Die Thomson-Gleichung
Thomson's Equation
Aus der Maschenregel U_C + U_L = 0 entsteht die Differentialgleichung L·Q̈ + Q/C = 0; der Ansatz Q(t) = Q₀·sin(ωt + φ) liefert ω = 1/√(LC) und damit die Thomson-Gleichung T = 2π√(LC) bzw. f₀ = 1/(2π√(LC)). Kleine L und C bedeuten hohe Frequenzen, und T wächst nur mit der Wurzel — über die Wahl von L und C stellt man den Frequenzbereich gezielt ein. Die mechanische Analogie (m ↔ L, D ↔ 1/C) macht die Herleitung nachvollziehbar statt zum blinden Einsetzen. Trägt Resonanz und den Hertzschen Dipol.
Können & Üben
Schwingkreis-und-Wellen-Werkstatt — vom LC-Kreis zum Licht
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physiksaal
Vier Stationen nach dem Prinzip Vermuten – Beobachten – Erklären in Kleingruppen, Rotation nach etwa 20 Minuten. Roter Faden: Dieselbe Schwingung, die im LC-Kreis pendelt, läuft am Ende als Welle durch den Raum — und wird zweimal vermessen, bei 3 cm und bei 650 nm. Station 1 — LC-Entladung am Interface. Vermuten: Der geladene Kondensator wird statt über einen Widerstand über eine Spule entladen — was zeigt die Spannungskurve? Beobachten: Statt des exponentiellen Abfalls entsteht eine gedämpfte Schwingung; U und I sind um eine Viertelperiode versetzt. Mit halber Kapazität steigt die Frequenz um den Faktor Wurzel 2, der Eisenkern in der Spule senkt sie — Thomson-Check gegen T = 2π·Wurzel(L·C). Erklären: Feldenergie des Kondensators und des Spulenfelds pendeln hin und her, wie Feder und Masse. Modellgrenze: Der Spulenwiderstand dämpft — die Thomson-Gleichung gilt streng nur für den ungedämpften Kreis. Sicherheitshinweis: Kondensatoren vor jedem Umbau entladen. Station 2 — Resonanz und Rückkopplung. Vermuten: Der Funktionsgenerator regt den Kreis induktiv an — bei welcher Frequenz wird die Amplitude maximal? Beobachten: Beim Durchfahren der Erregerfrequenz wächst die Amplitude scharf um f0 herum an; die Resonanzkurve wird punktweise aufgenommen. Dann übernimmt der Meißner-Baustein: Die Schwingung hält sich selbst ungedämpft, weil die Rückkopplung im richtigen Takt Energie nachschiebt. Erklären: Resonanz heißt Anregung mit der Eigenfrequenz; die Rückkopplung ersetzt den äußeren Erreger durch Selbststeuerung. Modellgrenze: Auch die Meißner-Schaltung erzeugt keine Energie — sie dosiert nur die Nachlieferung aus der Quelle. Vorbereitung oder Nachbereitung: der Radio-Empfänger-Artikel in der App — dort wählt genau diese Resonanz aus allen Sendern einen aus. Station 3 — Dipol und Mikrowellenstrecke. Vermuten: Kommt hinter einem Drahtgitter, dessen Stäbe parallel zum Empfangsdipol stehen, noch Signal an? Und wo liegen vor einer Metallwand die stillen Stellen? Beobachten: Sender und Empfänger nur bei paralleler Ausrichtung gekoppelt (lineare Polarisation); das gedrehte Gitter sperrt bzw. öffnet den Weg. Vor der Metallplatte findet der wandernde Empfangsdipol Knoten im Abstand von etwa 1,6 cm — stehende Welle, λ = 3,2 cm; das Sandprisma knickt den Strahl (Brechung). Erklären: Der schwingende Dipol strahlt eine Transversalwelle ab, die sich wie Licht reflektieren, brechen und polarisieren lässt; aus dem Knotenabstand folgt λ = 2 · 1,6 cm. Modellgrenze: Das Empfangssignal misst Intensität, nicht Feldstärke — Knoten heißt "kein Empfang", nicht "kein Feld dahinter". Sicherheitshinweis: Nicht in die Hornantenne blicken. Station 4 — Laser und Gitter. Vermuten: Das Gitter mit der kleineren Gitterkonstante — rücken seine Leuchtpunkte enger oder weiter auseinander? Beobachten: Hinter dem Gitter erscheint eine Reihe scharfer Maxima; mit Maßband und Schirm-Maßstab werden Abstände gemessen und über b·sin(α) = k·λ die Laserwellenlänge bestimmt, dann eine unbekannte Lichtquelle vermessen. Erklären: Gleiche Interferenzlogik wie bei den Mikrowellen in Station 3 — nur ist λ hier um den Faktor 50 000 kleiner, darum braucht es Gitter statt Metallplatten. Sicherheitshinweis: Laser nie in Augen oder auf reflektierende Flächen richten, Strahl unter Augenhöhe führen. Abschluss in der Runde: Eine Kette bilden — LC-Kreis, offener Kreis als Dipol, abgestrahlte Welle, Licht. An welcher Stelle der Kette wurde welche Größe (f, λ, c) gemessen, und passt c = λ·f?
physik-experimente-lead
4–16
Der Schwingkreis pendelt — aber wie schnell? Bevor wir rechnen, wette: Was bestimmt die Schwingungsdauer? Größerer Kondensator — schneller oder langsamer? Größere Spule?
Die Antwort steckt in zwei Zeilen Physik, die du beide schon kennst. Im Kreis ohne äußere Quelle muss die Gesamtspannung verschwinden (Maschenregel):
Mit
Halte hier kurz an, denn diese Form hast du schon einmal gesehen —
beim Federpendel:
Der Lösungsansatz ist derselbe wie dort — wir raten eine Sinusform und prüfen sie:
Eingesetzt:
Lies die Formel, bevor du sie benutzt. Große
Stelle
Hält die Formel der Wirklichkeit stand? Im Eingangsversuch des
vorigen Abschnitts (große Spule, großer Kondensator) liefert sie
Und nach oben? Ein UKW-Empfangskreis braucht
— eine „Spule" aus nur noch wenigen Windungen. Hohe Frequenzen
erzwingen winzige
Materialien (1)
Physische Manipulativa, die dieses Konzept konkret verankern — optional, gebrückt zum Symbol.
- Schwingkreis-Set prop
Voraussetzungen (2)
Welche Differentialgleichung beschreibt die ungedämpfte Schwingung im LC-Kreis?
Aus welcher physikalischen Aussage wird die Differentialgleichung des Schwingkreises gewonnen?
Welcher Lösungsansatz erfüllt die Gleichung L·Q̈ + Q/C = 0?
Verdoppelt man die Induktivität L eines Schwingkreises, so verdoppelt sich auch die Schwingungsdauer T.
Wie erreicht man mit einem Schwingkreis besonders hohe Eigenfrequenzen?
Berechne die Kreisfrequenz ω = 1/√(L·C) eines Schwingkreises mit L = 0,25 H und C = 1 µF. (Antwort in 1/s)
Berechne die Schwingungsdauer T = 2π·√(L·C) für L = 1 H und C = 1 µF. (Antwort in Millisekunden, eine Dezimalstelle)
Beim Eingangsversuch liefert die Thomson-Gleichung T_theor = 0,9 s, gemessen wird T_exp ≈ 1 s. Diese Abweichung widerlegt die Thomson-Gleichung.
Welche mechanische Größe übernimmt in der Analogie zur Federschwingung die Rolle der Induktivität L?
Die Frequenz, mit der ein sich selbst überlassener Schwingkreis schwingt, heißt ___.
Ein Schwingkreis besteht aus L = 1 H und C = 1 µF. Berechne die Eigenfrequenz f₀ = 1/(2π·√(LC)). (Antwort in Hertz, auf ganze Zahl gerundet)
Ein Schwingkreis hat die Schwingungsdauer T = 2 ms. Seine Kapazität wird vervierfacht. Berechne die neue Schwingungsdauer. (Antwort in Millisekunden)
Ein Schwingkreis soll mit ω = 1000 1/s schwingen und enthält L = 1 H. Berechne die nötige Kapazität C = 1/(ω²·L). (Antwort in Mikrofarad)