Wahrscheinlichkeit verknüpfter Ereignisse
Probability of Compound Events
Der Abschluss fasst den Lesetext zusammen: die Begriffe Schnittmenge, Vereinigungsmenge und Gegenereignis, die Summenformel P(A ∪ B) = P(A) + P(B) − P(A ∩ B) für Häufigkeiten wie für Wahrscheinlichkeiten und ihren Sonderfall bei disjunkten Ereignissen. Er stellt Mengendiagramm und Vierfeldertafel als zwei Sichten auf dieselben Daten nebeneinander und gibt ein Fünf-Schritte-Vorgehen für Textaufgaben. Der Abschnitt ist ein reiner Lesetext, der das Gelernte bündelt und auf die bedingte Wahrscheinlichkeit in der Jahrgangsstufe 11 vorausweist.
Wir haben jetzt zwei mächtige Werkzeuge, um zwei verknüpfte Ereignisse zu beschreiben — und genau eine Formel, die sie zusammenhält.
Die wichtigsten Begriffe
A ∩ B — Schnittmenge: A und B treten beide ein.A ∪ B — Vereinigungsmenge: A oder B (oder beides) tritt ein.Ā — Gegenereignis: A tritt nicht ein.
Die Inklusions-Exklusions-Formel
Sie funktioniert wörtlich genauso für absolute Häufigkeiten: |A ∪ B| =
|A| + |B| − |A ∩ B|. Bei
Zwei Darstellungen — eine Idee
Mengendiagramm und Vierfeldertafel zeigen dieselben Daten aus zwei Perspektiven. Beide darfst du in Aufgaben einsetzen — und je nach Information, die gegeben ist, ist mal die eine, mal die andere bequemer.
- Mengendiagramm — gut zum schnellen Visualisieren von „und/oder/weder/noch“.
- Vierfeldertafel — ideal, um aus Teilangaben die fehlenden Felder Schritt für Schritt auszufüllen.
Vorgehen bei Textaufgaben
- Identifiziere die zwei Merkmale A und B (und ihre Gegenereignisse Ā, B̄).
- Übertrage die gegebenen Zahlen in eine Vierfeldertafel.
- Fülle die fehlenden Felder über Zeilen-/Spaltensummen aus.
- Lies oder berechne die gefragte Wahrscheinlichkeit.
- Teste mit der Inklusions-Exklusions-Formel, ob alles stimmt.
Im nächsten Schritt — der Klasse 11 — wirst du sehen, wie diese Formel zur bedingten Wahrscheinlichkeit PB(A) führt. Aber das ist eine andere Geschichte.
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Würfelwurf: A = {1, 2, 3, 4}, B = {3, 4, 5, 6}. Welche Menge ist A ∩ B?
Was bedeutet A ∪ B?
Die Formel für die Vereinigungswahrscheinlichkeit lautet: P(A ∪ B) = P(A) + P(B) − P(A ___ B).
P(A) = 0,4 und P(B) = 0,3 und P(A ∩ B) = 0,1. Berechne P(A ∪ B).
In einer Klasse mit 30 Schülern spielen 18 Fußball, 12 Basketball, und 5 beides. Wie viele spielen mindestens eine der beiden Sportarten?
Aus derselben Vierfeldertafel: Berechne P(A ∩ B).
In einem Mengendiagramm überlappen sich die Kreise von A und B. Die Überlappung stellt dar:
P(A ∪ B) kann niemals größer als 1 sein.
Zwei Ereignisse A und B sind unvereinbar. P(A) = 0,35, P(B) = 0,25. Berechne P(A ∪ B).
Eine Tabelle mit den vier Feldern A∩B, A∩B̄, Ā∩B, Ā∩B̄ heißt ___.
In der gleichen Klasse (30 Schüler): Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufällig gewählter Schüler mindestens eine Sportart betreibt? (Angabe als Dezimalzahl, auf 2 Stellen gerundet)
Eine Vierfeldertafel zeigt folgende Häufigkeiten: A∩B = 10, A∩B̄ = 20, Ā∩B = 15, Ā∩B̄ = 5. Wie groß ist P(A)?
Wenn A und B disjunkte Ereignisse sind (A ∩ B = ∅), gilt: P(A ∪ B) = P(A) + P(B).
Beim Würfeln: A = {gerade Zahl}, B = {Zahl > 4}. Berechne P(A ∪ B). (Als Bruch: Zähler bei Nenner 6)
P(A) = 0,5, P(B) = 0,4, P(A ∪ B) = 0,7. Berechne P(A ∩ B).
In einer Umfrage unter 100 Personen lesen 60 Zeitung A, 45 Zeitung B, 20 lesen beide. Wie viele lesen keine der beiden?