Farben aus Auslöschung
Colours from Cancellation
WeiĂes Licht enthĂ€lt alle WellenlĂ€ngen, aber die Auslöschungsbedingung 2nd = kλ trifft bei fester Dicke genau eine sichtbare WellenlĂ€nge. Was bleibt, ist WeiĂ minus eine Farbe â die KomplementĂ€rfarbe schillert: Fehlt Rot, erscheint TĂŒrkis; fehlt GrĂŒn, erscheint Magenta. Damit sind die FarbbĂ€nder Höhenlinien gleicher Hautdicke, die wandern, weil die Lauge nach unten abflieĂt. Das schwarze Loch am Scheitel ist der Grenzfall d âȘ λ/4: Der Weganteil 2nd wird bedeutungslos, ĂŒbrig bleibt der Phasensprung λ/2 â destruktiv fĂŒr alle WellenlĂ€ngen zugleich, die Reflexion erlischt vollstĂ€ndig. Das rĂ€umt die Prisma-Fehlvorstellung ab (Brechung zerlegt immer â die Blase löscht wĂ€hlerisch aus) und widerlegt âFarbe steckt in der Seife": Kein Farbstoff wird schwarz, wenn man ihn dĂŒnner macht.
Können & Ăben
Wellenoptik-Werkstatt â von der Wasserwelle zum Licht
workshop90 min · once
physiksaal
Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten â Beobachten â ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Alles, was die Wasserwelle in der Wanne sichtbar vormacht â Elementarwellen, Beugung, Auslöschung â, tut Licht genauso, nur fĂŒnfzigtausendfach feiner. Station 1 â Wellenwanne: Huygens und Beugung. Vermuten: Was passiert mit einer geraden Wellenfront hinter einer engen Ăffnung â lĂ€uft sie als schmaler Streifen weiter oder breitet sie sich aus? Beobachten: Im Stroboskoplicht friert das Wellenbild ein; hinter der weiten Ăffnung lĂ€uft die Front fast geradlinig weiter, hinter der engen Ăffnung entsteht eine Kreiswelle, die tief in den Schattenraum eindringt. Zwei Kreiswellen-Erreger zeichnen ein festes Streifenmuster aus VerstĂ€rkung und Auslöschung ins Wasser. ErklĂ€ren: Jeder Punkt einer Front ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle â die enge Ăffnung lĂ€sst nur eine davon ĂŒbrig (Huygens); wo sich zwei Wellen treffen, addieren sich die Auslenkungen (Interferenz). Modellgrenze: Die Wasserwelle ist ein Analogiemodell â sie zeigt die Geometrie, aber weder E-Feld noch TransversalitĂ€t. Sicherheitshinweis: Wasser von Netzteilen fernhalten, Spritzer sofort aufwischen. Station 2 â Polfilter-Parcours. Vermuten: Zwei gekreuzte Filter auf dem Projektor sperren das Licht â was Ă€ndert ein dritter Filter, der schrĂ€g dazwischen gelegt wird? Beobachten: Mit dem dritten Filter dazwischen wird das Feld wieder hell â obwohl ein Filter dazugekommen ist. Ein Geodreieck oder eine CD-HĂŒlle zwischen den gekreuzten Filtern zeigt schillernde Spannungsbilder, die sich beim Biegen live verĂ€ndern; durch das Zuckerlösungs-Röhrchen gedreht wandert die Sperrstellung des Analysators um einen messbaren Winkel. ErklĂ€ren: Jeder Filter lĂ€sst nur die E-Feld-Komponente lĂ€ngs seiner Durchlassrichtung passieren â der schrĂ€ge Mittelfilter erzeugt eine neue Schwingungsrichtung, von der der letzte Filter wieder eine Komponente durchlĂ€sst; doppelbrechende und optisch aktive Stoffe drehen die Schwingungsebene. Modellgrenze: Das Zeigerbild beschreibt nur die Richtung des E-Felds, nicht seine Entstehung im Material. Station 3 â Newtonsche Ringe und Seifenhaut. Vermuten: Die Linse liegt nur auf der Glasplatte â warum sollten da Ringe entstehen, und liegen sie gleich weit auseinander? Beobachten: Unter der Natriumlampe erscheinen scharfe Hell-Dunkel-Ringe, die nach auĂen enger zusammenrĂŒcken; im weiĂen Licht sind sie farbig gesĂ€umt. Die senkrecht gehaltene Seifenhaut im Drahtring zeigt waagrechte Farbstreifen, die nach unten wandern, oben wird sie kurz vor dem Platzen fast schwarz. ErklĂ€ren: An der Linsenunterseite und der Plattenoberseite entstehen zwei reflektierte Wellen; ihr Gangunterschied wĂ€chst mit dem Luftspalt, und Auslöschung bei 2d = k·λ liefert r = Wurzel(k·λ·R) â dieselbe Zwei-Reflexionen-Logik fĂ€rbt die Seifenhaut nach ihrer Dicke. Modellgrenze: Die NĂ€herung gilt nur fĂŒr fast senkrechten Lichteinfall und d klein gegen R. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Seifenblasen-Artikel in der App. Sicherheitshinweis: Glas nur am Rand anfassen, Seifenlösung vom Boden fernhalten. Station 4 â Spektroskop: sichtbar und unsichtbar. Vermuten: Zerlegt das Gitter das Licht der Hg-Lampe in denselben Regenbogen wie das der Halogenlampe? Und hört das Spektrum am roten Rand wirklich auf? Beobachten: Die Halogenlampe liefert ein kontinuierliches Band, die Hg-Lampe wenige scharfe Linien; jenseits des roten Endes schlĂ€gt die ThermosĂ€ule aus (IR), jenseits des violetten Endes leuchtet der Fluoreszenzschirm auf (UV). ErklĂ€ren: Jede Farbe ist eine WellenlĂ€nge, jedes Element sendet seinen Linien-Fingerabdruck, und das sichtbare Band ist nur ein Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums. Modellgrenze: Warum die Linien genau dort liegen, beantwortet erst die Quantenphysik der 13. Jahrgangsstufe. Sicherheitshinweis: Nicht direkt in Bogen- oder Hg-Lampe blicken, Lampen abkĂŒhlen lassen. Abschluss in der Runde: Die Kette schlieĂen â die Wanne zeigt die Geometrie der Elementarwellen, die Filter beweisen die TransversalitĂ€t, Ringe und Seifenhaut rechnen mit dem Gangunterschied, das Spektroskop sortiert nach λ. Welche Beobachtung wĂ€re mit einem Teilchenstrom aus LichtkĂŒgelchen unerklĂ€rbar?
physik-experimente-lead
4â16
Die zwei Spiegel ergaben eine Regel: Die
Jetzt kommt der entscheidende Blickwechsel. Sonnenlicht ist weiĂ â
ein Gemisch aller WellenlÀngen von 380 bis 750 nm. Die Bedingung
Was sieht das Auge dann? Nicht die ausgelöschte Farbe â sondern
ihren Rest: WeiĂ minus eine Farbe. Fehlt das
GrĂŒn, mischt sich der Rest zu Magenta; fehlt das Rot, zu TĂŒrkis;
fehlt das Blau, zu Gold. Die
Damit erklÀren sich die wandernden BÀnder von selbst. Die Farbe
einer Stelle hĂ€ngt allein von der dortigen Dicke ab â ein
Farbband verbindet also Punkte gleicher Dicke, wie eine
Höhenlinie auf der Landkarte der Hautdicke. Und
weil die Schwerkraft die Lauge unablÀssig nach unten zieht, wird
die Haut oben dĂŒnner, unten dicker: Die Höhenlinien verschieben
sich, die BĂ€nder wandern. PrĂŒfe die Richtung im Applet: GröĂeres
Bleibt das schwarze Loch. Ganz oben, kurz vor dem Platzen, ist die
Haut dĂŒnner als ein Viertel der kĂŒrzesten sichtbaren WellenlĂ€nge
geworden. Schau ins Applet: FĂŒr so kleine
Weil fĂŒr
Und es begrĂ€bt die zweite AlltagserklĂ€rung: In der Seife steckt keine Farbe. Dieselbe Stelle der Haut zeigt nacheinander Gold, Magenta, TĂŒrkis â und am Ende Schwarz. Kein Farbstoff kann das; eine Dicke, die Wellen gegeneinander ausspielt, kann es mĂŒhelos. Im nĂ€chsten Abschnitt bauen wir aus diesem Zufallsschauspiel ein Messinstrument.
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Die Farben der Seifenblase entstehen wie im Prisma â das Licht wird in der Haut gebrochen und dabei in seine Spektralfarben zerlegt.
Die Schillerfarben sind eine Eigenschaft der Seifenlösung â eine gefĂ€rbte Lauge wĂŒrde andere BĂ€nder zeigen.
Eine Stelle der Seifenhaut löscht im reflektierten Licht genau den grĂŒnen Anteil des weiĂen Lichts aus. Welche Farbe schillert dort?
Kurz vor dem Platzen wird die Seifenhaut am Scheitel schwarz. Warum?
Was bedeuten die FarbbÀnder auf der Seifenblase?
Experiment im Applet â du vergröĂerst die Dicke d langsam. Was macht die k = 1-Marke der ausgelöschten WellenlĂ€nge?
Eine Stelle der Seifenhaut löscht im reflektierten Licht den blauen Anteil des weiĂen Lichts aus. Welche Farbe schillert dort ungefĂ€hr?
Wird eine senkrecht hÀngende Seifenhaut nach unten hin dicker, zeigen sich waagrechte FarbbÀnder.