Essay schreiben

Essay Writing

Deutsch Klasse 9 15 Aufgaben
SchreibenEssayKreative ArgumentationKerncurriculum

Der Essay als offene, gedanklich bewegliche Form: ein Thema umkreisen, Ich-Perspektive und persönliche Erfahrung zulassen, Gedanken pointieren, Beispiele und Zitate assoziativ verknüpfen — seit Montaignes „Essais" (1580) ein „Versuch". Das Kind erkennt essaytypische Einstiege und Wendungen und unterscheidet sie von der Erörterung. Vorgebeugt wird dem Missverständnis, ein Essay sei eine Erörterung mit weniger Struktur — er braucht einen Gedankengang, nur keinen Schematismus. Ziel: Abitur-Essay, Kommentar (K10), Tiefe essayistische Produktion; Brücke zur Philosophie.

Leicht
Multiple Choice #1 20s â–¶ Testen

Thema Tempolimit: Welche Passage stammt aus einem Essay, nicht aus einer Erörterung?

  • â—‹ Erstens spricht fĂĽr ein Tempolimit, dass es die Zahl schwerer Unfälle senkt.
  • â—Ź Ich frage mich, ob wir wirklich schneller ankommen wollen – oder nur fliehen.
  • â—‹ Ein weiteres Argument ist die Umwelt: Weniger Tempo bedeutet weniger Abgase.
Der Essay ist subjektiver und freier: Der Autor denkt in der Ich-Form nach, stellt Fragen und verbindet Argumentation mit persönlicher Reflexion. „Erstens …“ und „Ein weiteres Argument ist …“ gehören zur geordneten Argumentreihe der Erörterung.
Wahr / Falsch #2 15s â–¶ Testen

Im Essay darf man Ich-Formulierungen verwenden und persönliche Erfahrungen einbringen.

âś“ Wahr
Richtig! Der Essay ist explizit subjektiv. 'Ich denke...', 'Mir fiel auf...' oder persönliche Erlebnisse als Ausgangspunkt sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Die persönliche Stimme unterscheidet den Essay von der sachlichen Erörterung.
LĂĽckentext #3 15s â–¶ Testen

Ein rhetorisches Mittel, das im Essay häufig eingesetzt wird und bei dem eine Frage gestellt wird, auf die keine Antwort erwartet wird, heißt rhetorische ___.

âś“ Antwort: Frage
Die rhetorische Frage ('Wer wĂĽnscht sich das nicht?') lenkt das Denken des Lesers, ohne eine Antwort zu verlangen. Im Essay dient sie dazu, Gedanken anzustoĂźen und den Leser einzubeziehen.
Wahr / Falsch #4 15s â–¶ Testen

Ein Essay sollte möglichst sachlich und emotionslos geschrieben sein.

âś“ Falsch
Falsch! Der Essay darf und soll lebendig, witzig, nachdenklich, provokant sein. Er verbindet intellektuelle Tiefe mit stilistischer Eleganz. Ironie, Humor, Pathos und Ăśberraschung sind erlaubte Mittel.
LĂĽckentext #5 20s â–¶ Testen

Die Technik, im Essay eine kurze, anschauliche Geschichte als Einstieg oder Beleg zu erzählen, nennt man ___.

âś“ Antwort: Anekdote
Die Anekdote ist eine kurze, pointierte Geschichte aus dem Leben, die einen Gedanken veranschaulicht. Im Essay dient sie als lebendiger Einstieg oder als konkretes Beispiel fĂĽr eine abstrakte Ăśberlegung.
Multiple Choice #6 20s â–¶ Testen

Was ist der 'rote Faden' eines Essays?

  • â—‹ Die Farbe der Ăśberschrift
  • â—Ź Die gedankliche Linie, die alle Abschnitte verbindet und den Essay zusammenhält
  • â—‹ Die erste Zeile jedes Absatzes
  • â—‹ Das Literaturverzeichnis
Obwohl der Essay frei und assoziativ sein darf, braucht er einen roten Faden: eine Leitfrage, ein durchgehendes Motiv oder eine Entwicklung des Gedankens. Ohne roten Faden wird der Essay beliebig.
LĂĽckentext #7 20s â–¶ Testen

Ein Essay wird manchmal auch als 'Versuch' oder 'gedanklicher ___' bezeichnet, weil er den Denkprozess abbildet.

âś“ Antwort: Spaziergang
Der Essay ist ein 'Gedankenspaziergang': Er folgt keinem starren Schema, sondern einer Bewegung des Denkens — mit Umwegen, Assoziationen und überraschenden Wendungen. Das unterscheidet ihn von der systematisch gegliederten Erörterung.
Mittel
LĂĽckentext #1 25s â–¶ Testen

Als Begründer der Gattung Essay gilt der französische Philosoph Michel de ___, der 1580 seine 'Essais' veröffentlichte.

âś“ Antwort: Montaigne
Montaignes 'Essais' (1580) waren persönliche Gedankenversuche über Themen wie Freundschaft, Tod, Erziehung. Er wollte nicht belehren, sondern denkend suchen. Diese Haltung des tastenden Nachdenkens prägt den Essay bis heute.
Multiple Choice #2 25s â–¶ Testen

Welches Merkmal ist typisch fĂĽr einen gelungenen Essay?

  • â—‹ Strenge Gliederung in Einleitung – Hauptteil – Schluss
  • â—Ź Ein origineller, fesselnder Einstieg und ein pointierter Schluss
  • â—‹ AusschlieĂźliche Verwendung von Fachsprache
  • â—‹ Vermeidung jeder persönlichen Meinung
Der Essay lebt von einem starken Anfang (Anekdote, provokante These, überraschende Beobachtung) und einem pointierten Schluss. Dazwischen entwickelt sich der Gedanke frei, aber nicht beliebig — es gibt einen roten Faden.
Multiple Choice #3 30s â–¶ Testen

Welcher Einstieg wäre für einen Essay zum Thema 'Stille' besonders wirkungsvoll?

  • â—‹ 'In diesem Essay geht es um Stille.'
  • â—Ź 'Letzte Woche saĂź ich im Wartezimmer. Zwölf Menschen, zwölf Bildschirme, kein einziges Wort. Ich fragte mich: Ist das die Stille, nach der wir uns sehnen?'
  • â—‹ 'Stille ist definiert als die Abwesenheit von Geräuschen.'
  • â—‹ 'Erstens... Zweitens... Drittens...'
Ein guter Essay-Einstieg fesselt sofort: eine Szene, eine provokante Frage, eine Beobachtung. Die Lexikon-Definition oder 'In diesem Essay...' sind langweilig. Die Wartezimmer-Szene erzeugt ein Bild und wirft eine Frage auf.
Multiple Choice #4 20s â–¶ Testen

Welcher Gedankengang zeigt die offene Form des Essays?

  • â—‹ These – drei Argumente – eindeutiges Fazit
  • â—Ź Beobachtung – Zweifel – zwei Deutungen bleiben nebeneinander stehen
  • â—‹ Beobachtung – Zweifel – der Text bricht mitten im Satz ab
Offene Form heißt: Der Essay muss nicht zu einem eindeutigen Ergebnis kommen und darf verschiedene Perspektiven nebeneinanderstellen – er bildet den Denkprozess ab. Ein eindeutiges Fazit ist typisch für die Erörterung; ein abgebrochener Text ist nicht offen, sondern unfertig.
Multiple Choice #5 25s â–¶ Testen

Welcher Schluss wäre für einen Essay angemessen?

  • â—‹ 'Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es Argumente fĂĽr und gegen gibt.'
  • â—Ź Eine ĂĽberraschende Wendung, ein offenes Bild oder eine pointierte Schlussfolgerung, die den Leser weiterdenken lässt
  • â—‹ 'Das war mein Essay. Ende.'
  • â—‹ Eine vollständige Liste aller verwendeten Quellen
Der Essay-Schluss ist keine bloße Zusammenfassung. Er kann den Gedanken weiterführen, ein Bild vom Anfang aufgreifen, eine Pointe setzen oder mit einer offenen Frage enden — der Leser soll weiterdenken.
Wahr / Falsch #6 20s â–¶ Testen

Im Essay ist es erlaubt, zwischen verschiedenen Darstellungsformen (Erzählen, Beschreiben, Argumentieren) zu wechseln.

âś“ Wahr
Richtig! Der Essay kombiniert frei: erzählende Passagen (Anekdoten, Szenen), beschreibende (Beobachtungen), reflektierende (Gedanken) und argumentierende (Thesen, Belege). Diese Vielfalt macht den Essay lebendig.
Multiple Choice #7 25s â–¶ Testen

Essay zum Thema „Warten“: Welcher Absatz wird dem Anspruch des Essays am besten gerecht?

  • â—‹ Ich finde Warten echt nervig, weil es so blöd ist und mich jedes Mal stört.
  • â—‹ Warten bezeichnet einen Zeitraum, in dem ein erwartetes Ereignis noch nicht eingetreten ist.
  • â—Ź An der Bushaltestelle merke ich: Wer wartet, hat plötzlich Zeit – und weiĂź nichts mit ihr anzufangen.
Der Essay verlangt dreierlei zugleich: einen eigenen Gedanken (inhaltliche Tiefe), treffende Sprache und eine persönliche Stimme. Der Bushaltestellen-Absatz hat alle drei. Der erste Absatz hat nur die persönliche Stimme, der zweite nur eine sachliche Definition ohne eigenen Gedanken und ohne Stimme.
Schwer
Multiple Choice #1 30s â–¶ Testen

Welches sprachliche Mittel macht folgenden Essay-Satz besonders wirkungsvoll? 'Wir haben uns die Welt verfügbar gemacht — und sie hat uns dabei verloren gegangen.'

  • â—‹ Alliteration
  • â—Ź Paradoxon: Die scheinbar widersprĂĽchliche VerknĂĽpfung von Gewinn und Verlust
  • â—‹ Vergleich
  • â—‹ Hyperbel
Das Paradoxon (scheinbarer Widerspruch) ist ein kraftvolles Essay-Stilmittel: 'verfĂĽgbar machen' klingt nach Gewinn, 'verloren gehen' nach Verlust. Der Widerspruch regt zum Nachdenken an und verdichtet eine komplexe Beobachtung.