Lineare Modelle

Linear models

Mathematik Klasse 8 17 Aufgaben
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Ein lineares Modell beschreibt eine gleichmäßige Änderung: t ist der Startwert (Grundgebühr, Anfangsmenge), m die Änderung je Einheit (Preis je Minute, Verbrauch je Stunde). Die Station stellt Funktionen aus Texten und Tabellen auf, deutet m, t, Nullstelle und Schnittpunkt mit Einheit im Sachzusammenhang und prüft, wann ein lineares Modell trägt: nur bei gleichen Zuwächsen und im sinnvollen Bereich. Sie räumt vertauschte Rollen von m und t und die Linearitätsillusion aus (De Bock et al. 2002; Blum & Leiß 2007). Bereitet Wachstumsmodelle mit der Exponentialfunktion vor.

Vom Text zur Funktion

Die Tarife vom Anfang sind ein lineares Modell: eine Größe, die sich gleichmäßig ändert. Aus dem Text liest man zwei Zahlen, den Startwert t (Grundgebühr, Anfangsmenge) und die Änderung je Einheit m (Preis je Minute, Verbrauch je Stunde). Tarif A ergibt , Tarif B ohne Grundgebühr . Wer die beiden Zahlen vertauscht und schreibt, zahlt nach 20 Minuten 120,10 €. Die Einheiten verhindern das: 6 € fallen einmal an, 0,10 € je Minute.

Im Sachzusammenhang tragen m und t Einheiten, und jeder besondere Punkt hat eine Bedeutung. t ist der Wert bei : 6 € für null Minuten. Der Schnittpunkt S(40 | 10), in der Abbildung pink, heißt: Bei 40 Minuten kosten beide Tarife 10 €. Davor ist B günstiger, nach 20 Minuten 5 € statt 8 €, danach A, nach 60 Minuten 12 € statt 15 €. Das ist die Antwort vom Anfang: Wer mehr als 40 Minuten telefoniert, nimmt A. „40“ allein sagt nichts, „40 Minuten“ schon.

Tarif A ist orange, Tarif B cyan wie am Anfang. Stelle den Minutenpreis von A auf 0,15 €: Ab wie vielen Minuten lohnt sich A jetzt? Senke dann die Grundgebühr: Wohin wandert S?

Auch die Nullstelle bekommt erst im Sachzusammenhang einen Sinn, oder keinen. Die von Tarif A liegt bei , sechzig Minuten vor dem Gespräch, und bedeutet nichts. Bei einem Akku, der gleichmäßig leer wird, ist die Nullstelle dagegen der Zeitpunkt, an dem er leer ist.

Wo das Modell endet

Ein lineares Modell passt nur, wenn gleichen Schritten in x gleiche Zuwächse in y entsprechen. Bei 2, 4, 8, 16 wächst y jedes Mal stärker; die Gerade durch die ersten Punkte weicht schnell ab. Und auch ein passendes Modell gilt nur für sinnvolle x: rechnet nicht für negative Minuten. Prüfe erst die Zuwächse und den Gültigkeitsbereich, dann vertraue dem Modell.

Gehe mit x von 0 bis 4. Ab wann liegen die Werte f(x) und die Gerade g(x) deutlich auseinander?

Auch die Tarife sind ein Modell. Viele Anbieter rechnen jede angefangene Minute voll ab; dann ist der Preis eine Treppe, keine Gerade. Der Schnittpunkt bleibt trotzdem bei 40 Minuten, weil 40 eine ganze Zahl ist. Rückblickend lief jede Frage dieses Kurses auf zwei Zahlen hinaus: m sagt, um wie viel y je Schritt wächst, t, wo es beginnt. Zeichnen, Aufstellen, Nullstelle, Schnittpunkt und Ungleichung sind Rechnungen mit m und t.

Voraussetzungen (1)

Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Ein Fahrradverleih verlangt 4 € Grundgebühr und 2 € je Stunde. Welche Funktion gibt den Preis y (in €) für x Stunden an?

  • ● y = 2x + 4
  • ○ y = 4x + 2
  • ○ y = 6x
Die Grundgebühr fällt einmal an (t = 4), die 2 € je Stunde wachsen mit x (m = 2): y = 2x + 4. y = 4x + 2 vertauscht m und t, y = 6x addiert beide Zahlen, statt sie zu trennen.
Multiple Choice #2 20s ▶ Testen

Ein Becken enthält 500 Liter; es laufen 20 Liter je Minute ab. Welche Funktion gibt die Wassermenge y (in Litern) nach x Minuten an?

  • ● y = 500 − 20x
  • ○ y = 20 − 500x
  • ○ y = 500 + 20x
Startwert t = 500, Änderung je Minute m = −20 (die Menge sinkt): y = 500 − 20x. y = 20 − 500x vertauscht m und t, y = 500 + 20x übersieht das Abnehmen.
Wahr / Falsch #3 15s ▶ Testen

Zum Text „3 € Pfand plus 1,50 € je Flasche“ passt die Funktion y = 3x + 1,5.

✓ Falsch
Das Pfand fällt einmal an (t = 3), 1,50 € kommen je Flasche dazu (m = 1,5): y = 1,5x + 3. Bei y = 3x + 1,5 wären m und t vertauscht.
Multiple Choice #4 20s ▶ Testen

Welche Funktion gehört zur abgebildeten Wertetabelle?

  • ● y = 3x + 5
  • ○ y = 5x + 3
  • ○ y = 3x + 8
Bei x = 0 ist y = 5 (t = 5), und y wächst je Schritt um 3 (m = 3): y = 3x + 5. y = 5x + 3 vertauscht m und t, y = 3x + 8 startet beim Wert der zweiten Spalte.
Multiple Choice #5 20s ▶ Testen

Die Preisgeraden zweier Tarife (x Minuten, y Euro) schneiden sich in S(40 | 10). Was bedeutet das?

  • ● Bei 40 Minuten kosten beide 10 €
  • ○ Nach 10 Minuten kosten beide 40 €
  • ○ Tarif B ist immer 10 € billiger
Der x-Wert 40 sind Minuten, der y-Wert 10 Euro: Bei 40 Minuten kosten beide Tarife gleich viel, nämlich 10 €. Die anderen Antworten vertauschen die Achsen oder behaupten einen dauerhaften Unterschied.
Wahr / Falsch #6 15s ▶ Testen

Beschreibt h(x) = 20 − 4x die Kerzenhöhe in cm nach x Stunden, so bedeutet m = −4, dass die Kerze pro Stunde 4 cm abbrennt.

✓ Wahr
m ist die Änderung von h je Stunde: −4 cm je Stunde heißt, die Kerze wird jede Stunde um 4 cm niedriger.
Multiple Choice #7 20s ▶ Testen

Für den Akku gilt y = 80 − 5x (y in %, x in Stunden). Was bedeutet die Nullstelle x₀ = 16?

  • ● Nach 16 Stunden ist der Akku leer
  • ○ Zu Beginn sind 16 % geladen
  • ○ Der Akku verliert 16 % je Stunde
Bei x₀ = 16 ist y = 0: Nach 16 Stunden ist keine Ladung mehr übrig. Der Startwert ist t = 80 %, der Verlust je Stunde m = −5 %.
Multiple Choice #8 20s ▶ Testen

Zu welchen Wertepaaren (x | y) passt ein lineares Modell?

  • ● (0 | 5), (1 | 8), (2 | 11), (3 | 14)
  • ○ (0 | 1), (1 | 2), (2 | 4), (3 | 8)
  • ○ (0 | 2), (1 | 5), (2 | 9), (3 | 14)
Nur bei der ersten Reihe wächst y bei jedem Schritt um dasselbe (+3). Bei 1, 2, 4, 8 wächst es um 1, 2, 4; bei 2, 5, 9, 14 um 3, 4, 5: die Zuwächse sind nicht gleich.
Wahr / Falsch #9 15s ▶ Testen

Ein Kapital von 100 €, das jedes Jahr um 5 % wächst, wächst linear: jedes Jahr um 5 €.

✓ Falsch
Im ersten Jahr kommen 5 € dazu (105 €), im zweiten 5 % von 105 €, also 5,25 € (110,25 €). Die Zuwächse sind nicht gleich – kein lineares Wachstum.
Multiple Choice #10 20s ▶ Testen

Passt eine Gerade zu den abgebildeten Messpunkten?

  • ● Nein, die Zuwächse 2, 4, 8 wachsen
  • ○ Ja, y steigt immer
  • ○ Ja, mit m = 4
Zwischen den Punkten wächst y um 2, dann 4, dann 8 – die Zuwächse sind nicht gleich. „y steigt immer“ genügt nicht für eine Gerade; m = 4 ist nur der Zuwachs eines einzigen Schritts (von x = 1 nach x = 2).
Mittel
Zahleneingabe #1 30s ▶ Testen

Ein Tarif kostet y = 0,25x + 8 Euro (x Minuten). Wie viel Euro kostet er bei 12 Minuten?

✓ Antwort: 11
y = 0,25 · 12 + 8 = 3 + 8 = 11 Euro.
Zahleneingabe #2 30s ▶ Testen

Der Wasserstand eines Sees ist y = 120 − 8x (in cm, x in Stunden). Um wie viel cm sinkt er pro Stunde?

✓ Antwort: 8
Die Änderung je Stunde ist m = −8 cm, der Wasserstand sinkt also um 8 cm pro Stunde. Die 120 ist der Anfangswert.
Zahleneingabe #3 30s ▶ Testen

Bei x = 0, 1, 2 ist y = 5, 8, 11. Um wie viel wächst y bei jedem Schritt von x um 1?

✓ Antwort: 3
8 − 5 = 3 und 11 − 8 = 3: Der Zuwachs ist gleichbleibend 3, das ist die Steigung m.
Schwer
Zahleneingabe #1 30s ▶ Testen

Eine Pflanze ist 12 cm hoch und wächst gleichmäßig 3 cm pro Woche. Wie hoch ist sie nach 5 Wochen (in cm)?

✓ Antwort: 27
y = 3x + 12 mit x = 5: y = 15 + 12 = 27 cm.
Zahleneingabe #2 30s ▶ Testen

Tarif A kostet y = 0,10x + 6 €, Tarif B y = 0,25x € (x Minuten). Um wie viel Euro ist A bei 60 Minuten billiger als B?

✓ Antwort: 3
A: 0,10 · 60 + 6 = 12 €. B: 0,25 · 60 = 15 €. Differenz: 15 − 12 = 3 €. (Nach dem Schnittpunkt bei 40 Minuten ist A billiger.)
KI-bewertete Rechnung #3 240s ▶ Testen

Studio X verlangt 30 € Anmeldegebühr und 20 € je Monat, Studio Y keine Anmeldegebühr und 35 € je Monat. Stelle für beide die Kosten y (in €) nach x Monaten auf, berechne, nach wie vielen Monaten sie gleich viel kosten, und entscheide, welches Studio bei einem Jahr günstiger ist. Schreibe deine Rechnung auf Papier und fotografiere sie.

✓ Antwort: X: y = 20x + 30, Y: y = 35x. Gleichsetzen: 20x + 30 = 35x → 30 = 15x → x = 2; y = 70. Nach 2 Monaten kosten beide 70 €. Nach 12 Monaten: X 270 €, Y 420 € – X ist bei einem Jahr günstiger.
X: 20x + 30, Y: 35x. x = 2, y = 70. 12 Monate: X 270 €, Y 420 € – X günstiger.
Zahleneingabe #4 30s ▶ Testen

Ein Baum ist 2 m hoch, nach 1 Jahr 2,5 m, nach 2 Jahren 3 m. Wie hoch wäre er nach 10 Jahren, wenn das lineare Wachstum so weiterginge (in m)?

✓ Antwort: 7
Der Zuwachs ist 0,5 m je Jahr: y = 0,5x + 2. Bei x = 10: 5 + 2 = 7 m. (Ob ein Baum wirklich so weiterwächst, ist eine andere Frage – das Modell gilt nur in einem begrenzten Bereich.)