WellenlÀngenmessung mit Doppelspalt und Gitter

Wavelength Measurement with Double Slit and Grating

Physik Klasse 12 14 Aufgaben
InterferenzWellenKerncurriculum

Interferenz wird quantitativ: Aus dem Gangunterschied Δs = b·sin α folgen die Bedingungen b·sin α = k·λ fĂŒr Maxima und Δs = (2k−1)·λ/2 fĂŒr Minima. Die KleinwinkelnĂ€herung sin α ≈ tan α gilt erst nach expliziter PrĂŒfung (α unter etwa 10°) — nie automatisch nĂ€hern. Am Gitter werden die Maxima schĂ€rfer und heller als am Doppelspalt; ĂŒber die Gitterkonstante lĂ€sst sich die WellenlĂ€nge von Laser und LEDs bestimmen und der sichtbare Bereich 380–750 nm verorten. Das kontinuierliche Spektrum der Halogenlampe steht dabei dem Linienspektrum der Hg-Lampe gegenĂŒber — mit Fraunhofer, dem Erfinder des optischen Gitters, als historischem Anker. TrĂ€gt Spektroskopie und den Einstieg in die Quantenphysik.

Können & Üben

Schwingkreis-und-Wellen-Werkstatt — vom LC-Kreis zum Licht

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90 min · once

physiksaal

Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Dieselbe Schwingung, die im LC-Kreis pendelt, lĂ€uft am Ende als Welle durch den Raum — und wird zweimal vermessen, bei 3 cm und bei 650 nm. Station 1 — LC-Entladung am Interface. Vermuten: Der geladene Kondensator wird statt ĂŒber einen Widerstand ĂŒber eine Spule entladen — was zeigt die Spannungskurve? Beobachten: Statt des exponentiellen Abfalls entsteht eine gedĂ€mpfte Schwingung; U und I sind um eine Viertelperiode versetzt. Mit halber KapazitĂ€t steigt die Frequenz um den Faktor Wurzel 2, der Eisenkern in der Spule senkt sie — Thomson-Check gegen T = 2π·Wurzel(L·C). ErklĂ€ren: Feldenergie des Kondensators und des Spulenfelds pendeln hin und her, wie Feder und Masse. Modellgrenze: Der Spulenwiderstand dĂ€mpft — die Thomson-Gleichung gilt streng nur fĂŒr den ungedĂ€mpften Kreis. Sicherheitshinweis: Kondensatoren vor jedem Umbau entladen. Station 2 — Resonanz und RĂŒckkopplung. Vermuten: Der Funktionsgenerator regt den Kreis induktiv an — bei welcher Frequenz wird die Amplitude maximal? Beobachten: Beim Durchfahren der Erregerfrequenz wĂ€chst die Amplitude scharf um f0 herum an; die Resonanzkurve wird punktweise aufgenommen. Dann ĂŒbernimmt der Meißner-Baustein: Die Schwingung hĂ€lt sich selbst ungedĂ€mpft, weil die RĂŒckkopplung im richtigen Takt Energie nachschiebt. ErklĂ€ren: Resonanz heißt Anregung mit der Eigenfrequenz; die RĂŒckkopplung ersetzt den Ă€ußeren Erreger durch Selbststeuerung. Modellgrenze: Auch die Meißner-Schaltung erzeugt keine Energie — sie dosiert nur die Nachlieferung aus der Quelle. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Radio-EmpfĂ€nger-Artikel in der App — dort wĂ€hlt genau diese Resonanz aus allen Sendern einen aus. Station 3 — Dipol und Mikrowellenstrecke. Vermuten: Kommt hinter einem Drahtgitter, dessen StĂ€be parallel zum Empfangsdipol stehen, noch Signal an? Und wo liegen vor einer Metallwand die stillen Stellen? Beobachten: Sender und EmpfĂ€nger nur bei paralleler Ausrichtung gekoppelt (lineare Polarisation); das gedrehte Gitter sperrt bzw. öffnet den Weg. Vor der Metallplatte findet der wandernde Empfangsdipol Knoten im Abstand von etwa 1,6 cm — stehende Welle, λ = 3,2 cm; das Sandprisma knickt den Strahl (Brechung). ErklĂ€ren: Der schwingende Dipol strahlt eine Transversalwelle ab, die sich wie Licht reflektieren, brechen und polarisieren lĂ€sst; aus dem Knotenabstand folgt λ = 2 · 1,6 cm. Modellgrenze: Das Empfangssignal misst IntensitĂ€t, nicht FeldstĂ€rke — Knoten heißt "kein Empfang", nicht "kein Feld dahinter". Sicherheitshinweis: Nicht in die Hornantenne blicken. Station 4 — Laser und Gitter. Vermuten: Das Gitter mit der kleineren Gitterkonstante — rĂŒcken seine Leuchtpunkte enger oder weiter auseinander? Beobachten: Hinter dem Gitter erscheint eine Reihe scharfer Maxima; mit Maßband und Schirm-Maßstab werden AbstĂ€nde gemessen und ĂŒber b·sin(α) = k·λ die LaserwellenlĂ€nge bestimmt, dann eine unbekannte Lichtquelle vermessen. ErklĂ€ren: Gleiche Interferenzlogik wie bei den Mikrowellen in Station 3 — nur ist λ hier um den Faktor 50 000 kleiner, darum braucht es Gitter statt Metallplatten. Sicherheitshinweis: Laser nie in Augen oder auf reflektierende FlĂ€chen richten, Strahl unter Augenhöhe fĂŒhren. Abschluss in der Runde: Eine Kette bilden — LC-Kreis, offener Kreis als Dipol, abgestrahlte Welle, Licht. An welcher Stelle der Kette wurde welche GrĂ¶ĂŸe (f, λ, c) gemessen, und passt c = λ·f?

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4–16

Ein Laserstrahl fĂ€llt auf zwei haarfeine Spalte, dahinter ein Schirm. WĂ€re Licht ein Strom von KĂŒgelchen, mĂŒssten dort zwei helle Striche erscheinen. Stattdessen: ein ganzes Streifenmuster, hell, dunkel, hell, dunkel, weit ĂŒber die Spaltschatten hinaus. Licht interferiert — und wo Interferenz ist, lĂ€sst sich eine WellenlĂ€nge messen. Dazu brauchen wir die Geometrie hinter dem Muster:

Doppelspalt — der Gangunterschied Δs = b·sin ϑ S₁ S₂ b zu P (Max. k-ter Ordnung) Max. 0. Ordnung ϑ Δs

Der Schirm ist weit weg, die Strahlen von und zu einem fernen Punkt laufen darum praktisch parallel unter dem Winkel . Der untere Strahl hat einen lĂ€ngeren Weg — um die rote Strecke, den Gangunterschied. Im rechtwinkligen Dreieck an liest man ab:

VerstĂ€rkung gibt es, wenn beide Wellen im Gleichtakt ankommen — ein ganzes Vielfaches der WellenlĂ€nge —, Auslöschung auf halbem Weg dazwischen:

heißt die Ordnung des Maximums. Auf dem Schirm (Abstand ) misst man nicht , sondern den Abstand des Maximums von der Mitte — und der gehorcht . FĂŒr kleine Winkel sind Sinus und Tangens fast gleich ( fĂŒr ), und dann — nur dann — wird die Auswertung bequem:

Die KleinwinkelnĂ€herung ist ein Werkzeug mit Gebrauchsanweisung: stets prĂŒfen, nie automatisch nĂ€hern. Gleich kannst du im Applet zusehen, wie sie gĂŒltig wird und wieder zerbricht.

Vom Doppelspalt zum Gitter

Die Doppelspalt-Maxima sind leider breit und lichtschwach — schwer auszumessen. Joseph von Fraunhofer (1787–1826), Glasmacher in Benediktbeuern und auf seinem Grabstein als „Approximavit sidera" — er brachte uns die Sterne nĂ€her — gerĂŒhmt, fand den Ausweg: Mit einem Diamanten ritzte er hunderte feinste, parallele Linien in Glas — das erste optische Gitter. Bei 570 Strichen pro Millimeter betrĂ€gt die Gitterkonstante . Die Maximumsbedingung bleibt dieselbe — Gangunterschied benachbarter Strahlen gleich —, aber jetzt mĂŒssen hunderte Teilwellen exakt in Phase sein. Schon winzig daneben, und irgendein Partner löscht aus: Die Maxima werden messerscharf, hell und liegen weit auseinander — ideal zum Messen.

Verstelle die WellenlĂ€nge λ und die Gitterkonstante b. Vergleiche die Anzeigen sin ϑ₁ und tan ϑ₁ — solange sie ĂŒbereinstimmen, ist die KleinwinkelnĂ€herung erlaubt. Beobachte auch, wann höhere Ordnungen verschwinden.

Drei Experimente lohnen sich. Erstens: Schiebe auf 4 ”m — die Winkel werden klein, und stimmen auf drei Stellen ĂŒberein, die NĂ€herung ist erlaubt. Zweitens: Enges Gitter, , rotes Licht — jetzt klaffen Sinus und Tangens auseinander, wer hier benutzt, misst falsch. Drittens: Beobachte bei wachsendem , wie erst , dann verschwindet — kann nicht grĂ¶ĂŸer als 1 werden, also existieren nur Ordnungen mit .

Damit ist das Gitter ein Messinstrument: Winkel des ersten Maximums messen, rechnen — im SchĂŒlerexperiment bestimmt man so die WellenlĂ€nge des Schullasers und einzelner LEDs. Und es ist mehr als das. Ersetzt man den Laser durch eine Halogenlampe, zerlegt das Gitter das weiße Licht in ein kontinuierliches Spektrum: Rot wird stĂ€rker abgelenkt als Blau, hat also die grĂ¶ĂŸere WellenlĂ€nge. Eine Quecksilberdampflampe liefert stattdessen ein Linienspektrum aus wenigen scharfen Farben — jedes Element hat seinen eigenen Fingerabdruck (Kirchhoff und Bunsen), und genau darauf baut die Spektralanalyse. Sichtbar ist fĂŒr uns dabei nur das Fenster von etwa (Violett) bis (Rot) — Fraunhofers dunkle Linien im Sonnenspektrum, mit seinem eigenen Gitter entdeckt, öffnen von hier den Weg in die Quantenphysik.

Materialien (1)

Physische Manipulativa, die dieses Konzept konkret verankern — optional, gebrĂŒckt zum Symbol.

Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Was bezeichnet der Gangunterschied Δs beim Doppelspalt?

  • ● Die Differenz der WeglĂ€ngen, die beide Teilwellen bis zum Beobachtungspunkt zurĂŒcklegen
  • ○ Den Abstand der beiden Spalte voneinander
  • ○ Die Entfernung zwischen Doppelspalt und Schirm
  • ○ Die Breite eines einzelnen Spalts
Beide Spalte senden gleichphasige Elementarwellen aus. Ob sie sich am Schirm verstĂ€rken oder auslöschen, entscheidet allein ihr Wegunterschied Δs.
Multiple Choice #2 20s ▶ Testen

Unter welcher Bedingung entsteht am Doppelspalt ein Maximum k-ter Ordnung?

  • ● b·sin α = k·λ
  • ○ b·sin α = (2k − 1)·λ/2
  • ○ b·tan α = k·λ ohne jede Voraussetzung
  • ○ sin α = k·b/λ
Konstruktive Interferenz verlangt einen Gangunterschied von ganzen WellenlĂ€ngen. Mit Δs = b·sin α ergibt sich die Maximumsbedingung b·sin α = k·λ.
Multiple Choice #3 20s ▶ Testen

Dasselbe Laserlicht fÀllt einmal auf einen Doppelspalt, einmal auf ein Gitter mit gleichem Spaltabstand. Wie unterscheidet sich das Maximum 1. Ordnung?

  • ● Am gleichen Ort, beim Gitter schmaler und heller
  • ○ Am gleichen Ort, beim Gitter breiter und blasser
  • ○ Beim Gitter weiter außen, gleich breit
Der Ort eines Maximums hĂ€ngt nur vom Spaltabstand und der WellenlĂ€nge ab (b·sin α = k·λ), nicht von der Zahl der Spalte. Beim Gitter ĂŒberlagern sich aber Wellen aus sehr vielen Spalten: Die Maxima werden viel heller und zugleich schmaler. Deshalb lassen sich Winkel und WellenlĂ€ngen mit dem Gitter genauer messen als mit dem Doppelspalt.
LĂŒckentext #4 15s ▶ Testen

Das aus scharfen, einfarbigen Linien bestehende Spektrum einer Hg-Lampe nennt man ___.

✓ Antwort: Linienspektrum
Jedes Element sendet sein charakteristisches Linienspektrum aus. Darauf beruht die Spektralanalyse — schon geringste Stoffmengen sind so nachweisbar.
Wahr / Falsch #5 15s ▶ Testen

Der WellenlÀngenbereich von sichtbarem Licht in Luft reicht von etwa 380 nm bis 750 nm.

✓ Wahr
Richtig! Violett liegt am kurzwelligen Ende bei etwa 380 nm, Rot am langwelligen bei etwa 750 nm. Jenseits davon schließen sich UV- und IR-Strahlung an.
Mittel
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

Unter welcher Bedingung löschen sich die beiden Teilwellen am Doppelspalt aus (Minimum)?

  • ● Δs = (2k − 1)·λ/2
  • ○ Δs = k·λ
  • ○ Δs = 2k·λ
  • ○ Δs = 0
Bei einem Gangunterschied von ungeradzahligen halben WellenlĂ€ngen treffen Wellenberg und Wellental aufeinander. Die Auslenkungen addieren sich zu null — destruktive Interferenz.
Zahleneingabe #2 50s ▶ Testen

Ein Gitter mit der Gitterkonstante b = 2,0 ”m zeigt das Maximum 1. Ordnung unter einem Winkel mit sin α = 0,32. Berechne die WellenlÀnge des Lichts. (Antwort in Nanometern)

✓ Antwort: 640
λ = b·sin α / k = 2,0·10⁻⁶ m · 0,32 / 1 = 6,4·10⁻⁷ m = 640 nm. Das ist rotes Licht — etwa das einer roten LED im SchĂŒlerexperiment.
Zahleneingabe #3 35s ▶ Testen

Ein optisches Gitter trÀgt 500 Spalte pro Millimeter. Berechne die Gitterkonstante b. (Antwort in Mikrometern)

✓ Antwort: 2
b = 1 mm / 500 = 0,002 mm = 2 ”m. Die Gitterkonstante ist der Abstand benachbarter Spaltmitten.
Multiple Choice #4 25s ▶ Testen

Wann darf die KleinwinkelnĂ€herung sin α ≈ tan α verwendet werden?

  • ● Nur nach expliziter PrĂŒfung, dass der Winkel klein ist (unter etwa 10°)
  • ○ Immer, wenn ein Laser als Lichtquelle dient
  • ○ Immer beim optischen Gitter
  • ○ Nur bei Mikrowellen, nie bei Licht
FĂŒr kleine Winkel stimmen Sinus und Tangens nahezu ĂŒberein — fĂŒr große nicht. Man muss stets prĂŒfen, ob die NĂ€herung zulĂ€ssig ist, bevor man sie benutzt.
Wahr / Falsch #5 25s ▶ Testen

Beim optischen Gitter darf man die KleinwinkelnÀherung immer anwenden, weil die Maxima dort besonders hell sind.

✓ Falsch
Falsch! Die Helligkeit hat mit der NĂ€herung nichts zu tun. Gerade beim Gitter treten oft große Beugungswinkel auf, bei denen sin α ≈ tan α nicht mehr gilt — die GĂŒltigkeit ist jedes Mal zu prĂŒfen.
Multiple Choice #6 25s ▶ Testen

Weißes Licht fĂ€llt auf ein Gitter. Welche Farbe wird im Spektrum 1. Ordnung stĂ€rker abgelenkt?

  • ● Rot, denn es hat die grĂ¶ĂŸere WellenlĂ€nge
  • ○ Blau, denn es hat die grĂ¶ĂŸere Frequenz
  • ○ Beide gleich stark
  • ○ GrĂŒn, denn es liegt in der Mitte des Spektrums
Aus b·sin α = k·λ folgt, dass ein grĂ¶ĂŸeres λ einen grĂ¶ĂŸeren Beugungswinkel bedeutet. Rot (bis 750 nm) wird deshalb stĂ€rker abgelenkt als Blau — anders als beim Prisma.
Multiple Choice #7 25s ▶ Testen

Worin unterscheidet sich das Gitterspektrum einer Halogenlampe von dem einer Quecksilberdampflampe?

  • ● Halogenlampe kontinuierliches Spektrum, Hg-Lampe scharfe einfarbige Spektrallinien
  • ○ Beide zeigen dasselbe kontinuierliche Spektrum
  • ○ Halogenlampe einzelne Linien, Hg-Lampe kontinuierliches Band
  • ○ Die Hg-Lampe erzeugt gar kein Spektrum
Der glĂŒhende Draht sendet alle WellenlĂ€ngen aus — ein kontinuierliches Spektrum. Das leuchtende Quecksilberdampf-Gas sendet nur diskrete Linien, seinen charakteristischen Fingerabdruck.
Schwer
Zahleneingabe #1 60s ▶ Testen

Beim Doppelspaltversuch mit einem Laser (Spaltabstand b = 0,2 mm, Schirmabstand a = 2,0 m) liegen benachbarte Maxima d = 6,0 mm auseinander. Berechne mit der KleinwinkelnÀherung λ = d·b/a. (Antwort in Nanometern)

✓ Antwort: 600
λ = 6,0·10⁻³ m · 2,0·10⁻⁎ m / 2,0 m = 6,0·10⁻⁷ m = 600 nm. Bei so kleinen Winkeln sind die AbstÀnde benachbarter Maxima annÀhernd konstant.
Zahleneingabe #2 55s ▶ Testen

Berechne die Frequenz von rotem Licht mit λ = 750 nm. (c = 3,0·10⁞ m/s, Antwort in 10Âč⁎ Hz)

✓ Antwort: 4
f = c/λ = 3,0·10⁞ / 7,5·10⁻⁷ Hz = 4,0·10Âč⁎ Hz. Rotes Licht markiert das langwellige, niederfrequente Ende des sichtbaren Bereichs.