Kleine Stufen bauen
Building Small Steps
Der Handgriff gegen die Bremse ist nicht mehr Mut, sondern eine kleinere Stufe. Das Kind wählt aus konkreten nächsten Schritten den aus, den es heute sicher schafft — und lernt dabei die Prüffrage: Würde ich Ja sagen, wenn ich nur das machen müsste? Bei Nein war die Stufe zu groß, und das ist eine Messung, kein Versagen. Warum das wirkt und Zureden nicht: Was man von sich selbst glaubt, ändert sich am stärksten durch etwas, das man selbst geschafft hat — Bandura (1977) nennt das die eigene Meisterungserfahrung, die stärkste seiner vier Quellen; Zureden ist die schwächste, und Schunk und Hanson (1985) zeigten, dass Kindern ein Gleichaltriger, der es gerade lernt, mehr hilft als ein Erwachsener, der es vormacht. Deshalb ist die erste Stufe absichtlich fast zu leicht. Geübt wird an fremden Fällen, ernst wird es an der eigenen Cy0-Leiter (`milestone.fitness-and-movement.cycling.cy0`), wo das Kind die Stufen selbst abhakt; die Stoppregel in `self-knowledge.motivation.aufhoeren-wenn-es-gut-laeuft` baut darauf auf.
Können & Üben
Gegen eine Bremse hilft kein Mut. Gegen eine Bremse hilft eine
Der Grund dafür ist der wichtigste Satz in diesem ganzen Bereich: Was du von dir selbst glaubst, ändert sich am stärksten durch etwas, das du selbst geschafft hast. Zuspruch ändert es kaum. Jemandem zuzusehen, der so ist wie du und es gerade lernt, ändert es schon mehr. Selbst geschafft zu haben ändert es am meisten. Deshalb ist die erste Stufe absichtlich fast zu leicht — nicht, weil man dich für schwach hält, sondern weil das Gelingen selbst das Werkzeug ist.
Eine Leiter zum Radfahren fängt nicht bei "fahr mal los" an. Sie fängt an bei: auf dem Rad sitzen, beide Füße auf dem Boden. Dann: daneben stehen und schieben. Dann: sitzen und mit den Füßen laufen. Dann: absichtlich zur Seite kippen und sich mit einem Fuß auffangen — zehnmal. Erst viel später: rollen mit den Füßen oben.
Die
Drei Regeln, die dazugehören. Eine Stufe ist fertig, wenn sie langweilig ist, nicht wenn sie einmal geklappt hat. Eine Stufe zurückzugehen ist ein normaler Zug, kein Rückschritt. Und du hakst selbst ab — weil zehn Haken hinter dir ein Argument gegen "ich kann das nicht" sind, das dir kein Erwachsener geben kann.
Voraussetzungen (1)
Ermöglicht (1)
Jonas hat sich noch nie auf sein Rad gesetzt. Welche Stufe ist für Jonas heute die richtige?
Mira geht bis zu den Knien ins Wasser und weiter nicht. Welche Stufe ist für Mira heute die richtige?
Lars soll heute zum ersten Mal ohne Hilfe rollen und sagt Nein. — Die Stufe war für heute zu groß.
Ida nimmt heute nur eine Hand von der Bande, statt loszulaufen. — Diese Stufe ist zu klein, um etwas zu bringen.
Nina hat Stufe 6 gestern geschafft und schafft sie heute nicht. Sie geht zurück auf Stufe 5. — Das ist ein normaler Zug.
Ole liest zu Hause flüssig und sagt vor der Klasse nichts. Welche Stufe ist für Ole heute die richtige?
Emma schiebt ihr Rad seit vier Tagen mühelos neben sich her und findet das langweilig. Welche Stufe ist für Emma heute die richtige?
Tim rollt sicher mit den Füßen am Boden, hat aber Angst umzufallen. Welche Stufe ist für Tim heute die richtige?
Sena kann sich am Geländer auf das Einrad setzen und dort sitzen bleiben. Welche Stufe ist für Sena heute die richtige?
Lars sagt bei "Roll den Hügel hinunter" Nein und bei "Setz dich aufs Rad" Ja. Welche Stufe ist für Lars heute die richtige?
Ida steht mit Schlittschuhen an der Bande und lässt nicht los. Welche Stufe ist für Ida heute die richtige?
Pia hat das Gleiten einmal geschafft, mit zitternden Händen. Sie geht sofort auf die nächste Stufe. — Das ist der richtige Zeitpunkt.
Bens Vater sagt ihm zwanzig Minuten lang, dass er das ganz sicher kann. Ben probiert nichts. — Das verändert, was Ben von sich selbst glaubt.
Auf der Leiter hakt die Begleiterin die geschafften Stufen ab, damit es ordentlich aussieht. — Das ist so gedacht.