Newtonsche Ringe
Newton's Rings
Eine schwach gekrĂŒmmte plankonvexe Linse auf einer Glasplatte erzeugt einen Luftkeil, dessen Dicke â anders als bei der ablaufenden Seifenhaut â an jedem Ort geometrisch festliegt und nur vom Abstand r zur BerĂŒhrstelle abhĂ€ngt. Die Höhenlinien gleicher Dicke sind deshalb Kreise, und die Interferenzfigur besteht aus konzentrischen Ringen (Newton) mit r_k â â(kλR): nicht Ă€quidistant, nach auĂen zusammenrĂŒckend, im Zentrum der dunkle Phasensprung-Fleck. So verrĂ€t die Anordnung Abweichungen einer LinsenoberflĂ€che von der Sollform im Bruchteil einer WellenlĂ€nge â aus dem Zufallsschiller wird ein MessgerĂ€t. Die quantitative Auswertung ĂŒbernimmt der Folgetopic Interferenz an dĂŒnnen Schichten.
Können & Ăben
Wellenoptik-Werkstatt â von der Wasserwelle zum Licht
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physiksaal
Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten â Beobachten â ErklĂ€ren in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Alles, was die Wasserwelle in der Wanne sichtbar vormacht â Elementarwellen, Beugung, Auslöschung â, tut Licht genauso, nur fĂŒnfzigtausendfach feiner. Station 1 â Wellenwanne: Huygens und Beugung. Vermuten: Was passiert mit einer geraden Wellenfront hinter einer engen Ăffnung â lĂ€uft sie als schmaler Streifen weiter oder breitet sie sich aus? Beobachten: Im Stroboskoplicht friert das Wellenbild ein; hinter der weiten Ăffnung lĂ€uft die Front fast geradlinig weiter, hinter der engen Ăffnung entsteht eine Kreiswelle, die tief in den Schattenraum eindringt. Zwei Kreiswellen-Erreger zeichnen ein festes Streifenmuster aus VerstĂ€rkung und Auslöschung ins Wasser. ErklĂ€ren: Jeder Punkt einer Front ist Ausgangspunkt einer Elementarwelle â die enge Ăffnung lĂ€sst nur eine davon ĂŒbrig (Huygens); wo sich zwei Wellen treffen, addieren sich die Auslenkungen (Interferenz). Modellgrenze: Die Wasserwelle ist ein Analogiemodell â sie zeigt die Geometrie, aber weder E-Feld noch TransversalitĂ€t. Sicherheitshinweis: Wasser von Netzteilen fernhalten, Spritzer sofort aufwischen. Station 2 â Polfilter-Parcours. Vermuten: Zwei gekreuzte Filter auf dem Projektor sperren das Licht â was Ă€ndert ein dritter Filter, der schrĂ€g dazwischen gelegt wird? Beobachten: Mit dem dritten Filter dazwischen wird das Feld wieder hell â obwohl ein Filter dazugekommen ist. Ein Geodreieck oder eine CD-HĂŒlle zwischen den gekreuzten Filtern zeigt schillernde Spannungsbilder, die sich beim Biegen live verĂ€ndern; durch das Zuckerlösungs-Röhrchen gedreht wandert die Sperrstellung des Analysators um einen messbaren Winkel. ErklĂ€ren: Jeder Filter lĂ€sst nur die E-Feld-Komponente lĂ€ngs seiner Durchlassrichtung passieren â der schrĂ€ge Mittelfilter erzeugt eine neue Schwingungsrichtung, von der der letzte Filter wieder eine Komponente durchlĂ€sst; doppelbrechende und optisch aktive Stoffe drehen die Schwingungsebene. Modellgrenze: Das Zeigerbild beschreibt nur die Richtung des E-Felds, nicht seine Entstehung im Material. Station 3 â Newtonsche Ringe und Seifenhaut. Vermuten: Die Linse liegt nur auf der Glasplatte â warum sollten da Ringe entstehen, und liegen sie gleich weit auseinander? Beobachten: Unter der Natriumlampe erscheinen scharfe Hell-Dunkel-Ringe, die nach auĂen enger zusammenrĂŒcken; im weiĂen Licht sind sie farbig gesĂ€umt. Die senkrecht gehaltene Seifenhaut im Drahtring zeigt waagrechte Farbstreifen, die nach unten wandern, oben wird sie kurz vor dem Platzen fast schwarz. ErklĂ€ren: An der Linsenunterseite und der Plattenoberseite entstehen zwei reflektierte Wellen; ihr Gangunterschied wĂ€chst mit dem Luftspalt, und Auslöschung bei 2d = k·λ liefert r = Wurzel(k·λ·R) â dieselbe Zwei-Reflexionen-Logik fĂ€rbt die Seifenhaut nach ihrer Dicke. Modellgrenze: Die NĂ€herung gilt nur fĂŒr fast senkrechten Lichteinfall und d klein gegen R. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Seifenblasen-Artikel in der App. Sicherheitshinweis: Glas nur am Rand anfassen, Seifenlösung vom Boden fernhalten. Station 4 â Spektroskop: sichtbar und unsichtbar. Vermuten: Zerlegt das Gitter das Licht der Hg-Lampe in denselben Regenbogen wie das der Halogenlampe? Und hört das Spektrum am roten Rand wirklich auf? Beobachten: Die Halogenlampe liefert ein kontinuierliches Band, die Hg-Lampe wenige scharfe Linien; jenseits des roten Endes schlĂ€gt die ThermosĂ€ule aus (IR), jenseits des violetten Endes leuchtet der Fluoreszenzschirm auf (UV). ErklĂ€ren: Jede Farbe ist eine WellenlĂ€nge, jedes Element sendet seinen Linien-Fingerabdruck, und das sichtbare Band ist nur ein Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums. Modellgrenze: Warum die Linien genau dort liegen, beantwortet erst die Quantenphysik der 13. Jahrgangsstufe. Sicherheitshinweis: Nicht direkt in Bogen- oder Hg-Lampe blicken, Lampen abkĂŒhlen lassen. Abschluss in der Runde: Die Kette schlieĂen â die Wanne zeigt die Geometrie der Elementarwellen, die Filter beweisen die TransversalitĂ€t, Ringe und Seifenhaut rechnen mit dem Gangunterschied, das Spektroskop sortiert nach λ. Welche Beobachtung wĂ€re mit einem Teilchenstrom aus LichtkĂŒgelchen unerklĂ€rbar?
physik-experimente-lead
4â16
Die Seifenblase ist ein wunderbares Experiment mit einem
entscheidenden Makel: Ihre Dicke gehorcht niemandem. Die Lauge
flieĂt, die BĂ€nder wandern, und in Minuten ist alles vorbei. Wer
aus dem Schillern Wissenschaft machen will, braucht eine dĂŒnne
Schicht, deren Dicke festliegt. Isaac Newton fand die
denkbar einfachste: gar keine FlĂŒssigkeit, sondern
Lege eine schwach gekrĂŒmmte, plankonvexe Linse (KrĂŒmmungsradius
Zwei Merkmale springen ins Auge, und beide kennst du schon von der Blase:
-
Das Zentrum ist dunkel. Am BerĂŒhrpunkt ist
â vom Gangunterschied bleibt nur der Phasensprung, destruktiv fĂŒr jede WellenlĂ€nge. Das ist exakt das schwarze Loch der Seifenblase, nur ortsfest und reproduzierbar. -
Die Ringe sind nicht Àquidistant. Sie drÀngen
sich nach auĂen zusammen. Der Grund: Die Keildicke wĂ€chst
quadratisch mit
, gleiche Dickenschritte von zu werden also in immer schmalere -Streifen gepresst. Newton vermaĂ genau dieses ZusammenrĂŒcken; die Formel mit ihrer Wurzel aus â hergeleitet im Anschlusstopic â bestĂ€tigt es: Von Ring 1 zu Ring 4 verdoppelt sich der Radius bloĂ.
Warum das mehr ist als hĂŒbsche Geometrie: Die Anordnung ist ein
MessgerÀt. Weil
Damit ist der Bogen geschlagen: Zwei Reflexionen und ein
Phasensprung malen Farben auf eine Blase; dieselbe Physik, in
Glas gegossen, vermisst Licht und prĂŒft Linsen. Was noch fehlt,
ist die saubere Herleitung â Höhensatz, Auslöschbedingung,
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Statt der Linse legt man einen Glaszylinder quer auf die Glasplatte, er berĂŒhrt sie entlang einer Linie. Welche Interferenzfigur siehst du von oben?
Dass Glasplatte und Linse farbige Ringe zeigen, beweist, dass Glas und Seife farbige Stoffe enthalten.
Wie verteilen sich die dunklen Newtonschen Ringe (r_k â â(kλR)) mit wachsendem k?
Im Zentrum der Newtonschen Ringe, wo sich Linse und Platte berĂŒhren, ist die Figur im reflektierten Licht hell.
Wie macht die Newton-Anordnung aus dem Schillern ein Messverfahren fĂŒr die WellenlĂ€nge?
Eine frisch geschliffene Linse liegt auf einem PrĂŒfglas; die Newtonschen Ringe sind an einer Stelle verbeult statt kreisrund. Was folgt daraus?
Man beleuchtet die Newton-Anordnung mit blauem statt mit rotem Licht. Was passiert mit den Ringen?
Mit einer Linse gröĂeren KrĂŒmmungsradius R werden die Newtonschen Ringe gröĂer.