Argument und BegrĂĽndung (Meta-Ethik)

Argument and justification (meta-ethics)

Ethik Klasse 8 14 Aufgaben
EthikMeta-EthikArgumentationNormative Theorien

Die Schülerin zerlegt kurze Streitgespräche in Behauptung und Gründe, prüft, ob die Behauptung aus den Gründen folgt (Gültigkeit ist etwas anderes als Wahrheit — „Alle Vögel fliegen, Pinguine sind Vögel, also fliegen Pinguine" ist gültig und trotzdem falsch), ergänzt eine fehlende Prämisse und ordnet jeden Grund einer Art zu: Folgen (was wird besser oder schlechter? — Mill 1863), Pflicht oder Regel (was ist geboten, egal was herauskommt? — Kant 1785) oder Charakter (was täte ein guter Mensch? — Aristoteles). Verhindert wird das Fehlbild „über Werte kann man nicht streiten, das ist Geschmack": Wer einen Widerspruch von einem Argument unterscheiden kann, merkt, dass sich Werturteile begründen und prüfen lassen. Die Aufgaben benoten nie, welches Urteil richtig ist, nur die Struktur. Quellen: Toulmin 1958 (Behauptung, Daten, Schlussregel); Martens 2003 (die analytische Methode im Fünf-Finger-Modell); Lipman, Sharp & Oscanyan 1980 (Philosophieren als Begründen in der Forschungsgemeinschaft). LehrplanPLUS Gymnasium Ethik 7, LB 2 „Konflikte und ihre Regelung": argumentieren begründet und widerspruchsfrei, prüfen Beiträge anderer auf die Grundprinzipien rationalen Argumentierens. Bereitet vor: `ethik.meta.ist-soll` (die fehlende Prämisse wird dort zur fehlenden Wertannahme), `ethik.religionsphilosophie` (Gottesbeweise und Theodizee als Argumente), `ethik.politische-ethik` (Legitimation durch Vertragsargumente) und LehrplanPLUS Ethik 11, LB 3 (praktischer Syllogismus, Toulmin-Schema).

Leicht
Multiple Choice #1 18s â–¶ Testen

Mila sagt: „Am Samstag haben die meisten Eltern frei. Das Schulfest sollte am Samstag sein. Letztes Jahr kamen am Freitag nur wenige." Welcher Satz ist die Behauptung, die begründet werden soll?

  • â—Ź Das Schulfest sollte am Samstag sein.
  • â—‹ Am Samstag haben die meisten Eltern frei.
  • â—‹ Letztes Jahr kamen am Freitag nur wenige.
Die Behauptung ist das, wofür die anderen Sätze sprechen — sie muss nicht am Anfang stehen. Die beiden anderen Sätze sind Gründe dafür.
Multiple Choice #2 18s â–¶ Testen

Ole schreibt im Klassenchat: „Der Ausflug ins Deutsche Museum dauert mit der S-Bahn nur 20 Minuten. Er kostet keinen Eintritt für Schulklassen. Wir sollten ins Deutsche Museum fahren." Welcher Satz ist die Behauptung, die begründet werden soll?

  • â—Ź Wir sollten ins Deutsche Museum fahren.
  • â—‹ Der Ausflug dauert mit der S-Bahn nur 20 Minuten.
  • â—‹ Er kostet keinen Eintritt fĂĽr Schulklassen.
Hier steht die Behauptung am Ende. Fahrzeit und Eintritt sind die GrĂĽnde, auf die sie sich stĂĽtzt.
Multiple Choice #3 15s â–¶ Testen

Emre: „Ich sage Oma, dass ich die Vase kaputt gemacht habe. Lügen darf man nicht, ganz egal, was dann passiert." Welche Art von Grund nennt Emre?

  • â—Ź Pflicht oder Regel
  • â—‹ Folgen
  • â—‹ Charakter
„Ganz egal, was dann passiert" schließt die Folgen ausdrücklich aus. Emre beruft sich auf ein Gebot, das immer gilt — ein Pflicht-Grund, wie ihn Kant vertritt.
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

Hannah: „Mit Schuluniform würde weniger über Markenklamotten gelästert." Welche Art von Grund nennt Hannah?

  • â—Ź Folgen
  • â—‹ Pflicht oder Regel
  • â—‹ Charakter
Hannah nennt, was durch die Uniform besser wĂĽrde. Ein Folgen-Grund fragt, was eine Handlung bewirkt.
Multiple Choice #5 15s â–¶ Testen

Jakob: „Ein echter Freund hält zu dir, auch wenn er dafür selbst Ärger bekommt." Welche Art von Grund nennt Jakob?

  • â—Ź Charakter
  • â—‹ Folgen
  • â—‹ Pflicht oder Regel
Jakob fragt, was für ein Mensch ein guter Freund ist — ein Charakter-Grund, wie in der Tugendethik des Aristoteles.
Multiple Choice #6 15s â–¶ Testen

Ben will Pias Zeichnung als seine eigene abgeben: „Ist doch egal." Welche Antwort ist ein Argument und nicht nur ein Widerspruch?

  • â—Ź „Dann bekommst du Lob fĂĽr etwas, das ich gemacht habe."
  • â—‹ „Nein, ist es nicht."
  • â—‹ „Das sehe ich halt anders."
Nur die erste Antwort nennt einen Grund, über den Ben nachdenken und den er bestreiten kann. Die anderen behaupten nur das Gegenteil — so bleibt ein Streit über Werte wirklich bloß Geschmack.
Mittel
Multiple Choice #1 18s â–¶ Testen

Mira: „Wir müssen die Hausordnung auf dem Bolzplatz einhalten, sonst sperrt die Gemeinde ihn für alle." Welche Art von Grund nennt Mira?

  • â—Ź Folgen
  • â—‹ Pflicht oder Regel
  • â—‹ Charakter
Das Wort „Hausordnung" kommt vor, aber der Grund ist die Sperrung, die sonst droht. Was eine Handlung bewirkt, ist ein Folgen-Grund — auch wenn es um eine Regel geht.
Multiple Choice #2 18s â–¶ Testen

Leonie hat beim Fußball die Scheibe der Turnhalle getroffen: „So feige will ich nicht sein — ich gehe zum Hausmeister." Welche Art von Grund nennt Leonie?

  • â—Ź Charakter
  • â—‹ Pflicht oder Regel
  • â—‹ Folgen
Leonie nennt keine Regel und keine Folge, sondern wer sie sein will: nicht feige. Das ist ein Charakter-Grund.
Wahr / Falsch #3 18s â–¶ Testen

Folgt die Behauptung aus den Gründen? „Alle Fische leben im Wasser. Wale leben im Wasser. Also sind Wale Fische."

âś“ Falsch
Beide GrĂĽnde stimmen, und trotzdem folgt der Schluss nicht: Im Wasser leben auch Tiere, die keine Fische sind. Ob ein Schluss folgt, prĂĽft man getrennt davon, ob die GrĂĽnde wahr sind.
Wahr / Falsch #4 18s â–¶ Testen

Folgt die Behauptung aus den Gründen? „Wenn es regnet, ist der Pausenhof nass. Der Pausenhof ist nass. Also regnet es."

âś“ Falsch
Der Hof kann auch nass sein, weil der Hausmeister ihn abgespritzt hat. Aus „wenn A, dann B" und „B" folgt nicht „A".
Multiple Choice #5 18s â–¶ Testen

„Sokrates ist ein Mensch. Also ist Sokrates sterblich." Welcher Satz fehlt, damit die Behauptung folgt?

  • â—Ź Alle Menschen sind sterblich.
  • â—‹ Sokrates lebte in Athen.
  • â—‹ Manche Menschen werden sehr alt.
Erst der allgemeine Satz verbindet „Mensch" mit „sterblich". Der Wohnort spielt keine Rolle, und „manche" reicht nicht, um etwas über Sokrates zu folgern.
Schwer
Wahr / Falsch #1 20s â–¶ Testen

Folgt die Behauptung aus den Gründen? „Alle Vögel können fliegen. Pinguine sind Vögel. Also können Pinguine fliegen."

âś“ Wahr
Der Schluss folgt — wenn beide Gründe stimmten, müsste er stimmen. Er ist trotzdem falsch, weil der erste Grund falsch ist. Ein gültiges Argument kann eine falsche Prämisse haben.
KI-bewertete Frage #2 180s â–¶ Testen

Ein Freund will von dir die Mathe-Hausaufgabe abschreiben. Gib je einen Grund aus Sicht der Folgen, aus Sicht einer Pflicht oder Regel und aus Sicht des Charakters. Du darfst am Ende selbst entscheiden, was du tun wĂĽrdest.

✓ Antwort: Folgen: Wenn er abschreibt, lernt er den Stoff nicht und hat bei der Schulaufgabe ein Problem; wenn ich Nein sage, ist er vielleicht sauer. Pflicht oder Regel: Hausaufgaben sollen die eigene Arbeit zeigen, und man soll die Lehrkraft nicht täuschen. Charakter: Ein hilfsbereiter Freund würde ihm die Aufgabe lieber erklären — ein loyaler Freund will ihn aber auch nicht hängen lassen. Ich würde ihm anbieten, es zusammen zu rechnen.
KI-bewertete Frage #3 180s â–¶ Testen

Die Schulleitung überlegt, Handys im ganzen Schulhaus zu verbieten. Schreib einen Grund dafür und einen dagegen auf, jeweils als ganzen Satz mit „weil". Prüfe dann einen der beiden Gründe: Stimmt er, und folgt das Verbot (oder das Nicht-Verbot) wirklich daraus?

✓ Antwort: Dafür: Das Verbot ist gut, weil man sich in der Pause dann mehr unterhält. Dagegen: Das Verbot ist schlecht, weil man im Notfall die Eltern nicht erreicht. Prüfung des zweiten Grunds: Er stimmt nur zum Teil, denn im Notfall gibt es das Sekretariat. Daraus folgt also eher, dass man eine Ausnahme für Notfälle braucht, nicht dass das ganze Verbot falsch ist.