Der Fehler 2. Art

The Type II error

Mathematik Klasse 12 16 Aufgaben
WahrscheinlichkeitHypothesentestSignifikanztestBinomialverteilung

Der Fehler 2. Art tritt auf, wenn H₀ beibehalten wird, obwohl H₁ gilt. Seine Wahrscheinlichkeit ÎČ lĂ€sst sich nur fĂŒr ein konkretes p₁ aus H₁ berechnen: ÎČ = P(X im Annahmebereich) unter p₁, etwa 0,6230 beim Ratetest mit p₁ = 0,5. Ein kleineres α macht ÎČ grĂ¶ĂŸer; beide lassen sich bei gleichem n nicht zugleich beliebig klein machen, nur ein grĂ¶ĂŸeres n hilft. RĂ€umt aus, ÎČ mit p₀ zu berechnen oder α + ÎČ = 1 zu setzen. Bereitet die Deutung des Testergebnisses vor.

Die Alternative kennen

Der Fehler 2. Art ist das GegenstĂŒck: H₀ wird beibehalten, obwohl H₁ gilt. Ben hat gelernt und weiß etwa jede zweite Antwort, , erreicht aber nur 5 Treffer, außerhalb des Ablehnungsbereichs . Um die Wahrscheinlichkeit dieses Fehlers zu berechnen, brauchen wir ein konkretes aus H₁. Der Fehler tritt auf, wenn im Annahmebereich liegt, gerechnet mit : Der Test ĂŒbersieht Bens Wissen also in etwa 62 von 100 FĂ€llen.

Schiebe p₁. Blau: Verteilung unter p₀, gelb: unter p₁, violett: ÎČ. Bei welchem p₁ wird der Fehler 2. Art klein?

α gegen ÎČ

Lassen sich beide Fehler klein machen? Der Regler verschiebt die Grenze . Ein kleinerer Ablehnungsbereich senkt α, doch ÎČ steigt: bei ist und , bei ist und . Bei gleichem lassen sich beide nicht zugleich beliebig klein machen. Hilfe bringt nur eine grĂ¶ĂŸere Stichprobe: Mit und Ablehnungsbereich sinkt bei auf 0,2517.

Schiebe k. Rosa: α, violett: ÎČ. Was passiert mit α und ÎČ, wenn der Ablehnungsbereich kleiner wird?

Mit Software lassen sich beide Verteilungen und die FehlerflĂ€chen direkt zeichnen: VerĂ€ndert man , oder , sieht man sofort, welche FlĂ€che zu α und welche zu ÎČ gehört.

Leicht
Multiple Choice #1 20s ▶ Testen

Cem hat fĂŒr den Ratetest gelernt (er weiß etwa jede zweite Antwort), erreicht aber nur 4 Treffer. Der Test (H₀: nur geraten, Ablehnungsbereich {6, 
, 10}) behĂ€lt H₀ bei. Was ist das?

  • ● ein Fehler 2. Art
  • ○ ein Fehler 1. Art
  • ○ eine richtige Entscheidung
H₁ gilt (Cem hat gelernt), aber H₀ wird beibehalten: Fehler 2. Art. Ein Fehler 1. Art wĂ€re das Ablehnen eines wahren H₀.
Multiple Choice #2 20s ▶ Testen

Welche Zelle der Tafel steht fĂŒr den Fehler 2. Art?

  • ● D
  • ○ A
  • ○ B
Fehler 2. Art heißt: H₁ gilt (untere Zeile) und H₀ wird beibehalten (rechte Spalte): Zelle D. A ist der Fehler 1. Art (H₀ gilt, wird abgelehnt), B eine richtige Entscheidung.
Wahr / Falsch #3 15s ▶ Testen

Lena hat gelernt, ihr Ergebnis liegt im Ablehnungsbereich, und der Test lehnt H₀ (nur geraten) ab. Das ist ein Fehler 2. Art.

✓ Falsch
H₀ ist falsch und wird abgelehnt: richtige Entscheidung. Ein Fehler 2. Art braucht das Beibehalten von H₀.
Multiple Choice #4 20s ▶ Testen

Ratetest, n = 10, Ablehnungsbereich {6, 
, 10}, Alternative p₁ = 0,5. Wie berechnet man die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 2. Art?

  • ● P(X ≀ 5) bei p = 0,5
  • ○ P(X ≀ 5) bei p = 0,25
  • ○ P(X ≄ 6) bei p = 0,5
Fehler 2. Art: Die Alternative p₁ = 0,5 gilt, und X liegt im Annahmebereich {0, 
, 5}: P(X ≀ 5) bei p = 0,5. Mit p = 0,25 rechnet man den Fehler 1. Art, P(X ≄ 6) bei p = 0,5 ist die Wahrscheinlichkeit, richtig zu entscheiden.
Multiple Choice #5 20s ▶ Testen

Der Ablehnungsbereich beginnt bei 6 (gestrichelte Linie). Die Alternative ist p₁ = 0,6 (gelbe SĂ€ulen). Welche SĂ€ulen gehören zum Fehler 2. Art?

  • ● die gelben SĂ€ulen 0 bis 5
  • ○ die gelben SĂ€ulen 6 bis 10
  • ○ die blauen SĂ€ulen 6 bis 10
Beim Fehler 2. Art gilt die Alternative (gelb), und das Ergebnis liegt im Annahmebereich (links der Linie): gelbe SĂ€ulen 0 bis 5. Die blauen SĂ€ulen 6 bis 10 sind der Fehler 1. Art.
Wahr / Falsch #6 15s ▶ Testen

FĂŒr α = 0,0197 und p₁ = 0,5 gilt: Wahrscheinlichkeit des Fehlers 2. Art = 1 − 0,0197.

✓ Falsch
α gehört zu p₀ = 0,25, ÎČ zu p₁ = 0,5: unterschiedliche Verteilungen. ÎČ = P(X ≀ 5) bei p = 0,5 = 0,6230, nicht 1 − α = 0,9803.
Multiple Choice #7 20s ▶ Testen

Ratetest, Alternative p₁ = 0,5. Der Ablehnungsbereich wird von {5, 
, 10} (α = 0,0781, ÎČ = 0,3770) auf {7, 
, 10} verkleinert (α = 0,0035, ÎČ = 0,8281). Was passiert?

  • ● α sinkt, ÎČ steigt
  • ○ α steigt, ÎČ sinkt
  • ○ α und ÎČ sinken
Der kleinere Ablehnungsbereich macht den Fehler 1. Art seltener (α: 0,0781 → 0,0035), aber H₀ wird öfter beibehalten, obwohl H₁ gilt (ÎČ: 0,3770 → 0,8281). Beide Fehler zugleich zu verkleinern geht so nicht.
Multiple Choice #8 20s ▶ Testen

Das Bild zeigt α und ÎČ fĂŒr Ablehnungsbereiche {k, 
, 10} (p₀ = 0,25, p₁ = 0,5). Bei welchem k liegen α und ÎČ am nĂ€chsten beieinander?

  • ● k = 4
  • ○ k = 6
  • ○ k = 8
Bei k = 4 ist α = 0,2241 und ÎČ = 0,1719, der Abstand ist am kleinsten. Bei k = 6 (α = 0,0197, ÎČ = 0,6230) und k = 8 liegen die Linien weit auseinander.
Wahr / Falsch #9 15s ▶ Testen

Ida wĂ€hlt statt α = 5 % nur α = 1 % (Ratetest, p₁ = 0,5, sonst alles gleich). Dann sinken beide Fehlerwahrscheinlichkeiten.

✓ Falsch
Bei α = 5 % ist der Bereich {6, 
, 10} mit ÎČ = 0,6230, bei α = 1 % nur {7, 
, 10} mit ÎČ = 0,8281. α sinkt, ÎČ steigt.
Mittel
LĂŒckentext #1 20s ▶ Testen

Fehler 2. Art: H₀ wird ___, obwohl H₁ gilt (abgelehnt oder beibehalten).

✓ Antwort: beibehalten
Beim Fehler 2. Art bleibt die falsche Nullhypothese stehen: H₀ wird beibehalten, obwohl H₁ gilt.
Zahleneingabe #2 30s ▶ Testen

Ratetest, Ablehnungsbereich {6, 
, 10}, Alternative p₁ = 0,5. Aus der Tabelle: P(X ≄ 6) = 0,3770 bei p = 0,5. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 2. Art? (vier Dezimalen)

✓ Antwort: 0.623
ÎČ = P(X ≀ 5) = 1 − P(X ≄ 6) = 1 − 0,3770 = 0,6230. Obwohl die SchĂŒlerin etwa jede zweite Antwort weiß, ĂŒbersieht der Test das mit etwa 62 %.
Zahleneingabe #3 30s ▶ Testen

Ratetest, Ablehnungsbereich {7, 
, 10}, p₁ = 0,5. Aus der Tabelle: P(X ≄ 7) = 0,1719 bei p = 0,5. Wie groß ist ÎČ? (vier Dezimalen)

✓ Antwort: 0.8281
ÎČ = 1 − P(X ≄ 7) = 1 − 0,1719 = 0,8281. Der strengere Test ĂŒbersieht die Alternative in etwa 83 % der FĂ€lle.
Schwer
Zahleneingabe #1 30s ▶ Testen

FĂŒnf TestausgĂ€nge: (A) Mira hat geraten, H₀ wird abgelehnt. (B) Lena hat gelernt, H₀ wird abgelehnt. (C) Tim hat geraten, H₀ wird beibehalten. (D) Nia hat gelernt, H₀ wird beibehalten. (E) Jo hat gelernt, H₀ wird beibehalten. Bei wie vielen liegt ein Fehler 2. Art vor?

✓ Antwort: 2
Ein Fehler 2. Art braucht ein falsches H₀ (gelernt) und das Beibehalten: D und E. A ist ein Fehler 1. Art, B und C sind richtig.
Zahleneingabe #2 30s ▶ Testen

Ratetest, Ablehnungsbereich {6, 
, 10}, Alternative p₁ = 0,75. Aus der Tabelle: P(X ≄ 6) = 0,9219 bei p = 0,75. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 2. Art? (vier Dezimalen)

✓ Antwort: 0.0781
ÎČ = 1 − P(X ≄ 6) = 1 − 0,9219 = 0,0781: Wer 75 % der Antworten weiß, wird selten ĂŒbersehen.
KI-bewertete Rechnung #3 240s ▶ Testen

Ratetest mit n = 10, H₀: p ≀ 0,25, Ablehnungsbereich {6, 
, 10}. Eine SchĂŒlerin weiß tatsĂ€chlich 60 % der Antworten (p₁ = 0,6). Gegeben: P(X = 6) = 0,25082, P(X = 7) = 0,21499, P(X = 8) = 0,12093, P(X = 9) = 0,04031, P(X = 10) = 0,00605. Berechne die Wahrscheinlichkeit des Fehlers 2. Art fĂŒr p₁ = 0,6 und erklĂ€re in einem Satz, warum du dabei mit p = 0,6 und nicht mit p = 0,25 rechnest. Schreibe deine Rechnung auf Papier und fotografiere sie.

✓ Antwort: Fehler 2. Art: H₁ gilt (p = 0,6), aber X liegt im Annahmebereich {0, 
, 5}. P(X ≄ 6) = 0,25082 + 0,21499 + 0,12093 + 0,04031 + 0,00605 = 0,63310. ÎČ = 1 − 0,6331 = 0,3669. Mit p = 0,6 wird gerechnet, weil der Fehler 2. Art nur unter der Alternative auftritt; mit p = 0,25 rechnet man den Fehler 1. Art.
Der Fehler 2. Art tritt unter der Alternative auf, deshalb wird mit p₁ = 0,6 gerechnet: ÎČ = 1 − P(X ≄ 6) ≈ 0,3669.
Zahleneingabe #4 30s ▶ Testen

ÎČ steigt beim Verkleinern des Ablehnungsbereichs von {5, 
, 10} auf {7, 
, 10} von 0,3770 auf 0,8281. Um wie viel wĂ€chst ÎČ? (vier Dezimalen)

✓ Antwort: 0.4511
0,8281 − 0,3770 = 0,4511 (ungerundet 0,4512). Der Preis fĂŒr α von 0,0781 auf 0,0035 ist ein um etwa 0,45 grĂ¶ĂŸeres ÎČ.