Praktikum und Vorstellungsgespräch
The placement and the interview
Hier wird ein Platz tatsächlich beschafft und gehalten — die kalte Anfrage beim Betrieb, das Gespräch, der erste Tag, und die Fragen, die man selbst stellt. Der geübte Zug im Gespräch ist eng und lässt sich prüfen: *auf die gestellte Frage mit einem konkreten Fall antworten*. Levashina, Hartwell, Morgeson und Campion (2014) fassen die Forschung zum strukturierten Interview zusammen; der für Neuntklässler entscheidende Teil ist der Vergleich zwischen situativen Fragen („Was würden Sie tun, wenn…") und Verhaltensfragen („Was haben Sie getan, als…") — bewertet wird immer die Antwort auf *diese* Frage, und ein erzählter Fall trägt Belege, die eine Eigenschaftsbehauptung nicht hat. Deshalb ist „Ich bin sehr zuverlässig und teamfähig" die häufigste und schwächste Antwort im Raum — sie beantwortet jede Frage gleich gut und deshalb keine. Die zweite Hälfte ist das Halten des Platzes, wo die Fehler banal und teuer sind — bei fertiger Aufgabe nicht warten, sondern nach der nächsten fragen; eine unklare Anweisung *vor* dem Anfangen klären; bei Krankheit selbst und vor Arbeitsbeginn anrufen. Der Rahmen drumherum — Anschreiben und Lebenslauf, die drei Fragen, die fast immer kommen, die eigene Frage am Schluss — ist Konvention der deutschen Bewerbungspraxis und keine Studienlage; sie wird trotzdem unterrichtet, weil sie im Raum vorausgesetzt und nirgends aufgeschrieben wird. Das ist der Abschluss der Themengruppe: Es zahlt auf die Rubrik-Stufen „register" und „anliegen" ein und ist die Prüfungsleistung der Check-Liste Pc3 („selbst organisiertes Praktikum"); geübt wird es vorher gegen eine fremde erwachsene Person in `session.miteinander.bewerbungsgespraech`.
Können & Üben
Ein Anliegen vorbringen
Bringt das Anliegen nicht heraus oder lässt jemand anderen anrufen.
Ruft an, wenn jemand daneben sitzt und den Anfang vorgibt.
Ruft auf Aufforderung an und bringt die Sache vor.
Klärt von selbst, wen er oder sie anruft, was gefragt werden muss, und ruft an.
Bereitet das Gespräch vor, hält es fest und hakt nach, wenn nichts zurückkommt.
Vorstellungsgespräch mit einer fremden Person
workshop90 min · yearly
besprechungsraum
Eine erwachsene Person, die die Jugendlichen NICHT kennt — ein Elternteil aus einer anderen Klasse, jemand aus einem Betrieb, eine Person aus der Nachbarschaft. Das ist die Bedingung, nicht ein Bonus. Ablauf: Jede und jeder führt ein Gespräch von acht Minuten, die anderen sehen zu und schreiben mit — aber nur Beobachtbares (was gesagt wurde, wie lange die Pause war), keine Urteile. Die drei Fragen, die immer kommen und auf die vorbereitet wird: Warum gerade dieser Betrieb? Was haben Sie schon mal gemacht, das damit zu tun hat? Was wollen Sie hier lernen? Plus die eine, die selbst gestellt werden muss — wer nichts fragt, hat sich nicht vorbereitet. Rückmeldung sofort nach jedem Gespräch, und in dieser Reihenfolge: zuerst die externe Person (eine Sache, die getragen hat, eine, die sie irritiert hat), dann die Selbsteinschätzung, dann die Gruppe. Die Umkehrung — Gruppe zuerst — macht aus der Rückmeldung eine Abstimmung. Das eigentliche Übungsziel ist nicht das Gespräch, sondern die Minute danach: Kritik von einer fremden Person annehmen, ohne sie sofort zu erklären. Wer rechtfertigt, wird einmal unterbrochen und gebeten, zuerst nachzufragen, was genau gemeint war.
peer
3–8
Voraussetzungen (2)
Amaru hat die Anweisung zur Maschine nicht ganz verstanden. Welcher nächste Schritt passt?
Fenja sagt im Gespräch — „Ich bin sehr zuverlässig und teamfähig." Damit hat der Betrieb ein Beispiel gehört.
Vor dem Gespräch schaut Selim auf der Website nach, was der Betrieb herstellt. Im Gespräch kann er deshalb sagen, warum er gerade dorthin will.
Frau Grasl fragt Rieke — „Warum wollen Sie das Praktikum gerade bei uns machen?" Welche Antwort beantwortet die Frage?
Herr Kunz fragt Selim — „Haben Sie schon einmal etwas gemacht, das damit zu tun hat?" Welche Antwort beantwortet die Frage?
Frau Sorge fragt Paulina — „Was wollen Sie bei uns lernen?" Welche Antwort beantwortet die Frage?
Frau Öztürk fragt Fenja — „Wie sind Sie damit umgegangen, als es in einer Gruppenarbeit Streit gab?" Welche Antwort beantwortet die Frage?
Herr Baumeister fragt Ilyas — „Was tun Sie, wenn Sie eine Anweisung nicht verstanden haben?" Welche Antwort beantwortet die Frage?
Am Schluss darf Greta selbst fragen. Welche Frage zeigt, dass sie sich vorbereitet hat?
Am Schluss darf Bastian selbst fragen. Welche Frage zeigt, dass er sich vorbereitet hat?
Mira ist am ersten Praktikumstag mit dem Sortieren fertig, und niemand sagt etwas. Welcher nächste Schritt passt?
Noor wacht am zweiten Praktikumstag mit Fieber auf. Welcher nächste Schritt passt?
Auf Riekes Anfrage antwortet der Betrieb — „Dieses Jahr nehmen wir keine Praktikanten." Rieke bedankt sich und fragt, ob sie es im nächsten Jahr wieder versuchen darf. Damit hält sie die Tür für nächstes Jahr offen.
Herr Lindner fragt Anton — „Was fällt Ihnen schwer?" Welche Antwort beantwortet die Frage?