Gesetz der großen Zahlen
Law of large numbers
Bei wachsender Zahl von Versuchen pendelt sich die relative Häufigkeit eines Ereignisses um einen festen Wert ein (empirisches Gesetz der großen Zahlen); kurze Serien schwanken stark. Deshalb ist die relative Häufigkeit einer langen Serie ein sinnvoller Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit. Räumt zwei Fehlvorstellungen aus: Kurze Serien seien verlässlich, und ein Ungleichgewicht werde später „ausgeglichen“ – die absolute Differenz wächst meist weiter, nur der Anteil beruhigt sich. Bereitet die Frage vor, wann man rechnen kann und wann man schätzen muss.
Serien beruhigen sich
Zwei Kinder werfen je eine Münze und notieren nach jeweils 25 Würfen die relative Häufigkeit von Kopf:
Darum nimmt man die relative Häufigkeit einer langen Serie als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit, wenn man sie nicht berechnen kann: Landet ein Reißnagel bei 1000 Würfen 575-mal mit der Spitze oben, schätzt man P ≈ 0,58. Zwei mögliche Lagen heißen nicht, dass jede die Wahrscheinlichkeit ½ hat. Bei n Versuchen erwartet man etwa n · P Treffer.
Kein Ausgleich
Nach 6-mal Kopf denken viele: „Jetzt ist Zahl fällig.“ Doch die Münze hat kein Gedächtnis, jeder Wurf ist neu. Das Gesetz sagt nur, dass der Anteil sich beruhigt, nicht dass der Unterschied verschwindet. In der Serie unten wächst der Unterschied zwischen Kopf- und Zahl-Anzahl auf 36 (268-mal Kopf, 232-mal Zahl), obwohl h mit 0,536 nahe an 0,5 liegt: Die Zahl der Würfe wächst schneller als der Unterschied.
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Zwei Serien mit einer fairen Münze: Serie A hat 10 Würfe, Serie B hat 1000 Würfe. Bei welcher Serie liegt die relative Häufigkeit von Kopf eher nahe bei 0,5 (zwischen 0,45 und 0,55)?
Fällt eine Münze in 10 Würfen 8-mal auf Kopf, ist sie sicher nicht fair.
Das Diagramm zeigt die relative Häufigkeit der Sechs bei wachsender Zahl der Würfe. Bei welchem Wert scheint sie sich einzupendeln?
Ein Reißnagel wird immer wieder geworfen; das Diagramm zeigt die relative Häufigkeit von „Spitze oben“. Welchen Wert schätzt man für die Wahrscheinlichkeit?
Ein Reißnagel kann auf zwei Arten landen. Also ist die Wahrscheinlichkeit für „Spitze oben“ genau ½.
Rot beim Glücksrad wird geschätzt: aus 5 Drehungen (3-mal Rot) oder aus 2000 Drehungen (1240-mal Rot). Welche Schätzung ist verlässlicher?
Eine faire Münze fiel 6-mal hintereinander auf Kopf. Nun folgt der 7. Wurf. Was trifft zu?
Nach 100 Würfen mit 45-mal Kopf und 55-mal Zahl kann der Unterschied zwischen beiden Anzahlen nach 1000 Würfen größer sein als 10.
Das Diagramm zeigt, um wie viel sich die Anzahl der Kopf- und Zahl-Würfe unterscheidet. Wie groß ist der Unterschied nach 500 Würfen?
Eine faire Münze wird sehr oft geworfen. Auf welchen Wert pendelt sich die relative Häufigkeit von Kopf ein?
Ein Reißnagel wird 800-mal geworfen, 464-mal landet er mit der Spitze oben. Schätze die Wahrscheinlichkeit für „Spitze oben“ (als Dezimalzahl).
Nach 200 Münzwürfen ist 99-mal Kopf gefallen. Um wie viele Würfe unterscheiden sich die Anzahlen von Kopf und Zahl?
Serie A: 20 Würfe, 13-mal Kopf. Serie B: 2000 Würfe, 1030-mal Kopf. Um wie viele Prozentpunkte weicht die relative Häufigkeit von Kopf in Serie B von 50 % ab?
Die Wahrscheinlichkeit für „Spitze oben“ wird mit 0,58 geschätzt. Mit wie vielen Würfen „Spitze oben“ rechnet man bei 500 Würfen ungefähr?
Nach 500 Münzwürfen fiel 239-mal Kopf und 261-mal Zahl. Um wie viele Prozentpunkte weicht die relative Häufigkeit von Kopf von 50 % ab?
Eine Münze wird geworfen. Nach 10 Würfen sind es 7-mal Kopf, nach 100 Würfen 56-mal Kopf, nach 1000 Würfen 512-mal Kopf. Berechne für jede Serie die relative Häufigkeit von Kopf und den Unterschied zwischen den Anzahlen von Kopf und Zahl. Beurteile dann mit deinen Zahlen: Muss nach den ersten 10 Würfen Zahl „aufholen“? Schreibe deine Rechnung auf Papier und fotografiere sie.