Bernoulli-Kette — das Modell erkennen

Bernoulli Trials — Recognising the Model

Mathematik Klasse 12 14 Aufgaben
StochastikWahrscheinlichkeitBernoulli-KetteKerncurriculum

Eine Bernoulli-Kette liegt vor, wenn vier Bedingungen erfĂŒllt sind: genau zwei AusgĂ€nge (Treffer/Niete), fester Umfang n, konstante Trefferwahrscheinlichkeit p und unabhĂ€ngige Versuche. Ziehen mit ZurĂŒcklegen erfĂŒllt sie, ohne ZurĂŒcklegen nicht; „Augenzahl 6" lĂ€sst sich als Treffer/Niete lesen, obwohl der WĂŒrfel sechs Seiten hat. AusgerĂ€umt werden der Spielerfehlschluss („nach fĂŒnf Nieten ist ein Treffer ĂŒberfĂ€llig" — die Kette hat kein GedĂ€chtnis) und das blinde Anwenden der Binomialverteilung auf abhĂ€ngige Ziehungen (KrĂŒger, Sill & Sikora 2015; Eichler & Vogel). Das Sinnfundament, auf dem die Bernoulli-Formel steht.

Leicht
Multiple Choice #1 25s ▶ Testen

Welche Situation ist eine Bernoulli-Kette?

  • ● Ein GlĂŒcksrad mit Gewinn-Wahrscheinlichkeit p = 0,2 wird 8-mal gedreht, X zĂ€hlt die Gewinne.
  • ○ Aus einem Kartenstapel werden nacheinander 4 Karten ohne ZurĂŒcklegen gezogen, X zĂ€hlt die Asse.
  • ○ Ein Dartspieler wirft 6 Pfeile; mit jedem Treffer steigt seine Trefferquote fĂŒr den nĂ€chsten Wurf.
Eine Bernoulli-Kette braucht unabhĂ€ngige Versuche mit konstantem p und zwei AusgĂ€ngen — das erfĂŒllt nur das GlĂŒcksrad. Beim Ziehen ohne ZurĂŒcklegen Ă€ndert sich p von Karte zu Karte, beim Dartspieler hĂ€ngt p vom vorherigen Wurf ab.
Wahr / Falsch #2 15s ▶ Testen

Aus einer Urne mit 3 roten und 7 blauen Kugeln wird 5-mal MIT ZurĂŒcklegen gezogen, X zĂ€hlt die roten Kugeln. Das ist eine Bernoulli-Kette.

✓ Wahr
Richtig. Durch das ZurĂŒcklegen bleibt p = 0,3 bei jedem Zug gleich und die ZĂŒge sind unabhĂ€ngig — alle Bedingungen sind erfĂŒllt.
Wahr / Falsch #3 15s ▶ Testen

Aus derselben Urne wird 5-mal OHNE ZurĂŒcklegen gezogen. Auch das ist eine Bernoulli-Kette.

✓ Falsch
Falsch. Ohne ZurĂŒcklegen Ă€ndert sich die Trefferwahrscheinlichkeit von Zug zu Zug und die ZĂŒge sind abhĂ€ngig — das Binomialmodell passt hier nicht.
LĂŒckentext #4 10s ▶ Testen

Ein Zufallsexperiment mit genau zwei möglichen AusgĂ€ngen heißt ___-Experiment.

✓ Antwort: Bernoulli
Nach Jakob Bernoulli. Die AusgÀnge nennt man Treffer und Niete.
Multiple Choice #5 20s ▶ Testen

Ein Test besteht aus 8 Multiple-Choice-Fragen mit je 4 Antwortmöglichkeiten. Jemand rÀt bei jeder Frage. X zÀhlt die richtigen Antworten. Welche Parameter hat die Bernoulli-Kette?

  • ● n = 8, p = 0,25
  • ○ n = 8, p = 0,5
  • ○ n = 32, p = 0,25
8 unabhÀngige Versuche (Fragen), Treffer = richtig geraten mit p = 1/4 pro Frage.
Wahr / Falsch #6 12s ▶ Testen

Eine Reißzwecke landet mit p = 0,6 auf dem RĂŒcken. Sie wird 7-mal geworfen, X zĂ€hlt die RĂŒcken-Landungen. Das ist eine Bernoulli-Kette.

✓ Wahr
Richtig. p muss nicht 0,5 sein — es darf jeden festen Wert zwischen 0 und 1 haben. Entscheidend ist nur, dass bei jedem Wurf dasselbe p gilt und die WĂŒrfe unabhĂ€ngig sind.
LĂŒckentext #7 15s ▶ Testen

Die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Reihenfolge mit k Treffern bei n Versuchen ist: p^k · (1 − p)^___.

✓ Antwort: n − k
k Treffer liefern den Faktor p^k, die ĂŒbrigen n − k Nieten den Faktor (1 − p)^(n−k).
Wahr / Falsch #8 12s ▶ Testen

In einem Online-Spiel enthÀlt jede Kiste mit p = 0,1 einen seltenen Gegenstand. Ben öffnet 20 statt 10 Kisten. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit pro Kiste auf 0,2.

✓ Falsch
Falsch. n und p sind unabhĂ€ngige Parameter — mehr Versuche Ă€ndern nichts an der Wahrscheinlichkeit des einzelnen Versuchs. Jede Kiste hat weiter p = 0,1.
Mittel
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Ein WĂŒrfel wird 12-mal geworfen. Welche Treffer-Definition macht daraus eine Bernoulli-Kette mit p = 1/3?

  • ● Treffer bedeutet „Augenzahl 5 oder 6".
  • ○ Treffer bedeutet „Augenzahl 3".
  • ○ Treffer bedeutet „gerade Augenzahl".
Entscheidend ist die Brille, mit der man auf das Experiment schaut: Die sechs Augenzahlen werden zu Treffer/Niete zusammengefasst. „5 oder 6" trifft 2 von 6 AusgĂ€ngen, also p = 2/6 = 1/3. „Augenzahl 3" ergĂ€be p = 1/6, „gerade" ergĂ€be p = 1/2.
Multiple Choice #2 20s ▶ Testen

Eine Mannschaft schießt 10 Elfmeter auf denselben Torwart. Der Torwart lernt mit: Mit jedem Schuss sinkt die Trefferwahrscheinlichkeit. X zĂ€hlt die Tore. Welche Bernoulli-Bedingung ist hier verletzt?

  • ● Die Trefferwahrscheinlichkeit p ist nicht bei jedem Versuch gleich.
  • ○ Es gibt mehr als zwei AusgĂ€nge pro Versuch.
  • ○ Die Anzahl der Versuche n steht nicht von Anfang an fest.
Konstantes p, UnabhĂ€ngigkeit und zwei AusgĂ€nge — das verlangt das Modell. Hier sinkt p von Schuss zu Schuss. Zwei AusgĂ€nge (Tor/kein Tor) und die feste Anzahl n = 10 sind dagegen erfĂŒllt.
Wahr / Falsch #3 15s ▶ Testen

Beim Roulette ist fĂŒnfmal hintereinander Rot gekommen. Beim sechsten Spiel ist Schwarz jetzt wahrscheinlicher als sonst.

✓ Falsch
Falsch — das ist der Spielerfehlschluss. Die Spiele sind unabhĂ€ngig, das Rad hat kein GedĂ€chtnis. Die Wahrscheinlichkeit bleibt bei jedem Spiel gleich.
Multiple Choice #4 25s ▶ Testen

Welche Situation ist KEINE Bernoulli-Kette?

  • ● Aus einer Schachtel mit 10 Losen werden nacheinander 3 Lose ohne ZurĂŒcklegen gezogen.
  • ○ Eine MĂŒnze wird 20-mal geworfen, X zĂ€hlt „Kopf".
  • ○ Eine Basketballspielerin mit konstanter Trefferquote wirft 15 FreiwĂŒrfe.
Ohne ZurĂŒcklegen sind die ZĂŒge abhĂ€ngig und p Ă€ndert sich — die anderen beiden Situationen erfĂŒllen alle Bedingungen.
Wahr / Falsch #5 20s ▶ Testen

Bei n = 5 und Trefferwahrscheinlichkeit p haben die Ergebnisfolgen „TTNNN" und „NTNTN" (je 2 Treffer) dieselbe Wahrscheinlichkeit pÂČ Â· (1 − p)Âł.

✓ Wahr
Richtig. Wegen der UnabhĂ€ngigkeit multiplizieren sich die Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades — die Reihenfolge der Faktoren spielt keine Rolle.
Multiple Choice #6 25s ▶ Testen

In einer laufenden Produktion sind erfahrungsgemĂ€ĂŸ 2 % der Teile fehlerhaft. Es werden 50 Teile geprĂŒft, X zĂ€hlt die fehlerhaften. Welches Modell passt?

  • ● Bernoulli-Kette mit n = 50 und p = 0,02.
  • ○ Bernoulli-Kette mit n = 50 und p = 0,98.
  • ○ Bernoulli-Kette mit n = 2 und p = 0,5.
Treffer = „Teil fehlerhaft" mit p = 0,02, n = 50 unabhĂ€ngige PrĂŒfungen. Wichtig: p gehört zum Treffer-Ereignis, das X zĂ€hlt.