Teilchenbeschleuniger
Particle Accelerators
Beschleunigt wird ein geladenes Teilchen nur durch elektrische Felder â Magnetfelder lenken bloĂ und Ă€ndern den Betrag der Geschwindigkeit nicht. Im Linearbeschleuniger wird die Spannung im Takt T/2 umgepolt, sodass das Teilchen in jedem Spalt zwischen den Driftröhren erneut Schwung holt; die Röhren werden entsprechend lĂ€nger. Im Zyklotron beschleunigt das Teilchen im Spalt zwischen zwei Duanden, und weil die Umlaufdauer T = 2Ïm/(qB) geschwindigkeitsunabhĂ€ngig ist, bleibt die Zyklotronfrequenz f = qB/(2Ïm) konstant. Ab etwa 0,1c bringt die relativistische Massenzunahme die Teilchen aus dem Takt â das motiviert Synchrozyklotron und B-Variation und schlĂ€gt die BrĂŒcke zur relativistischen Dynamik. Anwendungen von LHC bis Protonentherapie.
Wer Strukturen im atomaren und subatomaren Bereich untersuchen will, lĂ€sst Teilchen hoher Energie aufeinanderprallen â am Large Hadron Collider des CERN etwa Protonen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit. Bevor wir Maschinen bauen, eine Grundsatzfrage, die du aus diesem Kapitel schon beantworten kannst: Welches Feld kann einem Teilchen ĂŒberhaupt Energie zufĂŒhren â das elektrische, das magnetische, oder beide?
Nur das
Trick eins: dieselbe Spannung zweimal nutzen. Der
Tandem-Van-de-Graaff-Beschleuniger schickt negativ geladene
Ionen zum positiven Hochspannungsterminal in der Mitte; dort streift
eine dĂŒnne Folie (der âStripper") mehrere Elektronen ab, und die nun
positiven Ionen werden vom selben Terminal ein zweites Mal
beschleunigt â Energiegewinn insgesamt
Der Linearbeschleuniger: dieselbe Spannung, viele Male
Trick zwei ist radikaler: eine Wechselspannung, immer
wieder genutzt. Zwischen hintereinander liegenden
Nach
Das Zyklotron: der aufgerollte Linearbeschleuniger
Ein Linac fĂŒr hohe Energien wird kilometerlang. Trick drei rollt
ihn auf: Zwei D-förmige, hohle Elektroden (die
Im Applet steckt die entscheidende Beobachtung: Die Spirale wird
Umlauf fĂŒr Umlauf weiter, aber
unabhĂ€ngig von Geschwindigkeit und Radius. Deshalb genĂŒgt eine
Wechselspannung mit konstanter
und jedes Teilchen erreicht den Spalt immer genau dann, wenn das Feld gerade richtig herum zeigt. Kein Nachregeln, kein Timing-Radar â die Physik selbst hĂ€lt den Takt.
Bis sie es nicht mehr tut. Oberhalb von etwa 10 % der
Lichtgeschwindigkeit wÀchst die (relativistische) Masse des
Teilchens merklich â
Voraussetzungen (1)
Ein Proton tritt mit 2·10ⷠm/s in einen Ablenkmagneten ein und wird um 90° abgelenkt. Ein elektrisches Feld gibt es dort nicht. Wie schnell tritt es aus?
Im Zyklotron erhöht das Magnetfeld die kinetische Energie der Teilchen bei jedem Umlauf ein wenig.
Im Zyklotron werden die Teilchen nur im ___ zwischen den beiden Duanden beschleunigt.
Welche Aussage zu Anwendungen von Teilchenbeschleunigern ist richtig?
Im Linearbeschleuniger polt die Spannung alle 50 ns um. Ein Ion fliegt in einer Driftröhre mit 1·10â¶ m/s, in der nĂ€chsten mit 2·10â¶ m/s. Wie lang mĂŒssen die beiden Röhren sein?
Die beiden evakuierten Metalldosen des Zyklotrons nennt man ___.
Die Zyklotronfrequenz f = qB/(2Ïm) ist unabhĂ€ngig von der Geschwindigkeit der Teilchen â deshalb genĂŒgt im klassischen Zyklotron eine Wechselspannung konstanter Frequenz.
Ein klassisches Zyklotron mit fester Frequenz beschleunigt Protonen ĂŒber 0,1c hinaus, wo ihre Masse merklich zunimmt. Was passiert mit ihrer Umlaufdauer?
Mit welchen beiden MaĂnahmen lĂ€sst sich die relativistische Grenze des klassischen Zyklotrons ĂŒberwinden?
In einem Linearbeschleuniger durchlÀuft ein Proton 20 Beschleunigungsspalte mit jeweils 50 kV. Welche kinetische Energie gewinnt es insgesamt? (Antwort in MeV)
Die Wechselspannung eines Zyklotrons hat die Frequenz 25 MHz. Nach welcher Zeit muss jeweils umgepolt werden, also nach jeder halben Periode? (Antwort in ns)
Im Inneren einer Driftröhre wirkt kein beschleunigendes Feld â dort fliegt das Teilchen mit konstanter Geschwindigkeit, wĂ€hrend die Spannung umgepolt wird.
Elektronen (e/m = 1,76·10ÂčÂč C/kg) laufen in einem Zyklotron mit B = 1,0 mT um. Berechne die Zyklotronfrequenz f = qB/(2Ïm). (Antwort in MHz, auf ganze Zahl gerundet)