Verhalten im Unendlichen

Behaviour at infinity

Mathematik Klasse 11 17 Aufgaben
FunktionenGrenzwerteKonvergenzGraphen

Das Grenzverhalten fĂŒr x → +∞ fragt, wohin die Funktionswerte laufen. Am Graphen liest man den Grenzwert L als waagrechte Gerade ab, die Streifenvorstellung prĂ€zisiert das: Um y = L liegt ein beliebig schmaler Streifen, den der Graph ab einem x-Wert nicht mehr verlĂ€sst. Am Term genĂŒgt oft, dass 1/x gegen 0 strebt. Der Abschnitt rĂ€umt aus, ein Grenzwert werde „nie erreicht“ oder sei eine Schranke (Tall und Vinner 1981: Konzeptbild gegen Definition; Greefrath u. a. 2016: Umgebungsvorstellung). Er bereitet Konvergenz und Divergenz, die waagrechte Asymptote und den GrenzĂŒbergang zur Ableitung vor.

Wohin strebt der Graph?

FĂŒr große x nĂ€hert sich der Graph mancher Funktionen einer waagrechten Geraden. Bei ist das die Gerade y = 2. Man schreibt und liest: Der Grenzwert von f fĂŒr x gegen unendlich ist 2. Das linke Ende, , betrachtet man getrennt; hier fĂŒhrt es ebenfalls zu 2. Dass der Graph die Gerade zwischendurch schneidet, stört nicht: Bei ist . Entscheidend ist nur, wo der Graph am Ende bleibt, nicht, wo er unterwegs war.

Ziehe P nach rechts und nach links. Bei welchem x liegt P genau auf der roten Geraden?

Der Streifen um den Grenzwert

Was heißt „nĂ€hert sich“ genau? Man legt einen Streifen um die Gerade , seine Halbbreite Δ darf beliebig klein sein. L ist der Grenzwert, wenn der Graph fĂŒr jeden solchen Streifen ab einem x-Wert nicht mehr herauslĂ€uft. Beispiel : Der Abstand zu 2 ist , und der ist kleiner als Δ, sobald gilt. FĂŒr Δ = 0,5 ist das ab x = 2 so, fĂŒr Δ = 0,1 ab x = 10. Der Term zeigt den Grenzwert auch direkt: strebt gegen 0, also strebt gegen 2. Ob der Graph die Gerade je trifft (hier nie), ist gleichgĂŒltig.

Mache den Streifen schmaler. Wie verÀndert sich die Stelle N, ab der der Graph im Streifen bleibt?
Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

FĂŒr große x nĂ€hert sich der Graph von f immer mehr der waagrechten Geraden y = 2. Was gilt dann?

  • ● lim(x→∞) f(x) = 2
  • ○ lim(x→2) f(x) = ∞
  • ○ lim(x→∞) f(x) = 0
Der Grenzwert ist der y-Wert, dem der Graph fĂŒr x → ∞ zustrebt: 2. Die 2 gehört zu y, nicht zu x, und die x-Achse (y = 0) ist nicht die Gerade, auf die der Graph zulĂ€uft.
Multiple Choice #2 25s ▶ Testen

Wohin lĂ€uft der abgebildete Graph fĂŒr x → +∞?

  • ● auf y = 2 zu
  • ○ auf y = 3,2 zu (dem höchsten Punkt)
  • ○ auf y = 0 zu (der x-Achse)
Rechts fÀllt der Graph nach dem höchsten Punkt (etwa 3,2) langsam wieder ab und schmiegt sich an die Gerade y = 2 an. Der höchste Punkt ist kein Grenzwert, und die x-Achse liegt rechts weit unter dem Graphen.
Multiple Choice #3 25s ▶ Testen

Welchen Grenzwert hat f fĂŒr x → +∞, wenn der abgebildete Graph zu f gehört?

  • ● −1
  • ○ 0
  • ○ 2
Am rechten Ende lĂ€uft der Graph auf die waagrechte Gerade y = −1 zu, die unter der x-Achse liegt. Die 0 ist die x-Achse, die der Graph bei x ≈ 1,6 durchquert, und 2 ist nur der y-Achsenabschnitt.
Multiple Choice #4 20s ▶ Testen

FĂŒr f gilt lim(x→∞) f(x) = 3. Um y = 3 liegt ein Streifen von 2,9 bis 3,1. Was folgt daraus?

  • ● Ab einem x-Wert liegt der Graph dauerhaft im Streifen.
  • ○ Der Graph erreicht y = 3 nie.
  • ○ Der Graph liegt fĂŒr alle x im Streifen.
Der Grenzwert 3 bedeutet: FĂŒr jeden Streifen gibt es ein x, ab dem der Graph drin bleibt. „FĂŒr alle x“ verlangt zu viel, „nie erreichen“ wird nicht verlangt: Der Graph darf 3 sogar treffen.
Multiple Choice #5 25s ▶ Testen

Der Graph gehört zu f(x) = 2 + 1/x. Bei welchem x tritt er in den gestrichelten Streifen von 1,5 bis 2,5 ein und bleibt danach darin?

  • ● bei x = 2
  • ○ bei x = 1
  • ○ bei x = 0,5
Bei x = 2 ist f(2) = 2,5: Dort erreicht der Graph den oberen Rand des Streifens und sinkt danach nur noch, bleibt aber ĂŒber 2. Bei x = 1 ist f(1) = 3 und bei x = 0,5 ist f(0,5) = 4, beides außerhalb.
Wahr / Falsch #6 15s ▶ Testen

Der Graph von f(x) = 2 + 1/x trifft die Gerade y = 2 nie. Deshalb ist 2 nicht der Grenzwert.

✓ Falsch
Ob der Graph die Gerade trifft, ist fĂŒr den Grenzwert unerheblich. Entscheidend ist der Streifen: FĂŒr jede Breite liegt der Graph ab einem x-Wert darin. Bei 2 + 1/x ist das fĂŒr x > 1/Δ der Fall.
Wahr / Falsch #7 15s ▶ Testen

Bei f(x) = 2 + 1/x liegt der Graph schon ab x = 1 dauerhaft im gestrichelten Streifen von 1,5 bis 2,5.

✓ Falsch
Bei x = 1 ist f(1) = 3, das liegt ĂŒber dem Streifen. Erst ab x = 2 ist f(x) ≀ 2,5: Der Streifen wird ab 1/Δ = 1/0,5 = 2 dauerhaft erreicht.
Multiple Choice #8 20s ▶ Testen

Welchen Grenzwert hat f(x) = 4 + 1/x fĂŒr x → ∞?

  • ● 4
  • ○ 0
  • ○ 5
1/x strebt gegen 0, also strebt 4 + 1/x gegen 4. „0“ beachtet nur den Bruch, „5“ setzt x = 1 ein.
Multiple Choice #9 20s ▶ Testen

Welche dieser Funktionen strebt fĂŒr x → ∞ gegen 0?

  • ● f(x) = 1/xÂČ
  • ○ f(x) = xÂČ
  • ○ f(x) = 2ËŁ
Im Nenner wĂ€chst xÂČ ĂŒber alle Grenzen, der Bruch wird beliebig klein. xÂČ und 2ËŁ wachsen selbst ĂŒber alle Grenzen.
Multiple Choice #10 25s ▶ Testen

Der abgebildete Graph gehört zu f(x) = 1/xÂČ (rechter Ast). Welchen Grenzwert hat f fĂŒr x → ∞?

  • ● 0
  • ○ 1
  • ○ keinen, weil der Graph die x-Achse nie erreicht
Im Nenner wĂ€chst xÂČ ĂŒber alle Grenzen, der Bruch wird beliebig klein: Der Grenzwert ist 0. Die 1 ist nur der Wert bei x = 1, und „nie erreichen“ spricht nicht gegen einen Grenzwert.
Mittel
Zahleneingabe #1 25s ▶ Testen

FĂŒr x = 10, 100, 1000, 10000 hat f die Werte 2,1; 2,01; 2,001; 2,0001. Welchen Grenzwert hat f(x) fĂŒr x → ∞?

✓ Antwort: 2
Die Werte laufen auf 2 zu, jeweils nur noch 1/x entfernt. Der Grenzwert ist 2.
Zahleneingabe #2 25s ▶ Testen

FĂŒr f(x) = 2 + 1/x soll |f(x) − 2| < 0,1 gelten, also der Graph im Streifen 2 ± 0,1 liegen. Das ist fĂŒr alle x > c der Fall. Bestimme das kleinste passende c.

✓ Antwort: 10
Der Abstand zu 2 ist 1/x. Er ist kleiner als 0,1, sobald x > 1/0,1 = 10 gilt.
Zahleneingabe #3 25s ▶ Testen

Gib den Grenzwert von f(x) = 5 − 1/x fĂŒr x → ∞ an.

✓ Antwort: 5
1/x strebt gegen 0, also strebt 5 − 1/x gegen 5 − 0 = 5.
Schwer
Zahleneingabe #1 40s ▶ Testen

Ein Graph lĂ€uft fĂŒr x → −∞ auf die Gerade y = −1 zu und fĂŒr x → +∞ auf die Gerade y = 4. Wie groß ist die Summe der beiden Grenzwerte?

✓ Antwort: 3
Die Enden betrachtet man getrennt: lim(x→−∞) f(x) = −1 und lim(x→∞) f(x) = 4. Die Summe ist −1 + 4 = 3.
Zahleneingabe #2 40s ▶ Testen

FĂŒr f(x) = 3 + 2/x soll |f(x) − 3| < 0,01 gelten. Das ist fĂŒr alle x > c der Fall. Bestimme das kleinste passende c.

✓ Antwort: 200
Der Abstand zu 3 ist 2/x. 2/x < 0,01 gilt fĂŒr x > 2/0,01 = 200.
Zahleneingabe #3 40s ▶ Testen

Bestimme den Grenzwert von f(x) = (3x + 1)/x fĂŒr x → ∞. Tipp: Teile den Bruch auf.

✓ Antwort: 3
(3x + 1)/x = 3 + 1/x, und 1/x strebt gegen 0. Der Grenzwert ist 3.
KI-bewertete Rechnung #4 240s ▶ Testen

Zeige fĂŒr f(x) = 2 + 1/x mit der Streifenvorstellung, dass lim(x→∞) f(x) = 2 gilt. Bestimme, ab welchem x der Graph fĂŒr Δ = 0,05 im Streifen 2 ± Δ bleibt, und gib allgemein an, ab welchem x er fĂŒr beliebiges Δ im Streifen bleibt. ErklĂ€re, warum der Graph die Gerade y = 2 nie trifft und warum das dem Grenzwert nicht widerspricht. Schreibe deine Rechnung auf Papier und fotografiere sie.

✓ Antwort: Abstand zu 2: |f(x) − 2| = 1/x. FĂŒr Δ = 0,05: 1/x < 0,05 genau fĂŒr x > 20, ab x = 20 liegt f(x) zwischen 2 und 2,05. Allgemein: 1/x < Δ genau fĂŒr x > 1/Δ. Also gibt es zu jedem Streifen ein N = 1/Δ, ab dem der Graph im Streifen bleibt: lim(x→∞) f(x) = 2. Der Graph trifft y = 2 nie, weil 1/x ≠ 0 ist; das ist unerheblich, denn die Streifenbedingung verlangt nur, dass der Abstand beliebig klein wird.
Der Abstand des Graphen zu y = 2 ist 1/x. Er unterschreitet jede Schranke Δ ab x = 1/Δ: das ist die Streifenbedingung, und sie stimmt fĂŒr jedes Δ.