Demokratie und Diktatur im Vergleich

Comparing Democracy and Dictatorship

Geschichte Klasse 11 15 Aufgaben
DemokratieDiktaturPolitische SystemeDDRKerncurriculum

Der deutsche Doppelfall Bundesrepublik und DDR erlaubt einen systematischen Systemvergleich — nicht nach dem Verfassungsanspruch, sondern nach der Verfassungswirklichkeit. Prüfkriterien sind freie Wahlen, Gewaltenteilung, Meinungs- und Reisefreiheit und der Umgang mit Opposition (Stasi): An ihnen zeigt sich, dass die DDR trotz demokratischer Selbstbezeichnung kein Rechtsstaat war. Der Vergleich verlangt saubere Trennung von Sachurteil („die DDR war kein Rechtsstaat") und Werturteil („das war Unrecht").

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

In einem Staat ist nur eine Partei zugelassen, die Zeitungen unterstehen einem Ministerium, und Richter erhalten Weisungen der Regierung. Wie ist dieses System einzuordnen?

  • â—Ź Als Diktatur
  • â—‹ Als parlamentarische Demokratie
  • â—‹ Als direkte Demokratie
Demokratie basiert auf: Volkssouveränität (freie, gleiche, geheime Wahlen), Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive, Judikative), Grundrechten (Meinungs-, Presse-, Versammlungsfreiheit) und Rechtsstaatlichkeit. Der beschriebene Staat verletzt alle diese Merkmale.
LĂĽckentext #2 15s â–¶ Testen

Die DDR war formal eine 'Deutsche Demokratische Republik', de facto aber eine Einparteiendiktatur unter der FĂĽhrung der ___.

âś“ Antwort: SED
Die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) kontrollierte Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Scheinwahlen mit Einheitslisten und die Stasi-Ăśberwachung machten die demokratische Fassade offensichtlich.
Wahr / Falsch #3 15s â–¶ Testen

In einem Land beschließt das Parlament die Gesetze, die Regierung führt sie aus, und unabhängige Gerichte prüfen beide. Ist hier das Prinzip der Gewaltenteilung verwirklicht?

âś“ Wahr
Richtig. Die Gewaltenteilung (nach Montesquieu) verhindert Machtmissbrauch: Das Parlament macht Gesetze, die Regierung führt sie aus, unabhängige Gerichte kontrollieren ihre Einhaltung — genau die beschriebene Aufteilung.
Multiple Choice #4 20s â–¶ Testen

Was war das Ministerium fĂĽr Staatssicherheit (Stasi) in der DDR?

  • â—Ź Der Geheimdienst, der die Bevölkerung ĂĽberwachte und Opposition unterdrĂĽckte
  • â—‹ Die Grenztruppen, die die innerdeutsche Grenze bewachten
  • â—‹ Das Presseamt, das die Berichterstattung der Zeitungen lenkte
Die Stasi war eines der umfangreichsten Überwachungssysteme der Geschichte: ca. 91.000 hauptamtliche und ca. 189.000 inoffizielle Mitarbeiter (IM) bespitzelten die Bevölkerung. Sie war ein Werkzeug der SED-Diktatur.
LĂĽckentext #5 15s â–¶ Testen

Am 17. Juni ___ erhoben sich in der DDR Arbeiter gegen das SED-Regime; der Aufstand wurde von sowjetischen Truppen niedergeschlagen.

âś“ Antwort: 1953
Der Volksaufstand am 17. Juni 1953 begann als Protest gegen Normerhöhungen und weitete sich zum politischen Widerstand aus. Sowjetische Panzer beendeten den Aufstand. In der BRD wurde der 17. Juni Nationalfeiertag.
Wahr / Falsch #6 15s â–¶ Testen

Der Mauerbau am 13. August 1961 sollte die Massenflucht von DDR-BĂĽrgern in den Westen stoppen.

âś“ Wahr
Richtig. Zwischen 1949 und 1961 verlieĂźen ca. 3,5 Millionen Menschen die DDR. Die Mauer beendete die Fluchtbewegung gewaltsam und wurde zum Symbol der deutschen Teilung.
LĂĽckentext #7 10s â–¶ Testen

Am 9. November ___ fiel die Berliner Mauer — ein entscheidendes Ereignis auf dem Weg zur deutschen Wiedervereinigung.

âś“ Antwort: 1989
Die friedliche Revolution in der DDR fĂĽhrte am 9. November 1989 zur Ă–ffnung der Berliner Mauer. Die Wiedervereinigung folgte am 3. Oktober 1990.
Wahr / Falsch #8 15s â–¶ Testen

Ein Verfassungsgericht erklärt ein Gesetz der amtierenden Regierung für verfassungswidrig — das Gesetz muss geändert werden. Passt dieser Vorgang zu einer funktionierenden Demokratie?

âś“ Wahr
Richtig. Die unabhängige Justiz ist ein Kernmerkmal der Demokratie: Sie schützt Grundrechte, kontrolliert die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen und sichert den Rechtsstaat — auch gegen die Regierung.
Wahr / Falsch #9 10s â–¶ Testen

Der 3. Oktober 1990, der 'Tag der Deutschen Einheit', erinnert an die formale Wiedervereinigung Deutschlands.

âś“ Wahr
Richtig. Am 3. Oktober 1990 trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei. Seitdem ist der 3. Oktober Nationalfeiertag.
Mittel
Multiple Choice #1 15s â–¶ Testen

Eine zentrale Behörde legt in Fünfjahrplänen fest, welche Betriebe was produzieren, und bestimmt die Preise aller Waren. Welche Wirtschaftsform liegt vor?

  • â—Ź Planwirtschaft
  • â—‹ Soziale Marktwirtschaft
  • â—‹ Freie Marktwirtschaft
In der Planwirtschaft (DDR, Sowjetunion) legte der Staat Produktionsziele, Preise und Löhne zentral fest. Vorteile: theoretisch keine Arbeitslosigkeit. Nachteile: Mangel, fehlende Innovation, Ineffizienz.
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Ein ehemaliger DDR-Bürger erzählt 2010 im Interview: „Bei uns war nicht alles schlecht — Arbeit hatten alle, und die Nachbarschaft hielt zusammen.“ Wie geht die Geschichtswissenschaft sinnvoll mit diesem Bericht um?

  • â—Ź Als persönliche Perspektive ernst nehmen und mit Akten und anderen Berichten abgleichen
  • â—‹ Als objektive Beschreibung des DDR-Alltags direkt ĂĽbernehmen
  • â—‹ Als wertlos aussortieren, weil er subjektiv gefärbt ist
Zeitzeugenberichte vermitteln persönliche Erfahrungen und Emotionen, die in Akten fehlen. Aber: Erinnerungen verändern sich, sind subjektiv und werden durch spätere Erfahrungen beeinflusst — daher ist Quellenkritik nötig, ohne den Bericht abzuwerten.
Multiple Choice #3 25s â–¶ Testen

Eine Zeitzeugin erinnert sich an ihre eigene Ausreise aus der DDR 1984. Der Gedenktag 17. Juni erinnert die Bundesrepublik an den Volksaufstand von 1953. Welche Zuordnung stimmt?

  • â—Ź Ihre Erinnerung ist individuell, der Gedenktag Teil kollektiver Erinnerung
  • â—‹ Ihre Erinnerung ist kollektiv, der Gedenktag Teil individueller Erinnerung
  • â—‹ Beide sind Formen individueller Erinnerung
Maurice Halbwachs unterschied individuelle Erinnerung (persönlich, biografisch) und kollektive Erinnerung (das gemeinsame Gedächtnis einer Gruppe, geprägt durch Gedenktage, Denkmäler, Schulunterricht und Medien — immer eine Konstruktion, keine bloße Abbildung der Vergangenheit).
Multiple Choice #4 15s â–¶ Testen

Welcher Vertrag regelte 1972 die gegenseitige Anerkennung und die Normalisierung der Beziehungen zwischen BRD und DDR?

  • â—Ź Der Grundlagenvertrag
  • â—‹ Der Zwei-plus-Vier-Vertrag
  • â—‹ Der NATO-Vertrag
Der Grundlagenvertrag (1972) war Teil der Neuen Ostpolitik Willy Brandts. BRD und DDR erkannten sich als souveräne Staaten an und vereinbarten Zusammenarbeit. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag regelte erst 1990 die äußeren Aspekte der Einheit.
LĂĽckentext #5 20s â–¶ Testen

Die nationalsozialistische Ideologie propagierte die '___', die eine rassistisch definierte Einheitsgesellschaft ohne Klassenunterschiede vortäuschte.

âś“ Antwort: Volksgemeinschaft
Die 'Volksgemeinschaft' war ein zentraler NS-Propagandabegriff: Sie versprach Zusammenhalt und soziale Gleichheit, schloss aber Juden, Sinti, Roma und andere Gruppen aus und diente der Gleichschaltung der Gesellschaft.
Multiple Choice #6 25s â–¶ Testen

Im Sommer 1989 verschweigen die DDR-Medien die Massenflucht von DDR-Bürgern über Ungarn weitgehend, während westdeutsche Medien ausführlich berichten. Was zeigt dieser Unterschied?

  • â—Ź In der Diktatur lenkt der Staat die Berichterstattung, in der Demokratie kontrolliert freie Presse die Macht
  • â—‹ Beide Pressesysteme informierten gleich, nur mit unterschiedlicher Technik
  • â—‹ Die westdeutsche Presse unterlag strengerer staatlicher Aufsicht als die DDR-Presse
Freie Presse ist eine Säule der Demokratie: Sie informiert, deckt Missstände auf und ermöglicht öffentliche Debatte. In Diktaturen wie der DDR oder dem NS-Staat war die Presse gleichgeschaltet — ein Instrument der Propaganda.