Mit mir selbst reden wie mit einem Freund

Talking to Myself Like a Friend

Selbsterkenntnis Klasse 5 14 Aufgaben
GefühleSelbsterkenntnisEmotionsregulationStrategie

„Ich schaff das nie“ und „Jonas, du hast das schon zweimal geübt“ meinen dieselbe Lage — aber nur der zweite Satz schafft Abstand. Kross et al. (2014) zeigen bei Erwachsenen, dass Selbstgespräch mit dem eigenen Namen oder „du“ vor einer Stressaufgabe Angst und Grübeln senkt; Kross, Duckworth, Ayduk, Tsukayama & Mischel (2011) fanden bei Fünftklässlern, dass das Nachdenken über einen Ärger „von außen“ die Wut verringert und weniger Schuldzuweisung bringt; White et al. (2017) sahen schon bei Vier- bis Sechsjährigen mehr Ausdauer, wenn sie über sich in der dritten Person dachten. Das ist der kleine, kindgerechte Teil des Abstandnehmens, dessen große Form (Umdeutung) in „Abkühlen — was wirklich hilft“ ehrlich vertagt wird. Geübt wird an fremden Fällen: unter Sätzen gleichen Inhalts den mit Abstand erkennen, und ihn von harter Selbstkritik unterscheiden — der Prüfstein ist „Was würde ich einem Freund sagen?“. Verbraucht wird das vor Prüfungen, Auftritten und Wettkämpfen, nach Rückschlägen (`self-knowledge.gefuehle.nach-einem-rueckschlag`) und beim Lesen der eigenen Muster (`self-knowledge.gefuehle.muster-in-meinen-reaktionen`).

Leicht
Multiple Choice #1 16s ▶ Testen

Jonas ist vor der Mathearbeit nervös. Welchen Satz sagt Jonas mit Abstand zu sich?

  • ● Jonas, du hast das zweimal geübt. Du kannst anfangen.
  • ○ Ich habe das zweimal geübt. Ich kann anfangen.
  • ○ Jonas, du Versager, reiß dich zusammen.
Mit dem eigenen Namen und „du“ spricht man zu sich wie zu einem Freund. Gleicher Inhalt in der Ich-Form schafft weniger Abstand, und Beschimpfen ist kein Abstand.
Multiple Choice #2 15s ▶ Testen

Sara wartet hinter der Bühne auf ihren Auftritt. Welchen Satz sagt Sara mit Abstand zu sich?

  • ● Sara, atme einmal aus. Du kennst den Text.
  • ○ Ich atme einmal aus. Ich kenne den Text.
  • ○ Sara, du wirst dich bestimmt blamieren.
Der Name schafft Abstand, der Inhalt hilft. Beides zusammen macht den Satz stark.
Multiple Choice #3 16s ▶ Testen

Emre steht vor dem Start beim Schwimmwettkampf. Welchen Satz sagt Emre mit Abstand zu sich?

  • ● Du hast im Training gut gewendet, Emre. Mach es wie da.
  • ○ Ich habe im Training gut gewendet. Ich mach es wie da.
  • ○ Emre, wenn du verlierst, bist du peinlich.
Mit „du“ und dem Namen redet Emre wie ein Trainer mit sich. Eine Drohung an sich selbst macht nervöser.
Multiple Choice #4 14s ▶ Testen

Lina sitzt seit zehn Minuten vor einer schweren Aufgabe. Welchen Satz sagt Lina mit Abstand zu sich?

  • ● Lina, fang mit dem ersten Teil an.
  • ○ Ich fang mit dem ersten Teil an.
  • ○ Lina, du bist zu dumm dafür.
Der Satz spricht Lina von außen an und zeigt einen nächsten Schritt.
Wahr / Falsch #5 12s ▶ Testen

Ida sagt vor dem Diktat leise zu sich: „Ida, du schaffst das.“ Das ist ein guter Zug.

✓ Wahr
Sich mit dem eigenen Namen ansprechen schafft Abstand und kann Nervosität senken.
Wahr / Falsch #6 12s ▶ Testen

„Ich bin aufgeregt“ und „Lea, du bist aufgeregt“ meinen dasselbe. Der zweite Satz schafft mehr Abstand.

✓ Wahr
Gleicher Inhalt, andere Blickrichtung. Mit Namen und „du“ schaut man von außen auf sich.
Wahr / Falsch #7 12s ▶ Testen

Paul ist zwölf. Mit sich selbst wie mit einem Freund zu reden, hilft in seinem Alter nicht mehr.

✓ Falsch
Selbstgespräch mit Abstand hilft Kindern und Erwachsenen — es wurde mit Fünftklässlern und mit Erwachsenen untersucht.
Lückentext #8 12s ▶ Testen

Nora ist vor dem Elfmeter nervös. Sie sagt zu sich: „___, du hast genau diesen Schuss geübt.“

✓ Antwort: Nora
Mit dem eigenen Namen spricht Nora zu sich wie eine Trainerin zu ihrer Spielerin.
Lückentext #9 12s ▶ Testen

Ben will nach dem verlorenen Spiel nicht grübeln. Er sagt zu sich: „Ben, ___ hast heute zweimal gut verteidigt.“

✓ Antwort: du
„Du“ statt „ich“: Ben redet mit sich wie mit einem Mitspieler.
Mittel
Multiple Choice #1 18s ▶ Testen

Tom hat sich mit seinem Bruder gestritten und denkt abends darüber nach. Welche Frage stellt sich Tom mit Abstand?

  • ● Warum ist Tom vorhin so wütend geworden?
  • ○ Warum passiert so was immer mir?
  • ○ Warum ist mein Bruder immer so gemein?
Wer auf sich schaut wie auf einen anderen, versteht den Streit besser und wird weniger wütend. „Immer mir“ und „immer gemein“ halten die Wut fest.
Multiple Choice #2 18s ▶ Testen

Mia wurde in der Pause ausgelacht und grübelt zu Hause. Welche Frage stellt sich Mia mit Abstand?

  • ● Was hat Mia in dem Moment gebraucht?
  • ○ Warum lachen immer alle über mich?
  • ○ Warum bin ich so peinlich?
Die Frage mit dem eigenen Namen schaut von außen auf die Lage und sucht etwas, das hilft. Die anderen beiden drehen sich im Kreis.
Multiple Choice #3 18s ▶ Testen

Ole hat beim Vorlesen gestottert. Seine Freundin hätte er so getröstet. Welchen Satz sagt Ole mit Abstand zu sich?

  • ● Ole, das passiert jedem mal. Du liest sonst gut.
  • ○ Das passiert mir mal. Ich lese sonst gut.
  • ○ Ole, du kannst gar nichts.
Der Prüfstein: Würde ich das einem Freund sagen? Den tröstenden Satz schon, die Beschimpfung nie.
Wahr / Falsch #4 14s ▶ Testen

Kai sagt zu sich: „Kai, du Trottel!“ Weil er seinen Namen benutzt, ist das ein hilfreiches Selbstgespräch.

✓ Falsch
Der Name allein reicht nicht. Hilfreich ist ein Satz, den man auch einem Freund sagen würde.
Multiple Choice #5 15s ▶ Testen

Elif hat Angst vor dem Zahnarzt. Welchen Satz sagt Elif mit Abstand zu sich?

  • ● Elif, beim letzten Mal war es schnell vorbei.
  • ○ Beim letzten Mal war es bei mir schnell vorbei.
  • ○ Elif, du Angsthase, stell dich nicht so an.
Name plus eine echte Erinnerung, die beruhigt. Spott über die eigene Angst macht sie größer.