Wo wir stehen und was wir brauchen

9 Minuten · 3 Abschnitte

Wo wir gerade stehen

Die bisherigen Artikel beschreiben eine Schule, die es so noch nicht gibt. Fido Campus ist im Aufbau. Dieser letzte Artikel legt offen, wo wir heute stehen, wohin wir wollen und wobei wir Ihre Hilfe brauchen.

Eine Schule baut man nicht allein am Schreibtisch. Wir führen bereits Pilotversuche mit echten Kindern durch und bauen eine Gemeinschaft aus Familien und Unterstützer:innen auf. Außerdem bereiten wir den Genehmigungsantrag für eine eigene Schule vor. Das Ziel ist, 2028, spätestens 2029, mit der ersten eigenen Grundschulklasse in München zu starten. Dieser Artikel ist für alle geschrieben, die nicht nur zuschauen, sondern mitgehen wollen.

Was schon läuft

Eine Schule, die fertig vom Reißbrett kommt, gibt es nicht. Wir bauen Fido so, wie Kinder bei uns lernen: in kleinen, echten Schritten. Ursprünglich sollte ein großes Sommercamp der erste Test sein. Es wurde abgesagt, weil Personal und Vorlauf fehlten. Statt eines großen Schaufensters laufen jetzt mehrere kleine Pilotversuche nebeneinander. Wir gehen dorthin, wo es Kinder, Räume und einen Alltag schon gibt, statt all das selbst aufzubauen.

Was gerade passiert:

  • Ein Pilot an einer bestehenden Schule. Das ist der entscheidende Schritt: acht Wochen täglicher Mastery-Block im Rechnen, mit einer freiwilligen Kleingruppe an einer kleinen freien Schule. Zum ersten Mal sehen wir über Wochen an einer echten Gruppe, ob das Modell trägt. Anfang November 2026 wird entschieden, ob es weitergeht und ob Lesen und Schreiben dazukommen. Ausführlich: Der Pilot an einer bestehenden Schule.
  • Prototypen und Klassentests. Die Mastery-Engine und ein KI-Mathe-Korrektor werden bereits in kleinen Gruppen mit einer begleitenden Lehrkraft erprobt. Ein erster Test mit einer echten Klasse, eine einzelne Unterrichtsstunde, ist geplant.
  • Lesen und Sprachen zu Hause. In einzelnen Familien lernen Kinder mit unserem Material lesen. Ein Sprachkurs-Pilot läuft mit einem einzelnen Lernenden.

Parallel entsteht eine Gemeinschaft, noch klein: interessierte Familien und erste Unterstützer:innen. Mit einer Stiftung haben wir darüber gesprochen, ob sie den Aufbau fördern könnte.

Im Hintergrund bereiten wir den Genehmigungsantrag vor. Fido Campus soll eine staatlich genehmigte Ersatzschule in Bayern werden. Der rechtliche Weg dorthin ist geklärt, und das pädagogische Konzept liegt in einer ersten Fassung vor. Die übrigen Unterlagen sind noch Entwürfe, und das Gespräch mit der Regierung von Oberbayern steht noch bevor. Offen ist damit vor allem, wie aus diesen Schritten bis 2028 eine Schule wird.

Der Weg zur eigenen Schule

Von „wir haben eine gute Idee“ bis „hier ist unsere Schule“ führt kein Sprung, sondern eine Leiter aus Pilotschritten. Jede Sprosse macht die nächste sicherer. Erst wenn ein Schritt die Belege gebracht hat, die der nächste verlangt, steigen wir weiter. Übersprungen wird keiner. Wir stehen mitten auf dieser Leiter.

Steig mit + und − die Leiter hinauf und wieder hinab: Welche Sprossen laufen schon, welche sind erst geplant? Ganz oben wartet die eigene Schule.

Dahinter steht dieser zeitliche Rahmen:

  • 2026 – prüfen und planen. Die Pilotversuche laufen. Noch in diesem Jahr sollen das Gespräch mit der Schulbehörde beginnen, die Gemeinschaft wachsen und die erste Finanzierung für den Aufbau zusammenkommen.
  • 2027 – entscheiden und einreichen. Die gesetzliche Frist ist der 31. März des Eröffnungsjahres. Weil die Bearbeitung Zeit braucht, reichen wir den vollständigen Antrag für eine Eröffnung 2028 aber schon im Lauf des Jahres 2027 bei der Regierung von Oberbayern ein. Die Hürde ist für eine private Grundschule bewusst hoch. Das Grundgesetz verlangt dafür die Anerkennung eines besonderen pädagogischen Interesses, und unser Antrag muss genau dieses Interesse belegen.
  • 2028 – öffnen. Start mit der ersten eigenen Grundschulklasse in München, mit etwa zwölf bis vierundzwanzig Kindern. Falls ein Baustein noch fehlt, ein Jahr später als Rückfallplan 2029.

Wir beginnen bewusst mit einer Grundschule. Das Abitur kommt später: über ein eigenes Gymnasium, in dem dieselben Kinder weiterlernen, und über die Externenprüfung, einen anspruchsvollen, aber gangbaren Weg. Das Gymnasium braucht eine eigene Genehmigung. Die Jahreszahlen sind Ziele und können sich verschieben; ob es 2028 oder 2029 wird, entscheiden wir spätestens Mitte 2027. Offen ist vor allem, wer diese Schritte mit uns geht.

Was wir brauchen

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, verstehen Sie Fido gut genug, um zu wissen, ob es etwas für Sie ist. Falls ja: Wir bauen diese Schule nicht für uns, sondern für Kinder. Dafür brauchen wir Menschen, die mitgehen. Wir haben drei konkrete Bitten.

Drei Wege, mitzubauen. Jeder für sich hilft schon.
  • Erfahrung aus der Grundschule. Am meisten fehlt uns Grundschuldidaktik aus erster Hand. Wir suchen eine Lehrkraft mit echter Grundschulerfahrung, die uns als Coach und Berater:in begleitet: im Pilotversuch und beim Modell selbst. Jemand, der weiß, wie Sechsjährige ticken, und uns offen sagt, wo unser Modell an der Wirklichkeit vorbeigeht.
  • Familien, die dabei sein wollen. Eine Schule beginnt mit Kindern. Vielleicht können Sie sich vorstellen, Ihr Kind einer Schule wie dieser anzuvertrauen: für einen Pilotversuch, einen Ferienkurs oder die erste Klasse. Dann wollen wir mit Ihnen reden. Auch Ihre Fragen und Zweifel helfen uns, es besser zu machen.
  • Jede Art von Unterstützung. Beratung, Fachwissen, ein Kontakt zur richtigen Person, ein Raum, Mittel für den Aufbau. Oder einfach dieser Artikel, weitergegeben an jemanden, den er interessieren könnte. Wir sind am Anfang, und am Anfang zählt jede helfende Hand doppelt.

Genau dafür sind diese Artikel da: nicht als Werbung, sondern als Gesprächsangebot. Vielleicht trifft Sie eine der drei Bitten, oder Sie sind einfach neugierig geworden. Dann schreiben Sie uns. Es wäre uns eine Freude, Fido gemeinsam mit Ihnen zu bauen.

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