Was wollte ich — und warum?
What did I want — and why?
Hinter jeder Handlung steckt ein Ziel, und hinter dem Ziel ein Beweggrund: Jonas räumt die Spülmaschine aus (Handlung), damit Mama sich freut (Ziel), weil er ihr helfen will (Beweggrund) — und trotzdem fällt ein Glas herunter (Folge). Die Kinder zerlegen solche Alltagsszenen: Welcher Satz nennt das Ziel, welcher die Handlung, welcher die Folge? Und welcher Beweggrund — Freude, Neid, der Wunsch nach Anerkennung, Hilfsbereitschaft, Angst, dazugehören wollen — hat jemanden angetrieben, wenn sein Gedanke in der Szene steht? Piaget (1932, *Le jugement moral chez l'enfant*) beschrieb, dass jüngere Kinder eine Tat nach der Größe des Schadens beurteilen und die Absicht übersehen; Nelson (1980, Child Development 51, 823–829) zeigte, dass schon Vorschulkinder Absichten berücksichtigen, wenn sie ausdrücklich genannt werden, und Cushman, Sheketoff, Wharton und Carey (2013, Cognition 127, 6–21) zeichnen nach, wie sich absichtsbasiertes Urteilen im Grundschulalter durchsetzt. Geübt wird darum die Trennung von Absicht und Folge, bevor Verantwortung für Folgen darauf aufbaut. Ob ein Beweggrund „gut genug“ ist — etwa Helfen, um gelobt zu werden — bleibt offen und wird begründet (Martens 1999, *Philosophieren mit Kindern*); geschlossen geprüft wird nur, was in der Szene steht. LehrplanPLUS GS Ethik 3/4, 1.1 Über das eigene Handeln nachdenken (Absichten und Ziele beschreiben, über Beweggründe nachdenken). Bereitet vor: `ethik.gs.folgen-und-alternativen` (Verantwortung für Folgen trotz guter Absicht) und `ethik.gewissen-verantwortung` (Ethik 9, Gewissen und Verantwortung).
Ermöglicht (1)
Jonas räumt die Spülmaschine aus, damit Mama sich freut. Dabei fällt ein Glas herunter. Welcher Satz nennt das Ziel von Jonas?
Elif übt jeden Tag Flöte, weil sie beim Schulfest vorspielen will. Ihr kleiner Bruder kann deshalb mittags nicht schlafen. Welcher Satz nennt das Ziel von Elif?
Ben versteckt Leas Mütze, weil er will, dass Lea ihm nachläuft und mit ihm spielt. Lea fängt an zu weinen. Welcher Satz nennt das Ziel von Ben?
Ahmed denkt: „Wenn ich das Tor schieße, klatschen alle für mich.“ Welcher Beweggrund treibt Ahmed an?
Jonas versteckt Elifs neuen Glitzer-Radiergummi. Er denkt: „Warum hat sie so einen und ich nicht?“ Welcher Beweggrund treibt Jonas an?
Ole wollte Papa mit einem Kuchen ĂĽberraschen. Der Kuchen ist verbrannt. Der verbrannte Kuchen war das Ziel von Ole.
Lea gibt Paul die Hälfte ihres Brots. Sie denkt: „Paul hat sein Pausenbrot vergessen, er hat sicher Hunger.“ Leas Beweggrund ist Hilfsbereitschaft.
Emil gieĂźt die Blumen der Nachbarin, damit sie im Urlaub nicht vertrocknen. Dass die Blumen nicht vertrocknen, ist Emils ___.
Mila reißt im Schulbeet alles Grüne heraus, damit die Möhren mehr Platz haben. Dabei reißt sie auch die kleinen Möhren mit aus. Welcher Satz nennt das Ziel von Mila?
Ahmed schreibt die Hausaufgabe schnell bei Ben ab, damit er früher zum Fußball kann. Am nächsten Tag weiß er in der Probe nicht weiter. Welcher Satz nennt das Ziel von Ahmed?
Mila sagt, sie habe die Vase nicht umgestoßen. Sie denkt: „Sonst darf ich am Wochenende nicht zu Oma.“ Welcher Beweggrund treibt Mila an?
Ben lacht über einen Witz, den er gemein findet. Er denkt: „Wenn ich nicht mitlache, gehöre ich nicht mehr zur Gruppe.“ Welcher Beweggrund treibt Ben an?
Kim zerknĂĽllt Tinas Bild, weil Tina dafĂĽr gelobt wurde und Kim nicht. Kims Beweggrund ist Angst.
Denk an etwas, das du in dieser Woche getan hast. Was wolltest du damit erreichen? Und warum wolltest du das?
Mila trägt der Nachbarin die Einkäufe, weil sie hofft, dafür Süßigkeiten zu bekommen. Ist ihre Hilfe dann weniger wert, als wenn sie nur helfen wollte? Begründe.