Wenn das Bezahlen ausfällt
When Payments Fail
Im Mai 2022 verweigerten in ganz Deutschland Kartenterminals tagelang die girocard — wegen eines Software-Fehlers in einem einzigen Terminal-Modell. Kaputt war dabei nur das Fragen (die Autorisierung); kein Guthaben war weg, kein Cent verschwunden. Läden halfen sich mit Offline-Verfahren und vor allem mit Bargeld, das ohne Netz, Strom und Bank funktioniert — die Ausfallreserve des Bezahlens, mit der noch immer etwa jeder zweite Einkauf bezahlt wird. Das Thema festigt die Trennung von Versprechen und Geldbewegung am Ernstfall und bereitet das Urteilen über Zahlungsarten im privaten Haushalt vor.
Können & Üben
Die Klassen-Bank — Bezahlen mit Kontobüchern
workshop60 min · once
klassenraum
Eine Runde Klassen-Bank nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – Erklären; die Kinder spielen das Bezahlsystem selbst nach und erleben dann seinen Ausfall. Die Begleitperson moderiert und spielt notfalls die Bundesbank. Runde 1 — Bargeld. Zwei Kinder handeln mit Spielgeld: Ware gegen Schein, fertig. Beobachten und festhalten — der Handel braucht niemanden außer den beiden. Das ist die Referenz für alles Weitere. Runde 2 — Die Bank macht Buchgeld. Ein Kind wird Bank und führt das dicke Heft mit einer Seite pro Kind. Wer will, zahlt Spielgeld ein — die Scheine wandern in die gemeinsame Bank-Kasse, das Kind bekommt dafür eine Zeile im Buch. Vermuten: Liegen „deine“ Scheine jetzt in einem eigenen Fach? Prüfen lassen — nein, es gibt nur die eine Kasse und die Einträge. Wer abhebt, bekommt irgendwelche Scheine im richtigen Wert zurück. Runde 3 — Kartenzahlung. Käuferin und Verkäufer handeln jetzt per Karton-Karte. Ablauf genau nachspielen: Der Verkäufer ruft der Bank zu — „Karte von Mia, 3 €, geht das?“ Die Bank prüft im Buch und ruft „JA!“ (die Autorisierung; Ware wechselt sofort die Hand). Erst am „Abend“ (Glocke) verrechnet die Bank alle gesammelten Zahlungen — bei jedem Kauf eine Zeile minus, eine Zeile plus. Vermuten vorher: Was reist beim „JA!“ durch den Raum? Beobachten: nur Worte — kein Schein bewegt sich, die Karte bleibt leer. Bezahlt wird mit dem Stift, nicht mit einem Ding. Runde 4 — Die Bank fällt aus. Ohne Vorwarnung das Schild STÖRUNG aufstellen; das Bank-Kind antwortet nicht mehr. Vermuten: Kann jetzt noch jemand einkaufen? Beobachten: Kartenzahlung stirbt sofort — niemand kann fragen, niemand bucht. Bargeld-Paare handeln ungestört weiter. Wer mag, spielt die Notlösung nach — der Verkäufer schreibt die Kartenzahlung auf einen Zettel und fragt die Bank später (Offline-Verfahren, Risiko beim Verkäufer). Erklären: Kaputt war nur das Fragen, kein Guthaben hat sich geändert — genau wie beim echten Terminal-Ausfall im Mai 2022, als Supermärkte tagelang „Heute nur Bargeld“ aushängten. Abschluss. An der Tafel die zwei Uhren aufmalen — Sekunden für das Versprechen (Autorisierung), Tage für das Geld (Verrechnung von Buch zu Buch) — und die Ausgangsfrage beantworten lassen: Wo ist das Geld? In den Büchern. Es fliegt nicht, es wird geschrieben.
guide
4–16
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Im Supermarkt zeigt das Terminal „Störung — Zahlung nicht möglich“. Was ist kaputt?
Während der großen Terminal-Störung im Mai 2022 war das Guthaben der Kundinnen und Kunden von ihren Konten verschwunden.
Das Terminal beim Bäcker ist ausgefallen. Womit kann Jonas seine Brezen trotzdem sofort bezahlen?
Welche Zahlung klappt auch ganz ohne Verbindung zu einer Bank?
Wenn die Terminals ausfallen, greifen Läden auf die älteste Zahlungsform zurück, auf ___.
Mai 2022 — in vielen deutschen Supermärkten ging tagelang keine girocard-Zahlung. Woran lag es?
Bei manchen Störungen arbeitet ein Terminal offline weiter — es merkt sich die Zahlung und fragt die Bank später.
Wer konnte während der Störung 2022 ohne jede Änderung weiter kassieren?
Ungefähr jeder zweite Einkauf in Deutschland wird noch bar bezahlt.
Während der Störung — welcher Satz eines Kunden stimmt?
Stromausfall im ganzen Viertel. Welche Kasse kann weiter verkaufen?