Autorisierung und Verrechnung

Authorization and Settlement

Wirtschaft und Recht Klasse 8 12 Aufgaben
GeldZahlungsverkehrAutorisierungVerrechnunggirocardInfrastrukturKerncurriculum

Eine Kartenzahlung besteht aus zwei getrennten Momenten. Beim Piepen läuft nur eine Frage zur Bank und zurück — „Karte gültig? Reicht das Guthaben?“ — die Autorisierung, ein Versprechen in Sekunden. Das Geld bewegt sich erst später: Die Banken sammeln die Zahlungen des Tages, verrechnen sie im Paket und gleichen die Differenz über ihre Konten bei der Bundesbank aus — darum sieht der Händler das Geld erst nach ein bis zwei Bankarbeitstagen. Das Zwei-Momente-Modell verhindert die Vorstellung, beim Tippen wandere das Geld selbst durch die Leitung, und trägt das Folge-Thema Ausfall: Was kaputtgeht, ist das Fragen, nie das Guthaben.

Können & Üben

Die Klassen-Bank — Bezahlen mit Kontobüchern

workshop

60 min · once

klassenraum

Eine Runde Klassen-Bank nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – Erklären; die Kinder spielen das Bezahlsystem selbst nach und erleben dann seinen Ausfall. Die Begleitperson moderiert und spielt notfalls die Bundesbank. Runde 1 — Bargeld. Zwei Kinder handeln mit Spielgeld: Ware gegen Schein, fertig. Beobachten und festhalten — der Handel braucht niemanden außer den beiden. Das ist die Referenz für alles Weitere. Runde 2 — Die Bank macht Buchgeld. Ein Kind wird Bank und führt das dicke Heft mit einer Seite pro Kind. Wer will, zahlt Spielgeld ein — die Scheine wandern in die gemeinsame Bank-Kasse, das Kind bekommt dafür eine Zeile im Buch. Vermuten: Liegen „deine“ Scheine jetzt in einem eigenen Fach? Prüfen lassen — nein, es gibt nur die eine Kasse und die Einträge. Wer abhebt, bekommt irgendwelche Scheine im richtigen Wert zurück. Runde 3 — Kartenzahlung. Käuferin und Verkäufer handeln jetzt per Karton-Karte. Ablauf genau nachspielen: Der Verkäufer ruft der Bank zu — „Karte von Mia, 3 €, geht das?“ Die Bank prüft im Buch und ruft „JA!“ (die Autorisierung; Ware wechselt sofort die Hand). Erst am „Abend“ (Glocke) verrechnet die Bank alle gesammelten Zahlungen — bei jedem Kauf eine Zeile minus, eine Zeile plus. Vermuten vorher: Was reist beim „JA!“ durch den Raum? Beobachten: nur Worte — kein Schein bewegt sich, die Karte bleibt leer. Bezahlt wird mit dem Stift, nicht mit einem Ding. Runde 4 — Die Bank fällt aus. Ohne Vorwarnung das Schild STÖRUNG aufstellen; das Bank-Kind antwortet nicht mehr. Vermuten: Kann jetzt noch jemand einkaufen? Beobachten: Kartenzahlung stirbt sofort — niemand kann fragen, niemand bucht. Bargeld-Paare handeln ungestört weiter. Wer mag, spielt die Notlösung nach — der Verkäufer schreibt die Kartenzahlung auf einen Zettel und fragt die Bank später (Offline-Verfahren, Risiko beim Verkäufer). Erklären: Kaputt war nur das Fragen, kein Guthaben hat sich geändert — genau wie beim echten Terminal-Ausfall im Mai 2022, als Supermärkte tagelang „Heute nur Bargeld“ aushängten. Abschluss. An der Tafel die zwei Uhren aufmalen — Sekunden für das Versprechen (Autorisierung), Tage für das Geld (Verrechnung von Buch zu Buch) — und die Ausgangsfrage beantworten lassen: Wo ist das Geld? In den Büchern. Es fliegt nicht, es wird geschrieben.

guide

4–16

Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Mia hält ihre girocard an das Terminal. Nach zwei Sekunden piept es. Was ist in diesen zwei Sekunden passiert?

  • ● Ihre Bank hat geantwortet — Karte gültig, Guthaben reicht
  • ○ Ihr Geld ist auf das Konto des Ladens gewandert
  • ○ Das Terminal hat das Geld aus der Karte genommen
Der Pieps ist die Autorisierung — ein Ja der Bank, ein Versprechen. Das Geld bewegt sich erst später, und in der Karte steckt gar keins — sie ist ein Schlüssel zum Konto, keine Geldbörse.
Wahr / Falsch #2 15s ▶ Testen

Wenn das Terminal beim Bäcker piept, sind die 8 € schon auf dem Konto des Bäckers.

✓ Falsch
Beim Piepen gibt es nur das Versprechen. Verrechnet wird später im Paket mit allen Zahlungen des Tages — auf dem Konto des Bäckers erscheint das Geld erst nach ein bis zwei Bankarbeitstagen.
Multiple Choice #3 20s ▶ Testen

Mia zahlt 8 € mit Karte. Was schickt das Terminal durch die Leitung zur Bank?

  • ● Eine Anfrage — ist die Karte gültig und reichen 8 €?
  • ○ Die 8 € selbst, als digitale Münzen
  • ○ Mias ganzen Kontostand für den Bäcker
Durch die Leitung reisen nur Fragen und Antworten, nie Geld. Digitale Münzen gibt es im Kartensystem nicht — Geld ist ein Eintrag im Kontobuch, und der bleibt bei der Bank.
Lückentext #4 10s ▶ Testen

Die Sekunden-schnelle Antwort der Bank — Karte gültig, Betrag passt — heißt ___.

✓ Antwort: Autorisierung
Die Autorisierung ist das Ja der Bank, eine Zahlungszusage. Sie prüft und verspricht — bewegt aber noch kein Geld.
Multiple Choice #5 15s ▶ Testen

Auf dem Kassenzettel steht „girocard“. Wie nennen viele Leute diese Karte im Alltag noch?

  • ● EC-Karte
  • ○ Kreditkarte
  • ○ Kundenkarte
Die deutsche Bankkarte heißt heute girocard; der alte Name „EC-Karte“ hält sich im Alltag. Eine Kreditkarte ist etwas anderes — dort sammelt die Bank die Beträge und bucht sie erst am Monatsende ab.
Mittel
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Der Bäcker verkauft am Dienstag viele Brezen gegen Karte. Wann sieht er das Geld auf seinem Konto?

  • ● Nach ein bis zwei Bankarbeitstagen
  • ○ In der Sekunde, in der es piept
  • ○ Erst am Ende des Monats
Die Zahlungen des Tages werden gesammelt, zwischen den Banken verrechnet und über die Bundesbank ausgeglichen. Dieser Weg von Buch zu Buch dauert ein bis zwei Bankarbeitstage.
Lückentext #2 10s ▶ Testen

Das Sammeln und Ausgleichen aller Kartenzahlungen zwischen den Banken nennt man ___.

✓ Antwort: Verrechnung
Bei der Verrechnung (Fachwörter Clearing und Settlement) zählen die Banken zusammen, wer wem wie viel schuldet, und gleichen nur die Differenz aus — über ihre Konten bei der Bundesbank.
Multiple Choice #3 20s ▶ Testen

In Mias Kontobuch steht am Abend „−8 € Bäckerei Huber“. Wo steht das passende Plus?

  • ● Im Kontobuch des Bäckers bei seiner Bank
  • ○ In Mias Karte gespeichert
  • ○ Als Scheine in der Ladenkasse
Zahlen heißt, ein Buch wird kleiner und ein anderes größer. Das Plus landet im Kontobuch des Bäckers — nicht in der Karte und nicht als Schein in der Kasse.
Multiple Choice #4 25s ▶ Testen

1 000 Kundinnen und Kunden zahlen an einem Tag im Supermarkt mit Karte. Wie kommt das Geld zur Bank des Supermarkts?

  • ● Gesammelt als ein Paket, verrechnet über die Konten der Banken bei der Bundesbank
  • ○ Jede Zahlung einzeln, sofort beim Piepen
  • ○ Ein Geldtransporter bringt abends die Scheine
Die Banken verrechnen die Zahlungen des Tages im Paket und gleichen nur die Differenz aus. Auch dabei rollt kein Schein — die Bundesbank ändert Einträge auf den Konten der Banken.
Wahr / Falsch #5 15s ▶ Testen

Auch zwischen den Banken fließen bei der Verrechnung keine Scheine — die Bundesbank ändert Einträge auf den Konten der Banken.

✓ Wahr
Die Banken haben selbst Konten, und zwar bei der Bundesbank. Verrechnet wird dort genauso wie bei Mia und dem Bäcker — ein Eintrag runter, ein Eintrag rauf, im europäischen TARGET-System.
Lückentext #6 15s ▶ Testen

Überweisungen in Euro laufen von Lissabon bis Helsinki nach denselben Regeln — im gemeinsamen Zahlungsraum namens ___.

✓ Antwort: SEPA
SEPA ist der einheitliche Euro-Zahlungsraum. Eine Überweisung nach Wien funktioniert damit genauso wie eine nach München — gleiche Regeln, gleiche Kontonummern-Form (IBAN).
Wahr / Falsch #7 15s ▶ Testen

Mias Bank hat beim Piepen Ja gesagt. Der Bäcker kann sicher sein, dass er seine 8 € auch wirklich bekommt.

✓ Wahr
Die Autorisierung ist eine Zahlungsgarantie der Bank — deshalb gibt der Bäcker die Brezen sofort heraus, obwohl das Geld erst Tage später in seinem Kontobuch steht.