Sachaufgaben im Zahlenraum bis 100
Word Problems to 100
Eine Sachaufgabe wird nicht über Schlüsselwörter gelöst, sondern über ihre Situation: Etwas verändert sich (kommt dazu oder geht weg), zwei Teile bilden ein Ganzes, zwei Mengen werden verglichen („Wie viel mehr?"), oder gleich große Gruppen werden zusammengefasst (mal). Auch die gesuchte Zahl wandert — mal fehlt das Ergebnis, mal die Veränderung, mal der Anfang (▢ − 17 = 26). Der dokumentierte Fehler steckt in den Vergleichsaufgaben: „Tom hat 15 mehr als Lena" enthält das Wort „mehr", verlangt für Lenas Anzahl aber Minus. Antwortsatz und Überschlag prüfen zum Schluss, ob das Ergebnis passen kann.
Können & Üben
Vorstellungsrunde — zeig dein Sachrechen-Projekt
small-group20 min · weekly
klassenraum, sitzkreis
Die Kinder-getragene Schwester der Rechenkonferenz, jetzt für die eigenen Projekte: ein bis zwei Kinder stellen ihr Sachrechen-Projekt vor — das Taschengeld-Budget, die vermessene Schule — und erzählen die echte Frage, ihren Rechenweg und ihre Antwort. Die anderen fragen nach: „Wie bist du darauf gekommen? Was war schwierig? Stimmt das?" Es geht nicht um richtig/falsch von oben, sondern darum, das eigene Denken laut zu machen und das der anderen ernst zu nehmen — Argumentieren & Kommunizieren. Ein Kind moderiert die Runde, die Begleitperson hört vom Rand zu und schreibt höchstens eine Beobachtung ins Lerntagebuch. So bekommt die selbst gemachte Arbeit ein echtes Publikum, ohne dass eine erwachsene Person die Runde führen muss.
peer
3–10
Sachrechen-Projekt — reicht das Geld?
solo30 min · ad-hoc
klassenraum, lernzeit-mathe
Ein eigenes kleines Sachrechen-Projekt: Das Kind wählt einen echten Plan — ein Geburtstagsfrühstück, eine Tüte fürs Wochenende, etwas für den Gruppenraum — und ein Budget (z. B. 10 €). Mit einem echten oder ausgedachten Kassenzettel rechnet es zusammen, was die Dinge kosten, und prüft: reicht das Geld, und wie viel bleibt übrig? Das Ergebnis kommt aufs Blatt oder ins Lerntagebuch — der Plan, die Rechnung, die Antwort. Die Mathe des Morgens (plus und minus, Geld) wird hier an einer Frage benutzt, die das Kind selbst gestellt hat — Real-World Creation im Kleinen. Fertig ist das Projekt, wenn das Kind seine Antwort begründen kann; es darf sie in der Vorstellungsrunde zeigen.
1–1
Zahlen-Bingo an der Sachaufgabe – was steht da eigentlich?
small-group10 min · ad-hoc
klassenraum, gruppentisch
Ein schneller Aufwärmer, wenn die Gruppe unruhig ist oder wenig Zeit bleibt. Ziel ist NICHT Tempo – es geht darum, eine Sachaufgabe einmal auseinanderzunehmen, bevor gerechnet wird. Material: eine kurze Sachaufgabe (zwei bis vier Sätze) und pro Paar ein Bingo-Raster mit sechs Feldern: Zahl · Einheit · die Frage · Signalwort (je, insgesamt, jeweils, mehr als) · Was ist gesucht? · Was ist überflüssig? Ablauf: • 60–90 s: Aufgabe still lesen. • 2–3 Min: Felder ausfüllen – pro Feld das Wort oder die Zahl aus dem Text notieren. Wer ein Feld nicht füllen kann, lässt es leer; leere Felder sind ein Ergebnis, kein Fehler. • 2 Min: Jedes Paar sagt einen Satz: „Die Aufgabe will wissen, …“ – und zeigt dazu die Stelle im Text. • Zum Schluss vergleichen: Wo standen unterschiedliche Antworten im Feld „Was ist überflüssig?“ Genau dort lohnt das Nachfragen. Das Feld „Was ist überflüssig?“ ist das wichtigste. Sachaufgaben mit einer Zahl zu viel sind der schnellste Weg, das reflexhafte Alle-Zahlen-Verrechnen sichtbar zu machen. Bau alle paar Durchgänge eine Aufgabe ein, die gar nicht lösbar ist – „Auf dem Hof stehen 4 Kisten mit je 6 Äpfeln. Wie alt ist der Bauer?“ Wenn Kinder trotzdem rechnen, ist das kein Anlass für Kritik, sondern der beste mögliche Gesprächsanlass: woher kam der Impuls, sofort zu rechnen? Und die Regel, die überall gilt: keine Antwort ohne Beleg. „Woher weißt du das?“ – die Zahl muss im Text gezeigt werden können. Das verhindert Raten und bindet die Antwort an den Text. Kein Wettrennen, keine Bestzeit, kein Punktestand. Wer schneller fertig ist, sucht ein zweites überflüssiges Detail.
guide
2–8
Textaufgaben laut denken – wie komme ich in die Aufgabe hinein?
guided15 min · weekly
klassenraum, sitzkreis
Eine Textaufgabe scheitert oft nicht am Rechnen, sondern am Text: Kinder ziehen die Zahlen heraus und rechnen los, ohne sich die Situation vorzustellen. Dagegen hilft nur, das Hineindenken einmal hörbar zu machen. Erst machst du es vor – und zwar absichtlich nicht glatt. Lies eine kurze Sachaufgabe laut und sprich dabei alles mit, was dir durch den Kopf geht, auch die falschen Abzweigungen: „Ich erwarte, dass ich am Ende mal rechnen muss … hier stolpere ich, ich weiß nicht, ob 'je' heißt, dass jedes Kind so viele bekommt … ich lese den Satz noch einmal langsam … ah, ich ändere: es sind vier Kisten mit je sechs Äpfeln.“ Dass du dich korrigierst, ist der wichtigste Teil der Vorführung. Ein glattes Vormachen zeigt den Kindern nur, dass Erwachsene es können. Dann laufen die Kinder in Paaren dasselbe an einer eigenen Aufgabe: Kind A liest und denkt laut, Kind B hört zu und fragt nur nach („woher weißt du das?“), nach der Hälfte Wechsel. Am Ende sagt jedes Paar einen Satz dazu, was die Aufgabe eigentlich wissen will – noch ohne Ergebnis. Die eine Regel, die alles trägt: pro Durchgang genau ZWEI Satzstarter-Sorten aus der Liste unten, nicht mehr. Wer alle acht anbietet, bekommt Geplapper statt Strategie. Nächste Woche zwei andere. Satzstarter (jeweils zwei pro Durchgang auswählen und sichtbar hinlegen): • Vorhersagen – „Ich glaube, gleich kommt …“, „Ich erwarte, dass …“ • Bilder im Kopf – „Ich stelle mir vor: …“, „In meinem Kopf sehe ich …“ • Verbinden – „Das ist so ähnlich wie …“, „Das erinnert mich an …“ • Fragen an die Aufgabe – „Warum …?“, „Was ist gesucht?“, „Wozu die Zahl?“ • Unklar? Sagen! – „Ich verstehe das Wort … nicht“, „Ich bin unsicher bei …“ • Kern – „Es geht vor allem um …“, „Der wichtigste Satz ist: …“ • Pannenhilfe – „Ich lese den Satz noch einmal langsam“, „Ich lese weiter und kläre es danach“ • Rückblick – „Nächstes Mal achte ich besonders auf …“, „Mir hilft …“ Mini-Ablauf pro Aufgabe (60–120 Sekunden): 10 s Vorhersage, 30–60 s still lesen, 20–30 s laut denken mit den zwei Startern, 10 s Kern in einem Satz. Lieber kurz und oft als lang und einmal. Woran du merkst, dass es trägt: ein Kind sagt von selbst „Moment, ich habe falsch gelesen“ – das ist Selbstüberwachung, und die ist das eigentliche Lernziel. Kein Kind muss die Aufgabe in dieser Runde ausrechnen.
maths-discussion-lead
2–8
Voraussetzungen (3)
In der Klasse 2a sind 24 Kinder, in der 2b 22 Kinder. Wie viele sind es zusammen?
In einem Bus sitzen 47 Personen. An der Haltestelle steigen 19 aus. Wie viele sitzen noch im Bus?
Auf jedem Tisch stehen 5 Becher. Es gibt 4 Tische. Wie viele Becher sind es insgesamt?
20 Gummibärchen werden gleichmäßig auf 5 Kinder verteilt. Wie viele bekommt jedes Kind?
Welche Rechnung passt? Mia hat 35 Murmeln und bekommt 18 dazu. Wie viele hat sie jetzt?
Leon hat 38 Sammelkarten und möchte 50 haben. Wie viele fehlen ihm noch?
Anna hat 64 Sticker, Tom 47. Wie viele Sticker hat Anna mehr als Tom?
Tom hat 62 Sticker. Das sind 15 mehr, als Lena hat. Wie viele Sticker hat Lena?
Im Karton waren Bälle. 17 werden herausgenommen, jetzt sind noch 26 darin. Wie viele Bälle waren am Anfang im Karton?
Ben hatte 28 Karten. Nach dem Tauschen hat er 41. Welche Aufgabe findet heraus, wie viele Karten er dazubekommen hat?
Es gibt 3 Regale mit je 8 Büchern. Wie viele Bücher sind es insgesamt?
Auf dem Spielplatz sind 34 Kinder. 19 kommen dazu, dann gehen 12 nach Hause. Wie viele Kinder sind jetzt da?
In einer Schachtel sind 48 Buntstifte. 13 sind rot und 9 sind blau. Wie viele haben eine andere Farbe?
Stimmt das? Jan hat 55 Cent. Ein Brötchen kostet 30 Cent. Er kann sich 2 Brötchen kaufen.
Marie hat 2 T-Shirts (rot, blau) und 3 Hosen (schwarz, grau, grün). Wie viele verschiedene Outfits kann sie zusammenstellen?
Eine Sachaufgabe sagt: „Tom hat 30 rote und 12 blaue Sticker. Er ist 8 Jahre alt. Wie viele Sticker hat er?" Welche Angabe brauchst du NICHT?
Lisa rechnet: „72 Perlen, sie verschenkt 25 und 18, also 72 − 25 = 47 und 47 − 18 = 39." Finde den Fehler.
Ben sammelt Pfandflaschen. Montag gibt er 8 ab, Dienstag doppelt so viele, Mittwoch 5. Wie viele sind es zusammen?
Ordne die Ergebnisse von klein nach groß: 24 + 22, 47 − 19, 3 · 8, 50 − 38