Wirbelströme im Topfboden
Eddy Currents in the Pot Base
Das hochfrequente Wechselfeld der Spule (25â50 kHz) durchsetzt den ferromagnetischen Topfboden. Der magnetische Fluss durch den Boden Ă€ndert sich zigtausendmal pro Sekunde â nach dem Induktionsgesetz entstehen kreisende Induktionsströme, die Wirbelströme, und der ohmsche Widerstand des Bodens verwandelt sie in Joulesche WĂ€rme direkt am Topf. Jedes Glied der Kette f â ĆȘ = 4·fÂ·ÎŠÌ â I_W â P = R·IÂČ hat im Applet eine Anzeige; Glas ist Nichtleiter (Spannung ja, Strom nein). Das Ringpendel ist der Laborzwilling. Im einfachen Modell wĂ€chst die Heizleistung mit fÂČ, deshalb arbeitet der Herd weit oberhalb der Netzfrequenz; der Alutopf bleibt als offener Widerspruch stehen, den der Abschnitt zum Skineffekt auflöst.
Können & Ăben
Induktions-Werkstatt â Spannung aus Bewegung
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physiksaal
Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten â Beobachten â ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Wann entsteht Induktionsspannung â und wogegen wehrt sie sich? Station 1 â Bewegung im Feld (Leiterschaukel und bewegte Spule). Vermuten: Was erhöht den Spannungsausschlag â schneller ziehen, mehr Windungen, stĂ€rkerer Magnet? Beobachten: Messreihen wie im Skript â bei halber Geschwindigkeit halbiert sich U, doppelte Windungszahl n verdoppelt es, schwĂ€cheres B senkt es. Ruht der Leiter, ist U null. ErklĂ€ren: Auf die mitbewegten Ladungen wirkt die Lorentzkraft; U hĂ€ngt von B, wirksamer LĂ€nge bzw. FlĂ€che und Geschwindigkeit ab. Modellgrenze: Die Schaukel misst Momentwerte nur grob â deshalb gleich Station 2. Station 2 â Feld Ă€ndern statt bewegen (Feldspule). Vermuten: Es bewegt sich nichts â kann trotzdem Spannung entstehen, wenn der Strom in der Feldspule hochgeregelt wird? Beobachten: WĂ€hrend der Strom sich Ă€ndert, zeigt die eingelegte Induktionsspule Spannung; sie ist umso gröĂer, je schneller geregelt wird, und verschwindet bei konstantem Strom. ErklĂ€ren: Beide FĂ€lle fasst der magnetische Fluss Ί = B·A zusammen â induziert wird bei jeder FlussĂ€nderung, U = -n·dΊ/dt. Modellgrenze: Die Handregelung macht dΊ/dt nur nĂ€herungsweise konstant; das Interface zeigt den echten Verlauf. Station 3 â Lenz-Parcours. An drei Teilaufbauten wird jeweils erst laut vermutet, dann geprĂŒft: (a) Thomson-Ring â der geschlossene Ring springt beim Einschalten vom Elektromagneten, der geschlitzte bleibt liegen; (b) der Magnet fĂ€llt durchs Kupferrohr in Zeitlupe, durchs Plastikrohr normal (Stoppuhr!); (c) das Waltenhofen-Pendel wird mit massiver Scheibe im Feld abgebremst, mit geschlitzter kaum. ErklĂ€ren: Der Induktionsstrom ist stets so gerichtet, dass er seiner Ursache entgegenwirkt â sonst brĂ€che die Energieerhaltung (ein sich selbst beschleunigender Magnet wĂ€re ein Perpetuum mobile). Modellgrenze: "Widersetzen" heiĂt hemmen, nicht verhindern â der Magnet fĂ€llt ja weiter. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Induktionsherd-Artikel in der App â dort erhitzen dieselben Wirbelströme den Topfboden. Station 4 â Selbstinduktion (Ein-/Ausschaltversuch mit Glimmlampe). Vermuten: Die Glimmlampe zĂŒndet erst ab etwa 160 V â kann sie in einem Stromkreis mit kleiner Batteriespannung ĂŒberhaupt aufleuchten? Beobachten: Beim Einschalten leuchtet die Lampe hinter der Spule verzögert auf; beim Ăffnen des Schalters blitzt die Glimmlampe hell auf. ErklĂ€ren: Die Spule induziert sich selbst â beim Einschalten bremst die Gegenspannung den Stromanstieg, beim Abschalten treibt die schnelle FlussĂ€nderung die Spannung weit ĂŒber die Quellspannung. Sicherheitshinweis: Vorsicht Spannungsspitze â Spulenkontakte beim Abschalten nicht berĂŒhren und Spulen nie abrupt von Hand trennen; starke Neodymmagnete von Elektronik und Karten fernhalten, Quetschgefahr. Abschluss in der Runde: Alle vier Stationen in einem Satz â induziert wird bei FlussĂ€nderung, die Richtung bestimmt Lenz, und eine Spule tut das auch mit sich selbst.
physik-experimente-lead
4â16
Beginnen wir unter dem Glas. Dort liegt eine flache Spule, durch die
ein Wechselstrom flieĂt. Die
Wie viel Feld durch eine FlÀche tritt, misst der magnetische
Lies zuerst den Chip
Jede Strombahn hat einen Widerstand
Schalte jetzt auf den Topfboden aus Glas. Der Chip
Nur der Aluminiumtopf passt nicht in die Kette. Aluminium leitet rund
22-mal besser als der Stahl eines Topfbodens (spezifischer Widerstand
Voraussetzungen (1)
Beim Induktionsherd erhitzt eine heiĂe Platte unter dem Glas den Topf von unten.
Die Spule unter dem Kochfeld wird mit Gleichstrom statt mit Wechselstrom betrieben, das Magnetfeld ist also konstant. Was passiert im Stahltopf?
Ein Glastopf bleibt auf dem eingeschalteten Induktionsherd kalt. Warum?
Im Applet (gleicher Spulenstrom, Feld im ganzen Boden) wird die Frequenz von 25 kHz auf 50 kHz verdoppelt. Was passiert mit dem Wirbelstrom im Topfboden?
Beim Ringpendel schwingt ein geschlossener Aluminiumring in ein Magnetfeld und wird stark abgebremst, ein geschlitzter Ring kaum. Was zeigt das?
Ein gewöhnlicher Aluminiumtopf funktioniert auf dem Induktionsherd schlecht, obwohl Aluminium ein sehr guter elektrischer Leiter ist.
Stelle in der Figur f = 25 kHz ein und schalte auf den Topfboden aus Glas. Welche Spannung ĆȘ zeigt der Chip (in V, eine Nachkommastelle)?
Eine Strombahn im Topfboden hat den Widerstand R = 0,02 Ω, der Wirbelstrom ist I = 100 A. Welche Leistung P = R·IÂČ setzt sie in WĂ€rme um (in W)?
Stelle in der Figur f = 50 kHz ein (Topfboden aus Stahl). Welche Spannung ĆȘ zeigt der Chip (in V, eine Nachkommastelle)?
Drei Transformatorkerne gleicher Form sitzen im selben 50-Hz-Wechselfeld. Welcher wird am wÀrmsten?
Der Wirbelstrom in einer Bahn sinkt bei gleichem Widerstand auf die HĂ€lfte. Auf wie viel Prozent sinkt die Heizleistung?
Im einfachen Modell wĂ€chst die Heizleistung mit fÂČ. Wievielmal gröĂer ist P bei 25 kHz als bei den 50 Hz der Steckdose?