Die Lernenden lesen die Rote Liste Bayern (0 ausgestorben oder verschollen, 1 vom Aussterben bedroht, 2 stark gefährdet, 3 gefährdet) und unterscheiden regionales von weltweitem Aussterben: Der Biber war in Bayern ausgerottet und ist zurück, die Wandertaube ist für immer fort. Als wichtigste Ursache erkennen sie den Verlust von Lebensraum (IPBES 2019) — besonders für Spezialisten wie Moorlibellen oder den Feldhamster im Acker. Sie räumen drei Fehlvorstellungen ab: Auf der Liste stünden nur Tiere, die Liste schütze selbst schon, und Ausgestorbenes lasse sich zurückzüchten. Das ist der Maßstab für die Nachhaltigkeitsbewertung in Klasse 9 und für die Neobiota als eine der fünf Hauptursachen.
Die letzte Wandertaube starb 1914 in einem Zoo in Cincinnati. Biber und Luchs waren in Bayern verschwunden, lebten aber anderswo weiter — und sind zurückgekehrt.
Der Biber war in Bayern ausgerottet. Heute leben dort wieder Tausende Biber.
âś“ Wahr
Im 19. Jahrhundert wurde der letzte bayerische Biber erlegt. Ab 1966 wurden Biber wieder angesiedelt; heute leben über 20 000 in Bayern. Ein regional ausgestorbenes Tier kann zurückkommen — ein weltweit ausgestorbenes nicht.
Der Feldhamster ist in Deutschland vom Aussterben bedroht. Was gefährdet ihn am stärksten?
● Die Felder werden früh und vollständig abgeerntet, bevor er Vorräte sammeln kann.
○ Spaziergänger beobachten ihn manchmal am Feldrand.
â—‹ Ein Winter bringt besonders viel Schnee.
Der Hamster lebt nur im Acker. Ändert sich die Bewirtschaftung, verliert er Nahrung und Deckung — sein Lebensraum geht verloren. Schnee schützt ihn im Bau sogar eher.
Es gibt Rote Listen für Pflanzen, Moose, Flechten und Pilze ebenso wie für Tiere. Pflanzen werden leicht übersehen — dabei hängen viele Tiere von genau einer Pflanzenart ab.
Je kleiner die Zahl, desto größer die Gefahr: 1 vom Aussterben bedroht, 2 stark gefährdet, 3 gefährdet. Auf der Vorwarnliste stehen Arten, die noch nicht gefährdet sind, aber abnehmen.
Sobald eine Art auf der Roten Liste steht, ist sie allein dadurch gesetzlich geschĂĽtzt.
âś“ Falsch
Die Rote Liste ist ein Gutachten von Fachleuten: Sie zeigt, wie gefährdet eine Art ist. Geschützt wird eine Art erst durch Gesetze und Verordnungen — und vor allem durch den Schutz ihres Lebensraums.
Heckrinder sehen dem Auerochsen ähnlich. Also hat man den ausgestorbenen Auerochsen zurückgezüchtet.
âś“ Falsch
Heckrinder sind Hausrinder, die nur so ähnlich aussehen. Der letzte Auerochse starb 1627 in Polen — mit ihm sind seine Erbanlagen für immer verloren.
Wie schnell sterben heute Arten aus, verglichen mit dem Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre?
â—Ź zehn- bis hundertmal schneller oder mehr
○ ungefähr gleich schnell
â—‹ langsamer, weil Menschen Arten schĂĽtzen
Der Weltbiodiversitätsrat IPBES schätzte 2019, dass etwa eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind und das Aussterbetempo um ein Vielfaches über dem natürlichen Durchschnitt liegt.
Welche Art ist durch Lebensraumverlust am stärksten gefährdet?
â—Ź eine Libelle, die nur in Hochmooren lebt
○ eine Taube, die in Städten und Wäldern lebt
â—‹ ein Fuchs, der fast ĂĽberall Nahrung findet
Spezialisten brauchen einen ganz bestimmten Lebensraum. Verschwindet das Hochmoor, hat die Libelle keinen anderen Ort — Taube und Fuchs weichen einfach aus.