Graphisches Ableiten — vom Graphen von f zum Graphen von f′
Graphical Differentiation — from the Graph of f to the Graph of f′
Wo f steigt, verläuft f′ oberhalb der x-Achse; wo f einen Hoch- oder Tiefpunkt hat, schneidet f′ die x-Achse; wo f am steilsten ist, hat f′ ein Extremum. So lässt sich qualitativ zwischen dem Graphen von f und dem von f′ übersetzen, ohne einen Term abzuleiten. Zwei Fehlvorstellungen sind gut belegt: die Höhe-Steigung-Verwechslung („wo f am größten ist, ist auch f′ am größten", Monk 1992) und das Lesen des f′-Graphen als verschobene Kopie von f. Das qualitative Arbeiten vor dem Kalkül (Danckwerts & Vogel) ist die Sinngrundlage der formalen Monotonie- und Extremstellenkriterien.
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Der Graph von f hat bei x = 2 einen Hochpunkt. Was macht der Graph von f′ bei x = 2?
Wo der Graph von f steigt, verläuft der Graph von f′ oberhalb der x-Achse.
f(x) = 2x + 1 ist eine Gerade. Wie sieht der Graph von f′ aus?
Der Graph von f′ verläuft auf dem Intervall [1; 4] unterhalb der x-Achse. Was folgt für f?
An einer Extremstelle x₀ von f (mit glattem Graphen) gilt f′(x₀) = ___.
Welcher Graph gehört zu f′, wenn f(x) = x² die Normalparabel ist?
f ist auf einem Intervall konstant. Wie verläuft der Graph von f′ dort?
Der Graph von f′ schneidet die x-Achse bei x = 1 von − nach +. Was hat der Graph von f bei x = 1?
Wo f seinen größten Wert hat, hat auch f′ seinen größten Wert.
Der Graph von f′ ist immer eine verschobene Kopie des Graphen von f.
Der Graph von f′ hat bei x = 3 ein Maximum mit f′(3) > 0. Was bedeutet das für den Graphen von f?
Wenn f′(x₀) = 0 ist, hat f bei x₀ immer einen Hoch- oder Tiefpunkt.
Zu f(x) = x³ gehört als f′-Graph eine nach oben geöffnete Parabel mit Scheitel im Ursprung.
Aus dem Graphen von f′ kann man die Funktionswerte f(x) direkt ablesen.