Ringe, die nach außen enger zusammenrĂŒcken; im weißen Licht sind sie farbig gesĂ€umt. Die senkrecht gehaltene Seifenhaut im Drahtring zeigt waagrechte Farbstreifen, die nach unten wandern, oben wird sie kurz vor dem Platzen fast schwarz. ErklĂ€ren: An der Linsenunterseite und der Plattenoberseite entstehen zwei reflektierte Wellen; ihr Gangunterschied wĂ€chst mit dem Luftspalt, und Auslöschung bei 2d = k·λ liefert r = Wurzel(k·λ·R) — dieselbe Zwei-Reflexionen-Logik fĂ€rbt die Seifenhaut nach ihrer Dicke. Modellgrenze: Die NĂ€herung gilt nur fĂŒr fast senkrechten Lichteinfall und d klein gegen R. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Seifenblasen-Artikel in der App. Sicherheitshinweis: Glas nur am Rand anfassen, Seifenlösung vom Boden fernhalten. Station 4 — Spektroskop: sichtbar und unsichtbar. Vermuten: Zerlegt das Gitter das Licht der Hg-Lampe in denselben Regenbogen wie das der Halogenlampe? Und hört das Spektrum am roten Rand wirklich auf? Beobachten: Die Halogenlampe liefert ein kontinuierliches Band, die Hg-Lampe wenige scharfe Linien; jenseits des roten Endes schlĂ€gt die ThermosĂ€ule aus (IR), jenseits des violetten Endes leuchtet der Fluoreszenzschirm auf (UV). ErklĂ€ren: Jede Farbe ist eine WellenlĂ€nge, jedes Element sendet seinen Linien-Fingerabdruck, und das sichtbare Band ist nur ein Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums. Modellgrenze: Warum die Linien genau dort liegen, beantwortet erst die Quantenphysik der 13. Jahrgangsstufe. Sicherheitshinweis: Nicht direkt in Bogen- oder Hg-Lampe blicken, Lampen abkĂŒhlen lassen. Abschluss in der Runde: Die Kette schließen — die Wanne zeigt die Geometrie der Elementarwellen, die Filter beweisen die TransversalitĂ€t, Ringe und Seifenhaut rechnen mit dem Gangunterschied, das Spektroskop sortiert nach λ. Welche Beobachtung wĂ€re mit einem Teilchenstrom aus LichtkĂŒgelchen unerklĂ€rbar?

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4–16

Auf einem Grabstein in MĂŒnchen steht ein lateinischer Satz: „Approximavit sidera" — er brachte uns die Sterne nĂ€her. Der Mann darunter, Joseph von Fraunhofer, war mit elf Jahren Vollwaise, ĂŒberlebte mit vierzehn den Einsturz eines Hauses und wurde Leiter einer GlashĂŒtte in Benediktbeuern. Dort ritzte er mit einem Diamanten Tausende feiner, paralleler Linien in Glas — das erste optische Gitter. Wieso bringt ein geritztes StĂŒck Glas die Sterne nĂ€her?

Vom Gitter weißt du bereits: Es lenkt jede WellenlĂ€nge unter einem anderen, berechenbaren Winkel ab (). Eine Winkelmessung wird damit zur WellenlĂ€ngenmessung. Der Schritt zum Spektroskop ist, dieses Prinzip in ein GerĂ€t zu gießen, das das Licht einer beliebigen Quelle sauber zerlegt. Der Aufbau aus dem Praktikum, StĂŒck fĂŒr StĂŒck begrĂŒndet:

  • Ein Kondensor sammelt das Licht der Quelle und bildet es auf einen schmalen Spalt ab — der Spalt wird zur eigentlichen, scharf begrenzten Lichtquelle.
  • Eine Linse bildet den Spalt scharf auf den Schirm ab — ohne Gitter entsteht dort ein einziges weißes Spaltbild.
  • Das Gitter im Strahlengang vervielfĂ€ltigt dieses Spaltbild: Das Maximum 0. Ordnung bleibt weiß (Gangunterschied null fĂŒr alle Farben), aber in den höheren Ordnungen bekommt jede WellenlĂ€nge ihren eigenen Winkel — Rot weiter außen als Blau, jede Farbe ein eigenes, scharfes Spaltbild.

Das Spektrum ist also eine Reihe von Spaltbildern, sortiert nach WellenlÀnge. Und jetzt wird es interessant, denn verschiedene Quellen schreiben verschieden:

  • Die GlĂŒhlampe liefert ein kontinuierliches Spektrum — ein lĂŒckenloses Farbband von Violett bis Rot.
  • Leuchtender Dampf (etwa die Quecksilberdampflampe) liefert ein Linienspektrum — einzelne scharfe, farbige Spaltbilder auf schwarzem Grund.

Kirchhoff und Bunsen erkannten darin ein Naturgesetz: Jedes Element sendet sein eigenes, unverwechselbares Linienmuster aus — einen Fingerabdruck aus Licht. Umgekehrt gilt es auch: Durchquert kontinuierliches Licht einen kĂŒhleren Dampf, schluckt dieser genau seine Fingerabdruck-Frequenzen. Im hellen Band erscheinen dunkle Linien — das Absorptionsspektrum, das GegenstĂŒck zum Emissionsspektrum des selbst leuchtenden Stoffs.

Genau solche dunklen Linien fand Fraunhofer zu Hunderten im Sonnenspektrum — die Fraunhofer-Linien. Heute wissen wir, was sie bedeuten: Das kontinuierliche Licht aus dem heißen Sonneninneren durchquert die kĂŒhleren Gase der SonnenatmosphĂ€re, und jedes Element dort hinterlĂ€sst seine dunklen FingerabdrĂŒcke. Die chemische Zusammensetzung eines Sterns, 150 Millionen Kilometer entfernt, abgelesen aus geritztem Glas — Approximavit sidera ist wörtlich gemeint.

Wo liegt eigentlich die Grenze des Sichtbaren? Misst man mit dem Gitterverfahren die RĂ€nder des Spektrums aus, ergibt sich der Bereich 380 nm bis 750 nm:

FarbeWellenlĂ€nge in nmFrequenz in 10Âč⁎ Hz
Rot750–6404,0–4,7
Orange640–6004,7–5,0
Gelb600–5555,0–5,4
GrĂŒn555–4855,4–6,2
Blau485–4306,2–7,0
Violett430–3807,0–7,9

Aber das Spektrum hört an diesen RĂ€ndern nicht auf — nur unser Auge tut es. Zwei Detektoren aus dem Versuch verlĂ€ngern den Blick: FĂŒhrt man eine ThermosĂ€ule ĂŒber das Spektrum, schlĂ€gt sie jenseits des roten Endes weiter aus — dort liegt die Infrarotstrahlung (WĂ€rmebild, IR-Fotografie, Fernbedienung). Ein Fluoreszenzschirm leuchtet jenseits des violetten Endes auf — Ultraviolett (Hautmedizin, Desinfektion; die optischen Aufheller im Waschmittel lassen weiße WĂ€sche im UV-Anteil des Tageslichts „weißer" leuchten). Radiowellen, Mikrowellen, Licht, Röntgen- und Gammastrahlung sind ein und dasselbe PhĂ€nomen — elektromagnetische Wellen, unterschieden allein durch die Frequenz ():

Ziehe die gelbe Marke ĂŒber die logarithmische Frequenzachse — von den Radiowellen (λ im Kilometerbereich) bis zur Gammastrahlung. Die Anzeige ĂŒbersetzt zwischen Frequenz- und WellenlĂ€ngen-Zehnerpotenz; die untere Zeile nennt eine typische Anwendung. Der grĂŒne Block ist das gesamte sichtbare Licht — finde ihn zuerst.

Halte einen Moment inne bei dem grĂŒnen Block: Mehr als zwölf Zehnerpotenzen Frequenz ĂŒberstreicht das Spektrum, und das Sichtbare belegt davon nicht einmal eine Oktave. Alles, was du je gesehen hast, fand in diesem schmalen Spalt statt.

Damit ist die Spektroskopie als Messverfahren komplett: Gitter plus Winkelmessung ĂŒbersetzt Licht in WellenlĂ€ngen, und das Linienmuster ĂŒbersetzt WellenlĂ€ngen in Elemente. Die Gerichtsmedizin weist so geringste Giftspuren nach, die Kunstgeschichte unterscheidet Goldrubin- von Kupferrubinglas, die Astronomie liest die Chemie der Sterne. Warum jedes Element genau seine Linien aussendet — die Frage fĂŒhrt in die Quantenphysik und bekommt dort ihre eigene Antwort.

Materialien (1)

Physische Manipulativa, die dieses Konzept konkret verankern — optional, gebrĂŒckt zum Symbol.

Leicht
Wahr / Falsch #1 15s ▶ Testen

Im Gitterspektrum wird rotes Licht stÀrker abgelenkt als blaues.

✓ Wahr
Der Ablenkwinkel wĂ€chst mit der WellenlĂ€nge (sin α = k·λ/b), und Rot hat die grĂ¶ĂŸere WellenlĂ€nge. Vorsicht beim Vergleich mit dem Prisma — dort ist es wegen der Dispersion genau umgekehrt.
Multiple Choice #2 20s ▶ Testen

Worin unterscheidet sich das Spektrum einer Quecksilberdampflampe von dem einer GlĂŒhlampe?

  • ● Die Dampflampe zeigt einzelne scharfe Linien, die GlĂŒhlampe ein kontinuierliches Farbband
  • ○ Die Dampflampe zeigt gar kein Spektrum
  • ○ Die GlĂŒhlampe zeigt nur eine einzige gelbe Linie
  • ○ Beide Spektren sehen identisch aus
Leuchtender Dampf sendet nur die fĂŒr das Element charakteristischen WellenlĂ€ngen aus — ein Linienspektrum. Der glĂŒhende Draht strahlt dagegen bei allen WellenlĂ€ngen des sichtbaren Bereichs, das Spektrum ist kontinuierlich.
LĂŒckentext #3 15s ▶ Testen

Kirchhoff und Bunsen erkannten, dass jedes chemische Element ein charakteristisches Linienspektrum aussendet — einen optischen ___, mit dem sich geringste Stoffmengen nachweisen lassen.

✓ Antwort: Fingerabdruck
Die Lage der Spektrallinien ist fĂŒr jedes Element einzigartig. Die Spektralanalyse identifiziert damit Stoffe in winzigsten Mengen — von der Flammenprobe bis zum Sternenlicht.
LĂŒckentext #4 15s ▶ Testen

Der WellenlÀngenbereich des sichtbaren Lichts in Luft reicht von etwa 380 nm (Violett) bis ___ nm (Rot).

✓ Antwort: 750
Die Grenzen misst man, indem man mit dem Gitterverfahren die RĂ€nder des sichtbaren Spektrums ausmisst. Jenseits davon geht es weiter — nur eben unsichtbar, als UV auf der kurzwelligen und IR auf der langwelligen Seite.
Multiple Choice #5 20s ▶ Testen

Mit welchem Detektor macht man die ultraviolette Strahlung jenseits des violetten Spektrumendes sichtbar?

  • ● Mit einem fluoreszierenden Leuchtschirm
  • ○ Mit einer ThermosĂ€ule
  • ○ Mit einem Lautsprecher
  • ○ Mit einer Kompassnadel
Fluoreszierende Stoffe wandeln die unsichtbare UV-Strahlung in sichtbares Licht um — der Schirm leuchtet dort, wo das Auge nichts sieht. Derselbe Effekt lĂ€sst optische Aufheller in Waschmitteln Weißes „weißer" leuchten.
Multiple Choice #6 25s ▶ Testen

Ordne die Strahlungsarten nach aufsteigender Frequenz.

  • ● Radiowellen → Mikrowellen → Infrarot → sichtbares Licht → UV → Röntgen → Gamma
  • ○ Gamma → Röntgen → UV → sichtbares Licht → Infrarot → Mikrowellen → Radiowellen
  • ○ Radiowellen → Infrarot → Mikrowellen → sichtbares Licht → Röntgen → UV → Gamma
  • ○ Mikrowellen → Radiowellen → sichtbares Licht → Infrarot → UV → Gamma → Röntgen
Alle sind elektromagnetische Wellen und unterscheiden sich nur in Frequenz bzw. WellenlĂ€nge (f = c/λ). Von den kilometerlangen Radiowellen bis zur Gammastrahlung ĂŒberstreicht das Spektrum mehr als zwölf Zehnerpotenzen — das Sichtbare ist ein winziger Ausschnitt.
Wahr / Falsch #7 15s ▶ Testen

Das sichtbare Licht macht den grĂ¶ĂŸten Teil des elektromagnetischen Spektrums aus.

✓ Falsch
Das Sichtbare umfasst nicht einmal eine Oktave (380–750 nm), wĂ€hrend das Gesamtspektrum von Radiowellen bis Gamma weit ĂŒber zwölf Zehnerpotenzen der Frequenz ĂŒberspannt. Unser Auge sieht nur einen schmalen Spalt des Ganzen.
Multiple Choice #8 25s ▶ Testen

Ein Gerichtsmediziner findet in einer Probe Spuren eines unbekannten Stoffs. Wie hilft die Spektralanalyse?

  • ● Das Linienspektrum der Probe wird mit den bekannten FingerabdrĂŒcken der Elemente verglichen
  • ○ Die Probe wird gewogen und mit Tabellen verglichen
  • ○ Das Gitter vergrĂ¶ĂŸert die Probe optisch
  • ○ Die Spektralanalyse funktioniert nur bei Sternenlicht
Bringt man die Probe zum Leuchten, verrĂ€t die Lage ihrer Spektrallinien die enthaltenen Elemente — schon geringste Giftmengen werden nachweisbar. Die Kunstgeschichte identifiziert so etwa Goldrubin- gegen Kupferrubinglas.
Mittel
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

In welcher Reihenfolge durchlÀuft das Licht ein Gitterspektroskop?

  • ● Lichtquelle → Kondensor → Spalt → Abbildungslinse → Gitter → Schirm
  • ○ Lichtquelle → Gitter → Spalt → Kondensor → Schirm
  • ○ Lichtquelle → Spalt → Kondensor → Schirm → Gitter
  • ○ Lichtquelle → Abbildungslinse → Gitter → Kondensor → Spalt
Der Kondensor sammelt das Licht der Quelle auf den Spalt, die zweite Linse bildet den Spalt scharf auf den Schirm ab, und erst dann zerlegt das Gitter das Bild in die Spektralfarben — jede Farbe liefert ein eigenes, scharfes Spaltbild.
Multiple Choice #2 12s ▶ Testen

Weißes Licht fĂ€llt auf ein optisches Gitter. Wie sieht das Maximum genau geradeaus (0. Ordnung) auf dem Schirm aus?

  • ○ Violett
  • ○ Dunkel
  • ● Weiß
Geradeaus ist der Gangunterschied fĂŒr jede WellenlĂ€nge null: Alle Farben verstĂ€rken sich dort zugleich, zusammen ergeben sie Weiß. Erst in höheren Ordnungen verlangt sin α = k·λ/b fĂŒr jede WellenlĂ€nge einen anderen Winkel – das Licht fĂ€chert auf, Violett innen, Rot außen. Die Mitte ist also weder dunkel noch in der am wenigsten abgelenkten Farbe.
Multiple Choice #3 20s ▶ Testen

Weißes Licht einer hellen Lampe geht durch eine Flamme mit Natriumdampf und dann ins Spektroskop. Was zeigt das Spektrum?

  • ● Ein buntes Band mit dunkler Linie im Gelb
  • ○ Ein buntes Band mit heller Linie im Gelb
  • ○ Nur eine helle gelbe Linie
Das ist ein Absorptionsspektrum: Der Natriumdampf steht zwischen der Lampe mit kontinuierlichem Spektrum und dem Beobachter und schluckt genau die gelbe WellenlĂ€nge, die er selbst beim Leuchten aussenden wĂŒrde – an dieser Stelle fehlt Licht, eine dunkle Linie. Eine helle gelbe Linie allein (Emissionsspektrum) sĂ€he man, wenn nur die Natriumflamme leuchtete.
Multiple Choice #4 30s ▶ Testen

Fraunhofer entdeckte im Sonnenspektrum zahlreiche dunkle Linien. Was verraten sie?

  • ● Welche Elemente in der SonnenatmosphĂ€re das Licht auf dem Weg nach außen absorbieren
  • ○ Dass die Sonne kein vollstĂ€ndiges Licht aussendet
  • ○ Die Temperatur im Erdinneren
  • ○ Dass das Gitter fehlerhafte Striche hat
Das kontinuierliche Licht aus dem Sonneninneren durchquert die kĂŒhleren Gase der SonnenatmosphĂ€re — jedes Element schluckt seine Fingerabdruck-Frequenzen. So kennt man die chemische Zusammensetzung der Sonne, ohne sie je zu berĂŒhren; Fraunhofers Grabinschrift „Approximavit sidera" (Er brachte uns die Sterne nĂ€her) meint genau das.
Multiple Choice #5 25s ▶ Testen

Wie weist man im Versuch Strahlung jenseits des roten Spektrumendes (Infrarot) nach?

  • ● Mit einer ThermosĂ€ule, die auch außerhalb des sichtbaren Bands noch ausschlĂ€gt
  • ○ Mit einem Fluoreszenzschirm, der dort hell aufleuchtet
  • ○ Mit einem zweiten Gitter hinter dem ersten
  • ○ Gar nicht — jenseits von Rot gibt es keine Strahlung
Die ThermosĂ€ule misst Strahlung ĂŒber ihre WĂ€rmewirkung und braucht kein Auge — gefĂŒhrt ĂŒber das Spektrum schlĂ€gt sie jenseits von Rot weiter aus. Anwendungen sind WĂ€rmebildtechnik, Medizin und IR-Fotografie.
Multiple Choice #6 25s ▶ Testen

Was macht das Gitter zum HerzstĂŒck eines Spektroskops?

  • ● Es lenkt jede WellenlĂ€nge unter einem anderen, berechenbaren Winkel ab und macht so die Zusammensetzung des Lichts messbar
  • ○ Es verstĂ€rkt schwaches Licht zu hellem
  • ○ Es filtert alle Farben außer einer heraus
  • ○ Es wandelt Licht in elektrischen Strom um
Über sin α = k·λ/b ĂŒbersetzt das Gitter WellenlĂ€ngen in Winkel — aus einer Winkelmessung wird eine WellenlĂ€ngenmessung. Genau dieser Schritt macht aus dem Interferenzversuch ein Messverfahren.